Schwarzes Tor wird ein Schatzkästchen

Oberbürgermeister Ralf Broß besichtigte gemeinsam mit dem städtischen Architekten im Hochbauamt Björn Claussen und dem Rottweiler Restaurator Stefan Widmer die Innenräume des Schwarzen Tors.Von links: Björn Claussen, Stefan Widmer, Ralf Broß

ROTTWEIL – Oberbürgermeister Ralf Broß besich­tig­te gemein­sam mit dem städ­ti­schen Architekten im Hochbauamt  Björn Claussen und dem Rottweiler Restaurator Stefan Widmer die Innenräume des Schwarzen Tors.

Die letz­te Besichtigung hat­te Broß im Januar 2017 gemacht und seit­her hat sich das Erscheinungsbild im Innern sehr zum Positiven ver­än­dert. „Mit der Sanierung der Außenfassaden und jetzt im Anschluss dar­an die Restaurierung der zahl­rei­chen Räume und Gänge sowie der his­to­ri­schen Gefängniszellen leis­ten wir einen wich­ti­gen Beitrag zum Erhalt unse­res bau­kul­tu­rel­len Erbes für die Nachwelt“, so der OB. Gleichzeitig sei das Schwarze Tor ein wich­ti­ger Baustein der Rottweiler Identität. Und das nicht nur zur Fasnet.

Stefan Widmer und Björn Claussen began­nen ihre Führung im Übergangsgewölbe vom Treppenturm in das Gebäude.  Widmer erläu­ter­te mit viel Begeisterung die Maßnahmen, wel­che zum Ziel hat­ten, die Zementflächen, Gipsputze und Übertünchungen der ver­gan­ge­nen Jahrzehnte zu ent­fer­nen und den ursprüng­li­chen Zustand aus dem 19. Jahrhundert frei­zu­le­gen. Durch die­se sorg­fäl­ti­ge Reinigung sind sogar die Originalverfugungen aus dem Jahr 1247 sicht­bar gewor­den. „Mein Ziel war es, das Schwarze Tor erleb­bar zu machen. Bisher schon war das Schwarze Tor immer ein Vorzeigeobjekt unse­rer Stadt, aber jetzt ist die Chance da, nach innen zu gehen“, so Stefan Widmer.

Im Zuge die­ser Arbeiten wur­den die zum Teil sehr maro­den Elektroinstallationen kom­plett ent­fernt und von Grund auf neu auf­ge­baut. Für den gesam­ten Innenbereich wur­de außer­dem ein neu­es Beleuchtungskonzept erar­bei­tet und umge­setzt.

Dem Gebäudeinnern in einer ver­träg­li­chen und behut­sa­men Art und Weise wie­der eine neue Funktion zu geben, kön­nen sich alle Drei sehr gut vor­stel­len. Denkbar sei­en Vernissagen, klei­ne Ausstellungen oder Lesungen, sofern der Brandschutz mit­spie­le. „Zu beach­ten ist dabei, dass es außer Strom kei­ne Installationen für Wasser, Heizung oder Toiletten gibt, was aber für kür­ze­re Nutzungszeiten ver­tret­bar ist“, so Claussen. Durch die Freilegung wur­den vie­le klei­ne Details ent­deckt wie Schießscharten, Inschriften und Einritzungen in den Wänden und Gefängnistüren. Auch von der letz­ten Nutzung durch den dama­li­gen Stadtjugendring wer­den Ausschnitte erhal­ten, so steht auf einem weiß getünch­ten Balken noch mit schwar­zer Schrift „Black Tower Diskothek“.

Neben dem Schlafzimmer und Wohnzimmer des Turmwächters und spä­ter Gefängniswärters als auch den Gefängniszellen hat sich die „Gute Stube“ zu einem Schmuckstück ver­wan­delt. Von dort aus hat man einen ein­zig­ar­ti­gen Blick über die Stadt. Widmer lobt immer wie­der die her­vor­ra­gen­de Zusammenarbeit mit dem städ­ti­schen Hochbauamt, dem Betriebshof, dem Landesdenkmalamt und mit den beauf­trag­ten Handwerkern wie Steinmetz, Schreiner und Elektriker. „Herr Widmer ist für uns ein abso­lu­ter Glücksfall: Ein her­vor­ra­gen­der Restaurator und zudem gebür­ti­ger Rottweiler, der mit viel Herzblut bei der Sache ist“, so Claussen.

Mit den Fördergeldgebern, dem Bund, dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wur­den im Vorfeld die die ein­zel­nen Maßnahmen im Gebäudeinnern abge­stimmt. Der Abschluss der Restaurierungsmaßnahme ist für Ende die­ses Jahres geplant.