Stellungnahme zum Verkehrsversuch in Rottweil: Ein Anfang ist gemacht

Verkehr: Team Radkultur sieht in mehrmonatiger Testphase wichtige Erkenntnisse für zukünftige Entwicklungen

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Zwar liegt die offizielle Auswertung des am 6. Dezember beendeten Rottweiler Verkehrsversuchs bisher nicht vor. Doch das Team Radkultur in der Lokalen Agenda ist überzeugt, dass die über Monate erprobten unterschiedlichen Maßnahmen richtungsweisend sein könnten. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

(Rottweil). Mit dem Versuch sei ein Anfang gemacht, so das Fazit. „Ungeachtet der nachvollziehbar unterschiedlichen Perspektiven von Fußgängern, Rad- und Autofahrern scheint ein größeres Bewusstsein für die jeweiligen Bedürfnisse der anderen Verkehrsteilnehmer geweckt worden zu sein“, meint Michael Bach, der Sprecher des Teams. Dabei seien seit jeher existierende Interessenkonflikte deutlicher zutage getreten – letzten Endes zum Vorteil aller Verkehrsteilnehmer. Denn damit sei eine Diskussionsgrundlage geschaffen worden für Überlegungen, welche Änderungen oder zumindest punktuelle Verbesserungen in die künftige Verkehrsplanung einfließen könnten, ist Bach überzeugt.

„Wir auch immer die im Detail aussehen mögen, haben die provisorisch angebrachten gelben Linien gezeigt, dass sich der Straßenraum ohne größeren Aufwand umgestalten ließe“, stellt Bach fest. Aus Sicht der radelnden Verkehrsteilnehmer hätten besonders die Aufstellflächen an den Ampeln vor der Villa Duttenhofer stadteinwärts – und in Gegenrichtung auf der Hochbrücke – für, zumindest gefühlt, mehr Sicherheit gesorgt. Den Autofahrenden sei gerade hier vor Augen geführt worden, dass sich der Radverkehr in des Wortes eigentlicher Bedeutung häufig an den Rand gedrängt fühle.

„Es sollte überlegt werden, ob sich diese Aufstellflächen an den genannten, und vielleicht auch an anderen Stellen nicht auf Dauer einrichten ließen“, heißt es in der Stellungnahme des Teams. Wobei eine Optimierung dadurch möglich sei, dass diese Flächen – wie bereits in anderen Städten geschehen – rot markiert werden.

Dadurch werde eine deutlich größere Aufmerksamkeit geweckt, wie sich in der ganz neu eingerichteten Fahrradstraße in der Körnerstraße zeige. Die sei ein sichtbarer und erfreulicher Beweis dafür, dass die Stadt den Anliegen des Radverkehrs zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenke.

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4 Kommentare

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Bettina
1 Monat her

Hallo zusammen.
Ich bin Autofahrerin, Vespafahrerin, Radfahrerin und Fußgängerin. Demzufolge sehe ich, wie viele, das ganze aus verschiedenen Perspektiven. Aber egal von welcher Seite ich auf den Verkehrsversuch schaue, komme ich immer zum gleichen Ergebnis. Liebe Radfahrer, ihr seid nicht der Mittelpunkt des Verkehrs. Viele, nicht alle!, fahren, als gäbe es keine anderen Verkehrsteilnehmer. Auch keine Fußgänger und schon gar keine Kinder auf den Gehwegen. Mit dem Liegefahrrad auch gerne mal die Obere Hauptstraße hoch, spielende Kinder sind da egal. Die Fahrradstraße wird ignoriert. Man donnert lieber auf dem Gehweg lang. Da fehlt mir die Akzeptanz. Sicherlich ist das sehr verallgemeinert, darum möchte ich mich bei all den Radfahrern entschuldigen, die einfach Verkehrsteilnehmer sind und ihre Augen und den Verstand offen haben.

mario
1 Monat her

Das mit denn Radfahrer, war eher ein durcheinander…man wußte nie wie man fahren sollte auf die Radfahrer..oder daran vorbei. und nicht das die Radfahrer sich an etwas störten, nein Sie fuhren eh wie Sie wollten kreuz und quer , da schauten wenige auf Markierungen.
im Gegenteil für Autofahrer war es ein durcheinander weiße , Gelbe Streifen und von rechts und links Radfahrer.
Und ich sagte schon anfangs ,,das alles nur gegen Auto Fahrer geregelt würde ..wir Auto Fahrer müssen uns an 20 kmh gewöhnen und Radfahrer fahren wie sie wollen..
Aber egal die da oben machen eh was Sie wollen, da hilft nicht sich aufzuregen, sondern ausschau zu halten ob nicht eine Wohnung in einer anderen Stadt frei wird .

Denn die Rottweil denken eh Sie wüsten ,und können alles ..
meistens entscheiden die Leute heutzutage etwas , die früher sich benommen haben wie die Sau , und heute im Alter möchten Sie es ruhig …und deshalb wir das verboten was damals recht war .

Gruß

Stefan Schneider
1 Monat her
Antwort auf  mario

Volle Zustimmung – viele Radfahrer fahren eh wie sie wollen. Von mir beobachtet:

1) beim Rückwärts einparken hat mich hinter dem Auto noch schnell einer gekreuzt, der nur mit Rückfahrkamera zu sehen war
2) an der Ampel weichen sie gerne auf Fußgängerwege aus, je nach belieben wo gerade freie Fahrt herrscht
3) sie nehmen gerne den Zebrastreifen um danach auf der Straße weiterzufahren
4) ganz militante Radler machen sich breit und fahren in der Mitte der Spur, so dass kein vorbeikommen ist

Achja und nun noch zum eigentlichen Thema. Ich radle auch gerne, aber dafür beanspruche ich nicht die Hauptverkehrsstraßen, sondern fahre gerne kleine Umwege um dem Verkehr aus dem Weg zu gehen. Rottweil sollte nicht alles den Radlern und Fußgängern unterordnen, aber die Stadt sollte durchaus Radwege in ihr Konzept aufnehmen.

Den Radweg in der Körnerstrasse finde ich ein Witz, weil ja wohl die meisten Schüler über die Heerstrasse, Kaiserstrasse oder das Wäldle an die Schulen kommen. Für die Fahrt durch die Stadt wäre m.M.n. die Ruhe-Christi-Straße die bessere Lösung gewesen.

Manne
1 Monat her
Antwort auf  mario

Hallo, ich gebe Ihnen in vielem Recht,
allerdings in den Fahrradhochburgen fahren Sie auch nicht besser Auto. In vielen anderen Städten wird dasselbe Konzept durchgezogen mit dem Ergebnis, dass man, in der Fremde auf das Navi angewiesen, das Ziel nicht mehr findet weil oft sehr schlecht ausgeschildert wurde.
Also am evtl. neuen Wohnort könnte das auch noch kommen.

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