Sonntagsführung: Caspar, Melchior und Balthasar

Anbetung der Könige aus Gottmadingen-Randegg. Altarbild vom Anfang des 16. Jahrhunderts im Dominikanermuseum Rottweil. Foto: Dominikanermuseum

ROTTWEIL – Die ers­te Sonn­tags­füh­rung des Domi­ni­ka­ner­mu­se­ums im neu­en Jahr stellt am 14. Janu­ar die Hei­li­gen Drei Köni­ge in den Mit­tel­punkt. In der über­re­gio­nal bedeu­ten­den Samm­lung Dursch mit ihren 180 Expo­na­ten mit­tel­al­ter­li­cher Sakral­kunst fin­den sich präch­ti­ge Dar­stel­lun­gen mit der Anbe­tung der Köni­ge.

Das Mat­thäu­sevan­ge­li­um berich­tet von den drei Wei­sen aus dem Mor­gen­land, die­se „sahen das Kind­lein, war­fen sich nie­der und brach­ten Gold und Weih­rauch und Myr­rhe“. Schon früh schlos­sen sich an die­se Text­stel­len Aus­deu­tun­gen an. Mat­thä­us berich­tet nur von „Magoi“, Magi­ern, nicht aber von drei. Die Zahl ergab sich aus der Anzahl der Geschen­ke, spä­ter wur­den die Magi­er zu Köni­gen und erhiel­ten ihre uns bekann­ten Namen: Cas­par, Mel­chi­or und Bal­tha­sar. Zahl­rei­che Legen­den erzäh­len das von Wun­dern erfüll­te Leben der drei Wei­sen, ehe ihnen der Weih­nachts­stern erschien.

Drei­kö­nigs­spie­le waren bis in die Neu­zeit beliebt, noch heu­te zie­hen Stern­sin­ger von Haus zu Haus, bit­ten um eine Gabe und seg­nen das Haus. Wäh­rend man in Deutsch­land nach den Weih­nachts- und Sil­ves­ter­fei­ern schon wie­der zum All­tag über­geht und die Geschäf­te die Fas­nets­de­ko­ra­ti­on ange­bracht haben, schla­gen in Spa­ni­en die Kin­der­her­zen höher. Denn noch war­tet man dort gespannt auf die Weih­nachts­ge­schen­ke und die Ankunft der „Reyes Magos“, der Hei­li­gen Drei Köni­ge. Die kom­men genau am Abend des 5. Janu­ar, dem Vor­abend zum Fest der Drei Wei­sen aus dem Mor­gen­land, in nahe­zu alle Dör­fer und Städ­te Spa­ni­ens, prä­sen­tie­ren sich in herr­li­chen Umzü­gen und brin­gen die Geschen­ke mit, die die Kin­der am Mor­gen des 6. Janu­ar end­lich aus­pa­cken dür­fen.

INFO: Treff­punkt zur Füh­rung um 15 Uhr mit Cor­ne­lia Vot­te­ler ist das Foy­er des Domi­ni­ka­ner­mu­se­ums. Kos­ten: zwei Euro zuzüg­lich Ein­tritt.  Kin­der sind frei.