Drei weitere exklusive Turmführungen bietet die Tourist-Information zum Rottweiler Jahr der Türme an. Dabei kann auch das Schwarze Tor von innen besichtigt werden. Foto: pm

ROTTWEIL – Die Tou­rist-Infor­ma­ti­on bie­tet zum „Jahr der Tür­me“ über das gan­ze Kalen­der­jahr hin­weg exklu­siv ganz neue Son­der­füh­run­gen zu und in Rott­weils Tür­men an. „Die Reso­nanz bei den Füh­run­gen ist sehr groß, die Zuhö­rer sind begeis­tert. Die Stadt­füh­rer haben noch wei­te­re Höhe­punk­te in ihrem Pro­gramm“, so Ines Mai­er von der Stab­stel­le Stadt­mar­ke­ting und Wirt­schafts­för­de­rung.

Am Sams­tag, 19. August, ab 16 Uhr steht der Hoch­turm im Mit­tel­punkt. Der um 1225 errich­te­te Turm dien­te als Teil der stau­fi­schen Stadt­be­fes­ti­gung über Jahr­hun­der­te als Wehr- und Wach­turm, aber auch als Gefäng­nis. Mar­kan­tes Zeug­nis dafür ist die noch erhal­te­ne klei­ne Zel­le, die man­chen Besu­cher erschau­ern lässt. Schon im 19. Jahr­hun­dert war der Hoch­turm ein belieb­ter Aus­sichts­turm – ob sich Lud­wig Uhland von der über­wäl­ti­gen­den Sicht auf die mit­tel­al­ter­li­che Stadt und die abwechs­lungs­rei­che Umge­bung auch inspi­rie­ren ließ? Die Besu­cher erwar­tet eine inter­es­san­te Füh­rung in die­sem aus­drucks­vol­len Turm. Als Beson­der­heit darf die sonst nicht zugäng­li­che Turm­hü­ter-Woh­nung in Augen­schein genom­men wer­den.

Vier Wochen spä­ter, am Sams­tag, 16. Sep­tem­ber, ab 16 Uhr gibt es Gele­gen­heit, das Schwar­ze Tor zu erkun­den. Das ursprüng­lich „Wald­tor“ genann­te Tor wur­de unter Fried­rich II. als Teil der Stadt­be­fes­ti­gung erbaut. Unter dem Rott­wei­ler Stadt­bau­meis­ter Hans Weber von Werth ent­stan­den 1571 die bei­den fens­ter­ge­schmück­ten Geschos­se mit dem Stadt­wap­pen und der Turm­uhr, noch auf der Ansicht von Meri­an von 1643 zeigt sich das Tor zin­nen­be­wehrt. Die Legen­de vom Rie­sen Romä­us, der eines Nachts von Vil­lin­gen nach Rott­weil mar­schier­te, dort das Tor aus den Angeln hob und es zurück nach Vil­lin­gen trug, wird heu­te noch in Rott­weil und Vil­lin­gen erzählt. Wenn heu­te am Fas­nets­mon­tag­mor­gen die Glo­cke vom Schwar­zen Tor Punkt 8 Uhr läu­tet, den Rott­wei­lern woh­li­ge Schau­er des Ent­zü­ckens über den Rücken gehen, dann beginnt am Schwar­zen Tor Rott­weils schöns­te Jah­res­zeit…

Ein ganz beson­ders ein­drucks­vol­ler Turm wird am Sams­tag, 30. Sep­tem­ber, um 16 Uhr vor­ge­stellt – der Müns­ter­turm. Der höchs­te Turm der his­to­ri­schen Rott­wei­ler Tür­me ist ein inter­es­san­tes Zeug­nis unse­rer mit­tel­al­ter­li­chen Ver­gan­gen­heit. Was für eine Kata­stro­phe war es gewe­sen, als Hei­lig Kreuz beim gro­ßen Stadt­brand von 1696 so schwer beschä­digt wur­de und die zer­stör­ten Glo­cken die Gläu­bi­gen nicht mehr zum Got­tes­dienst rufen konn­ten! „Las­sen Sie sich die beein­dru­cken­de Geschich­te erzäh­len und ein­fan­gen vom Zau­ber die­ses Tur­mes und sei­ner Ein­zig­ar­tig­keit, der schie­fen Spit­ze“, laden die Rott­wei­ler Stadt­füh­rer ein. Bei die­ser Füh­rung kann der Turm aller­dings nicht bestie­gen wer­den.

Als Abschluss der Füh­rungs­rei­he heißt es am  Sams­tag, 14. Okto­ber, um 17 Uhr: „Schau­ri­ges in der Zel­le“. Auch im Schwar­zen Tor haben sich Gefäng­nis­zel­len erhal­ten, in denen es sich treff­lich gru­seln lässt, wenn span­nen­de und schau­ri­ge Geschich­ten vor­ge­le­sen wer­den. Eine aus­gie­bi­ge Besich­ti­gung des Tores führt die Besu­cher zurück in frü­he­re Jahr­hun­der­te. Und die Stadt­füh­rer ver­set­zen sie lite­ra­risch in die düs­te­re Zeit der Hexen­ver­fol­gun­gen. „Zur Stär­kung gibt es bei die­ser letz­ten Füh­rung Most und Schmalz­brot“, kün­di­gen die Orga­ni­sa­to­ren an.

INFO: Kar­ten zu den Füh­run­gen sind ab sofort in der Tou­rist-Infor­ma­ti­on erhält­lich, Tele­fon 0741/494–280, E-Mail touristinformation@rottweil.de. Alle Infos zu den Ver­an­stal­tun­gen im Jahr der Tür­me unter www.jahrdertuerme.de.