Stadtverwaltung sagt „dem Schantle“ den Kampf an

Er wird deshalb nicht zittern. Er wird wahrscheinlich in sich hinein lächeln, irgendwo da draußen, so sicher, wie er sich nach eigenen Angaben fühlt. Aber die bürgerliche Front gegen den anonymen Hetzblogger von Rottweil, den sogenannten Schantle, wächst. Jetzt hat sich OB Ralf Broß und mit ihm die Stadtverwaltung eingeschaltet. Und sagt dem „Schantle“ den Kampf an.

Rottweil. Bei Nuhr im Ersten, in der NRWZ und dann im Schwarzwälder Boten: Der Rottweil Weblog habe eine ganz andere Plattform bekommen, sagte Oberbürgermeister Ralf Broß in einem sonst noch weitgehend informell geführten Gespräch mit Vertretern der genannten Zeitungen am Donnerstag. Bürgermeister Werner Guhl ergänzte, dass die Zahl der Beleidigungen und Schmähungen, die im „Rottweil Weblog“ veröffentlicht würden, inzwischen drastisch zugenommen und ein nicht mehr erträgliches Maß angenommen hätten.

Die Stadtverwaltung habe bislang die Linie gefahren, dem Weblog keine Beachtung schenken zu wollen, habe auch die allgemeine Aufmerksamkeit dafür nicht steigern wollen. Nun aber sei es an der Zeit, etwas zu unternehmen – mit dem Ziel, die Marke Rottweil von den Veröffentlichungen im Weblog zu lösen. Auch etwa die vorgebliche Herkunft der Tiraden – mit der Adresse Vitrine, Stadtmuseum Rottweil – zu korrigieren.

„Im Gemeinderat hat es ebenfalls das Resümee gegeben, dass wir nun nicht mehr zuschauen sollten, dass wir jetzt als Stadtverwaltung etwas unternehmen müssen“, so Broß.

Das Problem sei die Anonymität, unter welcher der Weblog-Autor arbeite. Ihm beizukommen, sei deshalb schwer, die Stadtverwaltung aber überlege entsprechende Schritte.

Zwischen ihr und den beiden örtlichen Zeitungen gibt es einen Konsens, grundsätzlich gemeinsam an das Thema heran gehen zu wollen.

Befragt von der örtlichen Tageszeitung, haben sich beispielsweise schon Stadträte sowie die evangelische Stadtpfarrerin gegen den Weblog gestellt.

OB Ralf Broß erklärte am Donnerstag, er habe den Weblog die vergangenen Jahre nicht mehr verfolgt, die dort verbreiteten Inhalte „brachten mir keinen Mehrwert“, wie er sagte. Nun aber steht die Kampfansage, sich den mittlerweile nicht mehr zu ignorierenden Inhalten stellen zu wollen.

Wie der Kampf aussehen kann, ist zwischen der Stadtverwaltung und den Lokaljournalisten besprochen worden. Es wurde aber auch vereinbart, vorerst keine Details bekannt zu geben. Das Ziel: den erklärten Gegner nicht in Kenntnis über die Strategie zu setzen.

 

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