Seniorenwallfahrt zu Klosterkirche Rheinau

Die Rottweiler Wallfahrer in der barocken Klosterkirche Rheinau. Fotos: Berthold Hildebrand

ROTTWEIL — Mit drei Bussen fuhren annäh­ernd 130 Wall­fahrer der Seel­sorgeein­heit vier aus Hausen, Neukirch, sowie den katholis­chen Kirchenge­mein­den Heilig-Kreuz und Aufer­ste­hung-Christi mit Dekan Mar­tin Stöf­fel­maier und Pfar­rer Jür­gen Rieger auf die ehe­ma­lige Benedik­tiner­in­sel Rhein­au in der Schweiz.

Rieger feierte mit den Wall­fahrern in der barock­en Klosterkirche einen Wort­gottes­di­enst. Peter Strass­er begleit­ete den Gesang der Pil­ger auf der Haup­torgel der Kirche, die nach ein­er Restau­rierung wieder im Orig­i­nalzu­s­tand von 1715 ist. Sie ist schw­er zu spie­len, weil Oktaven unvoll­ständig sind und das Ped­al sehr bre­it aus­gelegt ist und einen gerin­geren Ton­um­fang hat als heutige Orgeln.

Das Kloster wurde bere­its im Jahre 778 gegrün­det und auf ein­er Rheinin­sel unweit des Rhe­in­falls gebaut. Es bestand bis 1862. Heute lebt wieder eine katholis­che Ordens­ge­mein­schaft, die Schwest­ern der „Spir­ituellen Wegge­mein­schaft“, im Kloster. Außer­dem sind ein nationales Musikzen­trum, ther­a­peutis­che Ein­rich­tun­gen, eine Fir­ma zur Erforschung von ökol­o­gis­chem Saatgut sowie ein Weinkeller der Staatskellerei Zürich im Kloster­areal unterge­bracht. Die Klosterkirche wird von der katholis­chen Kirchenge­meinde Rhein­au genutzt.

Bei ein­er Führung durften die Pil­ger auch einen Blick hin­ter den Let­tner in den Chor­raum und vor allem in die Sakris­tei wer­fen. Da war aus der Nähe Barock pur zu bestaunen. In großen Schränken wer­den kost­bare Kelche und Mon­stranzen, aber auch barocke Mess­gewän­der auf­be­wahrt. In der großen Sakris­tei mussten zu Klosterzeit­en täglich bis zu 40 Mönche für die Mess­feier eingek­lei­det wer­den.

Es gibt auch einen ganzen Schrank voller Klei­der, mit denen die Madon­na und das Jesuskind am recht­en Seit­enal­tar immer noch bek­lei­det wer­den. Solche Klei­der hat­te früher auch die Rot­tweil­er Madon­na von der Augen­wende. Man kann dies auf dem Deck­engemälde in der Predi­gerkirche noch sehen. Sie sind hier aber abhan­den gekom­men. Mit ein­er gemütlichen Einkehr endete der Nach­mit­tag.