Schuppen in Göllsdorf brennt aus – war ein Trabi die Ursache?

Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten leicht verletzt

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Entwickelte ein Eigenleben: der Trabi aus Göllsdorf. Foto: gg

Ein älte­rer Tra­bant könn­te die Ursa­che für den Brand eines Anbaus in Rott­weil-Gölls­dorf sein, zu dem die Feu­er­wehr am Sonn­tag mor­gen aus­rück­te. Der Tra­bi stand in einer Gara­ge, er wur­de ein Raub der Flam­men – und erschreck­te den­noch die Ein­satz­kräf­te. Bei den Lösch­ar­bei­ten wur­de ein Feu­er­wehr­mann leicht ver­letzt.

Brand­be­kämp­fung mit der Dreh­lei­ter. Alle Fotos: gg

Gegen 4.30 Uhr ist die Feu­er­wehr Rott­weil in den Teil­ort Gölls­dorf aus­ge­rückt. Zunächst hieß es, ein „Gar­ten­häus­le” in der Jung­brun­nen­stra­ße wür­de bren­nen. Bei die­sem Häus­chen han­del­te es sich viel­mehr um einen grö­ße­ren Neben­bau eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses. In ihm waren zwei Autos und viel Gerät unter­ge­bracht. Auf dem Dach, für die Feu­er­wehr eine deut­li­che Erschwer­nis bei ihrem Ein­satz, befand sich eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge.

Beim Ein­tref­fen der Feu­er­wehr schlu­gen meter­hoch Flam­men aus dem Dach des mas­si­ven Schup­pens. Über die Dreh­lei­ter rück­ten die Feu­er­wehr­leu­te dem Brand zu Lei­be. Außer­dem grif­fen Lösch­trupps unter Atem­schutz von zwei Sei­ten vom Boden aus an. Das Feu­er war rasch ein­ge­dämmt, Flam­men loder­ten aber immer wie­der auf. Des­halb wur­de auch das Dach des Anbaus mit einer Motor­sä­ge auf­ge­schnit­ten. In der Däm­mung hat­ten sich Glut­nes­ter fest­ge­setzt.

Die Feu­er­wehr hin­der­te die Flam­men dar­an, auf das angren­zen­de, nur weni­ge Meter vom Neben­bau ent­fernt ste­hen­de Wohn­haus über­zu­grei­fen. Laut Rott­weils Feu­er­wehr­kom­man­dant, Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler war das eine der vor­dring­lichs­ten Auf­ga­ben. Im Wohn­haus befan­den sich laut Poli­zei sechs Men­schen zum Zeit­punkt des Brand­aus­bruchs. Sie haben das Feu­er gemel­det.

Eine wei­te­re Auf­ga­be: die Sicher­heit der Feu­er­wehr­leu­te zu gewähr­leis­ten. Direkt über dem Anbau ver­lie­fen Strom­lei­tun­gen, die erst spä­ter von einem Mit­ar­bei­ter der ENRW strom­los gemacht wur­den. Die Feu­er­wehr­män­ner im Korb der Dreh­lei­ter hin­ge­gen muss­ten noch zwi­schen Strom­lei­tun­gen und dem bren­nen­den Dach hin­durch.

Von einer groß­flä­chi­gen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach des Anbaus ist eben­falls Gefahr aus­ge­gan­gen. Meh­re­re Qua­drat­me­ter der Panee­le waren durch das Feu­er bereits zer­stört wor­den. Sie gin­gen als Glas­re­gen in den Gar­ten neben dem Anbau nie­der. Außer­dem kön­nen durch bren­nen­de Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen Atem­gif­te ent­ste­hen. Zudem füh­ren Kabel und Kom­po­nen­ten einer sol­chen Anla­ge immer elek­tri­sche Span­nung, sobald Licht auf sie trifft. Aller­dings brach der Brand nachts aus.

Die Ein­satz-Leit­stel­le mit Stadt­brand­meis­ter Mül­ler (rechts).

Ein Feu­er­wehr­mann ist bei den Lösch­ar­bei­ten leicht ver­letzt wor­den. Er war gestol­pert und wur­de vom Roten Kreuz behan­delt. Das DRK war für sol­che Fäl­le – mög­li­che Ver­let­zun­gen der Ein­satz­kräf­te – hin­zu gezo­gen wor­den.

Brand­ur­sa­che ist nach Ansicht der ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­am­ten mut­maß­lich ein Tra­bant, der in einer der bei­den Gara­gen des Neben­baus abge­stellt gewe­sen ist. Der Tra­bi brann­te völ­lig aus. Mys­te­ri­ös: Wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten muss­ten sich die Feu­er­wehr­leu­te immer wie­der mit dem alten Wagen aus­ein­an­der­set­zen. Mal schien im Motor­be­reich etwas auf­zu­fla­ckern, mal schien er sich wie von Geis­ter­hand ein wenig zu bewe­gen.

Und dann mach­te sich das Gefährt sogar selbst­stän­dig: Zur Über­ra­schung der Ein­satz­kräf­te setz­te das Auto in der Gara­ge plötz­lich gut einen Meter zurück. Manch einer woll­te schwö­ren, dass der Motor ange­sprun­gen sei. Das war rund eine Stun­de nach Brand­aus­bruch. Fahr­tüch­tig sah der Tra­bi da schon lan­ge nicht mehr aus. Mehr wie ein ver­kohl­tes Blech­ge­rip­pe.

Die Lösch­was­ser­ver­sor­gung funk­tio­nier­te am Brand­ort am Orts­aus­gang von Gölls­dorf gut. Schwie­ri­ger war, mit der Dreh­lei­ter an das bren­nen­de Gebäu­de zu kom­men, weil eine Baum­rei­he und eben die Strom­lei­tun­gen den Weg ver­sperr­ten. Der angren­zen­de Park­platz der Mehr­zweck­hal­le aber bot aus­rei­chend Platz zum Ran­gie­ren.

47 Feu­er­wehr­leu­te waren bei dem Brand in Gölls­dorf ein­ge­setzt. Stadt­brand­meis­ter Mül­ler hat­te Tei­le der Kern­stadt­wehr und der Abtei­lun­gen Alt­stadt und Gölls­dorf alar­miert. Wei­te­re Ein­satz­kräf­te muss­te er dann nicht mehr anfor­dern. Zudem waren das Rote Kreuz mit einem Ret­tungs­wa­gen und die Poli­zei vor Ort.

Für die Rott­wei­ler Feu­er­wehr war das der zwei­te grö­ße­re Ein­satz an die­sem Wochen­en­de nach den Zer­stö­run­gen, die ein Unwet­ter am Sams­tag nach­mit­tag ange­rich­tet hat­te. Gegen 7.15 Uhr konn­ten sie wie­der ein­rü­cken, die Ein­satz­lei­tung gegen 9 Uhr. Auch der Mann von der ENRW muss­te am Mor­gen damit zum zwei­ten Mal aus­rü­cken, er hat­te am Nach­mit­tag zuvor eine Stra­ßen­la­ter­ne in der Dut­ten­ho­fer Stra­ße gesi­chert, nach­dem ein umstür­zen­der Baum sie mit­ge­ris­sen hat­te.