Südfranzösisches Wetter fordert Flexibilität der Reisenden

Die Gruppe des des Rottweiler Freundeskreis Hyères in Südfrankreich. Foto: pm

ROTTWEIL – Vie­le Wege füh­ren von Rott­weil nach Hyè­res und zurück. Der Rott­wei­ler Freun­des­kreis Hyè­res hat davon bei sei­ner Bür­ger­fahrt in den Herbst­fe­ri­en zwei eher unge­wöhn­li­che benutzt: auf der Hin­fahrt ging es wegen der Sper­rung des Schilta­cher Tun­nels über den Foh­ren­bühl und auf der Rück­fahrt über die Schwei­zer Part­ner­stadt Brugg, weil die Stre­cke um Zürich total ver­stopft war.

Mit den bei­den Rei­se­lei­te­rin­nen, der ehe­ma­li­gen und der aktu­el­len Prä­si­den­tin des Rott­wei­ler Freun­des­kreis Hyè­res (RFH), Uta Gab­ler und Mar­got Groß fuh­ren 28 Mit­glie­der des RFH und vier Mit­glie­der der Rott­wei­ler Natur­freun­de in die Part­ner­stadt, wo sie nach fast 13-stün­di­ger ent­spann­ter Fahrt schon von Freun­den vom Comité de Jume­la­ge im Restau­rant La Cou­po­le erwar­tet wur­den.

Wegen des durch­wach­se­nen Wet­ters brauch­te die Grup­pe, die über­wie­gend im Hôtel Ibis Cent­re zen­tral unter­ge­bracht war, viel Fle­xi­bi­li­tät bei der Ent­schei­dung über das für die Tage in Hyè­res geplan­te Pro­gramm, bei dem sie immer von fran­zö­si­schen Freun­den beglei­tet wur­den. Der ers­te Event war ein Gang über den typisch fran­zö­si­schen Markt am Hafen, bei dem sich die Rott­wei­ler u.a. mit Lebens­mit­teln für ein Pick­nick ein­de­cken konn­ten, das aller­dings wegen des feuch­ten Unter­grunds im Hotel statt­fin­den muß­te. So gestärkt ging es zu einer klei­nen, aber aben­teu­er­li­chen Wan­de­rung auf dem Sen­tier du Lit­to­ral (Küs­ten­weg) bei Giens.

Bei einer Stadt­füh­rung durch die Alt­stadt lern­ten die Rott­wei­ler eini­ges über die lan­ge Geschich­te der Stadt Hyè­res, die u. a. eine der ers­ten Städ­te für den Win­ter­tou­ris­mus an der Côte d’Azur war.

Bür­ger­meis­ter Jean- Pierre Giran emp­fing die Grup­pe anschlie­ßend gut­ge­launt im Rat­haus, wo auch Gast­ge­schen­ke aus­ge­tauscht wur­den. Bei einem Apé­ri­tif gab es wie­der die Gele­gen­heit zum Aus­tausch zwi­schen Deut­schen und Fran­zo­sen.

Als Schlecht­wet­ter­pro­gramm wur­de nach­mit­tags die Mine in Le Pra­det besucht, in der bei einer fran­zö­si­schen Füh­rung, die von Gabi Mohm gekonnt über­setzt wur­de, Inter­es­san­tes über den Kup­fer­ab­bau erfah­ren wur­de. Trotz des unsi­che­ren Wet­ters wur­de am nächs­ten Tag die Hyè­res vor­ge­la­ger­te Insel Por­quer­ol­les besucht, wo von einem Teil der Grup­pe das neue, inner­halb von Oli­ven­hai­nen gele­ge­ne, beein­dru­cken­de Muse­um für moder­ne Kunst, die Fon­da­ti­on Car­mignac besucht wur­de.

Die Rott­wei­ler, die schon zuvor Kon­tak­te nach Hyè­res hat­ten, nutz­ten die freie Zeit auch für pri­va­te Ein­la­dun­gen bei den fran­zö­si­schen Freun­den.

Am letz­ten Tag gab es wet­ter­be­dingt wie­der ein Pro­gramm unter schüt­zen­den Dächern: das Wein­gut L’Aumerade im Hin­ter­land von Hyè­res, wo neben einer Wein­pro­be auch eine Gemäl­de- und San­tons- (Krip­pen­fi­gu­ren-) Aus­stel­lung besich­tigt wer­den konn­te. Das Was­ser war in der Zwi­schen­zeit auf den Stra­ßen durch den Regen so hoch gestie­gen, dass die Wei­ter­fahrt zu einer his­to­ri­schen Ölmüh­le auf einer Alter­na­tivstre­cke zurück­ge­legt wer­den muß­te. In der Ölmüh­le erhielt die Grup­pe eine anschau­li­che Füh­rung über die Oli­ven­öl­pro­duk­ti­on frü­her und heu­te (Über­set­ze­rin: die frü­he­re Prä­si­den­tin des Comité de Jume­la­ge Hei­di Kai­ser) und durf­te ver­schie­de­ne Öle pro­bie­ren.

Beim Abschluß­abend im Espace 3000 ver­mit­tel­te die Folk­lo­re­grup­pe „L’Arbanenco” mit ihren wun­der­schö­nen tra­di­tio­nel­len Kos­tü­men durch ihre Lie­der und Tän­ze einen Ein­blick in die pro­ven­za­li­sche Kul­tur. Die Tex­te der pro­ven­za­li­schen Lie­der wur­den von Moni­ka Nagel- Weitz, die auch den Kon­takt zu der Grup­pe her­ge­stellt hat­te, aus dem Fran­zö­si­schen ins Deut­sche über­setzt. Für vie­le der zahl­reich ver­tre­te­nen Hyé­rois war das der ers­te Kon­takt mit der pro­ven­za­li­schen Tanz­grup­pe. Nach kur­zen Reden der Part­ner­schafts­prä­si­den­tin­nen Syl­vie Dal­mas­so und Mar­got Groß (über­setzt von Chris­ti­ne Labor­de) beka­men die Tän­zer und das Comité de Jume­la­ge Geschenk­kör­be mit süd­deut­schen Spe­zia­li­tä­ten.

Auf der Heim­fahrt nahm der Bus auch pro­ven­za­li­sche Pro­duk­te aus Hyè­res mit, die am Stand beim Rott­wei­ler Weih­nachts­markt ver­kauft wer­den. Dank der Son­ne im Her­zen der Teil­neh­mer und der guten Orga­ni­sa­ti­on war die Rei­se ein vol­ler Erfolg.