So lief das mit der Testturm-Tapete
Skyline über Skyline: in Wengers Wohnung in Göllsdorf. Fotos: privat

So lief das mit der Testturm-Tapete

Rottweil (gg). Eine Wohnung in Rottweil, der Testturm an der Wand: NRWZ.de hat (gerne und zur Freude unserer Leser) über jene schwarze Skyline berichtet, die alle bestehenden und künftigen Türmen der frisch gebackenen Stadt der Türme zeigt. Nun haben wir mit demjenigen gesprochen, der sich diese Skyline  an die Wand gebastelt hat.

Der Mann heißt Helge Wenger, er wohnt in Göllsdorf und liebt offenbar Rottweil. Zudem hat er sich in den künftigen Testturm verschossen. Warum sonst sollte jemand eine ganze Woche lang jeden Abend auf das Basteln einer schwarzen Skyline für die heimische Tapete verwenden? Ob bunte Streifen, ein dunkles Anthrazit, ein  Blumenmuster oder Urwaldmotiv: An die Wand kommt nur, was der Bewohner wirklich schön findet.

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Blick auf Rottweil. An der heimischen Wand. Fotos: privat

„Angefangen hat alles mit dem Panoramafoto, das über der Skyline hängt“, erzählt Wenger der NRWZ. Es ist ein Bild Rottweils vor der untergehenden Sonne, das nur die Silhouetten der Stadt zeigt. Das hat Wenger im Spätsommer vergangenenJahres aufgenommen und auf Leinwand drucken lassen. „Da uns dieses Foto immer mehr gefiel und die Kontur der Skyline dort so gut zur Geltung kam, war es zur Idee der eigentlichen Skyline nicht mehr weit“, so Wenger weiter. Und als „großer Turm-Befürworter“, wie er sich nennt, habe er diesen mit einarbeiten müssen.

Ausschlaggebend sei dann eine beschlossene Renovierung gewesen – irgend habe an die Wand gemusst. „Die Idee war da, der Platz war da, meine Freundin war überzeugt und somit die Planung im Gange“, berichtet Wenger. Anfänglich habe er die einzelnen Fotos zusammengefügt und verschoben, bis es ihm gefiel. Zweiter Schritt: das maßstabsgetreue Anlegen der Skyline. Mit Hilfe eines CAD-Programmes passte der Göllsdorfer den Schattenriss an die Größe der Wand an.

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„Das Ding wird ganz schön groß.“

Wenger weiter: „Jetzt kam erst die Arbeit. Ab in den Baumarkt und Klebefolie besorgen. Diese auf dem Fußboden auslegen und von Hand jede einzelne Linie vom Computer aufs Papier übertragen.“ Nach zwei Abenden mit Zirkel, Geodreieck und Bleistift war er damit fertig. Jetzt hieß es: ausschneiden. „Auf einer großen Holzplatte habe ich dann das Ganze von Hand mit einem Cuttermesser ausgeschnitten. Glücklicherweise war der erste Versuch gleich ein Erfolg, sonst wären diese zweit Tage umsonst gewesen.“ Insgesamt wird die Skyline so grob eine Woche lang die Abende gefüllt haben, erinnert sich Wenger.

Als die Skyline dann an der Wand klebe bekamen Wenger und seine Partnerin große Augen. „Wir bezweifelten, dass das Verhältnis der Stadt zum Turm stimmt“, sagt er. „Wir vermuteten, dass beim Vergrößern wohl was daneben gegangen ist.“ Mehrmaliges Nachmessen und -rechnen aber zeigte laut dem Skyline-Bastler: Es stimmte alles.Wengers Fazit: „Das Ding wird ganz schön groß.“ Und: „Das Erstellen der Skyline hat wirklich Spaß gemacht und belohnt uns jeden Tag.“

Jetzt hoffen die beiden Göllsdorfer, „dass wir bald die Aussicht von unserem Turm genießen können.“ Die NRWZ hat sich darum gekümmert und ThyssenKrupp Elevator hat geantwortet: „Das ist eine tolle Geschichte. Gerne spendiert die Pressestelle eine Freifahrt auf den Turm!“

Jetzt muss sich das Unternehmen nur noch mit dem Bau des Turms beeilen, auf den die Göllsdorfer, aber wahrscheinlich nicht nur sie, warten.

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Das Gesamtwerk Wengers.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 3. März 2015 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/rottweil/so-lief-das-mit-der-testturm-tapete/84062