Das MuM, als soziokulturelles Zentrum vom Land gefördert. Allerdings gingen die Gelder auch an den MuM-Verein, nachdem dieser das Gebäude längst der Stadt zurückgegeben hatte. Foto: Moni Marcel

ROTTWEIL – Weil der MuM-Ver­ein vor­aus­sicht­lich kei­nen Lan­des­zu­schuss mehr in Höhe von 16.500 bis 18.000 Euro bekommt, springt die Stadt ein, mit einer Aus­fall­bürg­schaft in Höhe von 10.000 Euro. Den Lan­des­zu­schuss bekam der Ver­ein aus dem Topf für sozio­kul­tu­rel­le Zen­tren.

Eine kurio­se Ange­le­gen­heit, denn der MuM-Ver­ein hat das MuM-Haus am Oms­dor­fer Hang, nach dem er benannt ist, schon vor ein paar Jah­ren an die Stadt zurück­ge­ge­ben, weil ihm der Unter­halt des Gebäu­des zu teu­er und die Arbeit zu viel wur­de. Damals grün­de­ten die Musi­ker, die dort ihre Pro­be­räu­me haben, not­ge­drun­gen einen neu­en Ver­ein, den „Haus für Musik und mehr e.V.“, wie das MuM ja eigent­lich auch heißt, um die Räu­me wei­ter nut­zen zu kön­nen. Der MuM-Ver­ein ver­an­stal­tet also nur noch den Feri­en­zau­ber, gilt aber wei­ter­hin als sozio­kul­tu­rel­les Zen­trum und wur­de bis­lang auch so bezu­schusst.

Auf der Sei­te der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Kul­tur­in­itia­ti­ven und sozio­kul­tu­rel­len Zen­tren (LAKS) steht zu lesen: „Das Rott­wei­ler Kul­tur­zen­trum MuM (Musik und Mehr) ist Anfang der 90er Jah­re aus der Idee der Kin­der- und Jugend­in­itia­ti­ve her­vor­ge­gan­gen, in Rott­weil ein ‚Rock­house‘ auf­zu­ma­chen. Aus dem Rock­house wur­de dann ein ‚rich­ti­ges‘ Kul­tur­zen­trum mit einem Ver­an­stal­tungs­raum, vier Pro­be­räu­men und einem Work­shop­be­reich. Aus­schlag­ge­bend für die Idee eines Kul­tur­zen­trums war der Wunsch, in Rott­weil Kul­tur­ar­beit zu ermög­li­chen, die sonst nicht geleis­tet wer­den wür­de. Wich­tig dabei war und ist die Ver­net­zung: Ver­schie­de­ne Grup­pen, Sti­le, Initia­ti­ven, Ide­en, … Men­schen sol­len sich in einem Haus begeg­nen und ver­knüp­fen. Ein Höhe­punkt ist der ‚Rott­wei­ler Feri­en­zau­ber‘, ein mitt­ler­wei­le drei Wochen andau­ern­des Fes­ti­val in den Som­mer­fe­ri­en. Auf dem Gelän­de rund um den Was­ser­turm gibt es vom Bau­spiel­platz über den Mär­chen­zau­ber­wald bis zu gro­ßen Kon­zer­ten berühm­ter Künst­ler Ange­bo­te für alle Alters­grup­pen.“

Den Bau­spiel­platz gibt es aller­dings schon seit Anfang der Neun­zi­ger­jah­re nicht mehr, als der Feri­en­zau­ber vom städ­ti­schen Kin­der- und Jugend­re­fe­rat an die Trend­fac­to­ry-Macher über­ging, galt er als unan­sehn­lich und wur­de daher abge­schafft. Ver­al­tet ist auch die Adres­se: Als Kon­takt zum MuM ist auf der Web­sei­te der LAKS die Adres­se des Feri­en­zau­bers und die Tele­fon­num­mer der Trend­fac­to­ry ange­ge­ben.

Wie das zusam­men­geht? Kul­tur­amts­lei­ter Mar­co Schaf­fert erklärt es so: „Der Zuschuss war für den Feri­en­zau­ber. Der MUM-Ver­ein war mit Pro­jek­ten und MUM-Haus als sozio­kul­tu­rel­les Zen­trum ein­ge­stuft, daher kam von dort auch die För­de­rung. Der Feri­en­zau­ber ist wie­der­um ein Pro­jekt des MUM-Ver­eins. Da es mitt­ler­wei­le das ein­zi­ge (aber sehr gro­ße) Pro­jekt ist, will es vor­aus­sicht­lich das Land nicht mehr för­dern. Das ist die Befürch­tung. Das Land will sich aber 2018 erklä­ren.“

Vom Ver­ein „Haus für Musik und mehr“, also den tat­säch­li­chen Betrei­bern des MuM, gibt es nur einen knap­pen Kom­men­tar dazu: „Wir bekom­men kei­ne Zuschüs­se, finan­zie­ren uns selbst. Wir haben ande­re Sor­gen.“ sagt Wolf­gang „Champs“ Nie­b­ling vom Vor­stand.