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    So soll das neue Rottweiler Gefängnis aussehen

    Ein Preisgericht hat über die Vorschläge für den Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil entschieden. In einer Sitzung am Dienstag, 12. Juni, hat das Preisgericht beraten und einen Siegerentwurf ausgewählt. Das teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit.

    Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Wolfgang Riehle hat sich demnach einstimmig für den Vorschlag des Architekturbüros Obermeyer Planen + Beraten mit el:ch landschaftsarchitekten aus München ausgesprochen. Das Preisgericht würdigte nach Ministeriumsangaben vor allem die überzeugende städtebauliche-landschaftliche Einbindung durch die Entwicklung des Gebäudekomplexes entlang der Höhenlinien sowie die Positionierung und Gliederung der Baukörper durch eingestellte Höfe, die eine im Inneren und Äußeren wahrnehmbare Differenzierung und Maßstäblichkeit der Gesamtanlage erzeugen. Darüber hinaus wurde herausgestellt, dass der ausgewählte Entwurf eine wirtschaftliche Umsetzung der Maßnahme erwarten lässt. Zudem wurden zwei 2. Preise, ein 3. Preis sowie drei Anerkennungen vergeben.

    „Es freut mit sehr, dass in dem offenen, zweiphasigen Planungswettbewerb ein Entwurf ausgewählt werden konnte, der den funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen an eine neue Justizvollzugsanstalt gerecht wird. Wir wollen für die Justiz gute Bedingungen für einen zukunftsfähigen Vollzugsbetrieb im Raum Rottweil schaffen“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett anlässlich der Entscheidung.

    „Die Entscheidung des Preisgerichts ist ein wichtiger Zwischenschritt für den Bau der Justizvollzugsanstalt in Rottweil. Die Belegungssituation im Justizvollzug ist derzeit sehr angespannt, wir sind daher dringend auf die zeitnahe Schaffung neuer Haftplätze angewiesen“, sagte Ministerialdirektor Elmar Steinbacher, der als Sachpreisrichter Mitglied des Preisgerichts war.

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    Staatsrätin Gisela Erler war als Sachpreisrichterin ebenfalls Mitglied des Preisgerichts: „Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs zeigt, dass es uns im Esch gelungen ist, den Bau einer Justizvollzugsanstalt mit gesellschaftlicher Akzeptanz und vielen Bürgerideen auf den Weg zu bringen. Es wird ein Gebäude sein, das sich sowohl in die Landschaft einfügt als auch den vollzuglichen Anforderungen gerecht wird. Die konstruktive Atmosphäre mit der Rottweiler Bürgerschaft möchten wir auch im weiteren Planungs- und Bauprozess fortführen.“

    „Wir sind dem Land Baden-Württemberg sehr dankbar, dass ein Architekturwettbewerb ausgelobt wurde und wir die Chance hatten, die Interessen der Bürger hier mit einzubringen. Der gemeinsam beschrittene Weg mit einer umfassenden Einbeziehung der Bürger durch verschiedene Beteiligungsformate, den Bürgerentscheid oder nun die Mitarbeit in der Jury hat sich gelohnt“, sagte Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, der als Sachpreisrichter ebenfalls Mitglied des Preisgerichts war.

    „Im Vorfeld der Wettbewerbsentscheidung kam es zu Diskussionen über die möglichen Baukosten für die neue Justizvollzugsanstalt. Mit dem Siegerentwurf kann nun die konkrete Planung beginnen und belastbare Kosten können ermittelt werden“, betonte Finanzstaatssekretärin Splett.

    Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 13. bis 17. Juni jeweils von 9 bis 17 Uhr in der Alten Stallhalle Rottweil ausgestellt.

    Am Donnerstag, 14. Juni findet um 19 Uhr in der Stadthalle Rottweil eine Informationsveranstaltung für die Bürger statt. Dabei wird das Wettbewerbsergebnis vorgestellt und erläutert. An der Veranstaltung nehmen unter anderem Staatsrätin Gisela Erler vom Staatsministerium, Finanzstaatssekretärin Gisela Splett, Ministerialdirektor Elmar Steinbacher vom Ministerium der Justiz und für Europa, Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, Thomas Steier, Leiter des Amtes Konstanz des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, und Vertreterinnen und Vertreter der Beteiligungsgruppe teil.

    In Rottweil soll eine multifunktionale Justizvollzugsanstalt mit insgesamt 500 Haftplätzen entstehen, davon 470 Haftplätze im geschlossenen Bereich und 30 Haftplätze in einem Freigängerheim. Ursprünglich galt für den gesamten Standortsuchlauf ein gesteckter Rahmen von 400 bis 500 Haftplätzen.

    Im Sommer 2015 wurden für eine Justizvollzugsanstalt in Rottweil zunächst 400 Haftplätze konkretisiert. Nach mehreren Jahren mit abnehmenden Zahlen gab es im Jahr 2016 wieder einen Anstieg der Gesamtzahl der benötigten Haftplätze. Landesweit ist die Durchschnittsbelegung seit Dezember 2015 um über 500 Gefangene angestiegen. Die aktuelle Belegungssituation im geschlossenen Vollzug ist daher angespannt. Aus diesem Grund ist es notwendig, weitere Haftplätze zu schaffen. Im Jahr 2017 plant das Land nun mit 500 Haftplätzen, um den künftigen Haftplatzbedarf sicher befriedigen zu können.

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    Im geschlossenen Bereich werden Strafgefangene (Gefangene, die rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt sind) und Untersuchungsgefangene (Gefangene, die sich in Untersuchungshaft befinden und die auf ihren Strafprozess warten) untergebracht. Im Freigängerheim, das sich außerhalb der Anstaltsmauer befinden wird, soll Platz für 30 Freigänger entstehen. Freigänger sind besonders ausgewählte Gefangene, die in der Regel einer sozialversichungspflichtigen Tätigkeit außerhalb der Anstalt nachgehen und sich unter der Woche außerhalb der Arbeitszeit im Freigängerheim aufhalten. Die Anstalt wird vor allem für Gefangene aus den Landgerichtsbezirken Rottweil, Hechingen, Konstanz und Waldshut zuständig sein. Für den Bau werden rund zwölf Hektar benötigt. 

    Neben Unterkunftsgebäuden werden auch Gebäude für die Verwaltung und die Bereiche Bildung, Sport und Freizeit sowie für Ver- und Entsorgungseinrichtungen entstehen. Die Sporthalle kann durch benachbarte Kommunen und Vereine genutzt werden.

     

     

     

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