Wird die Hül­le des Test­turms zur Ein­wei­hung fer­tig oder nicht? Die­se Fra­ge rich­te­ten vie­le Medi­en­ver­tre­ter die­ser Tage an die Pres­se­spre­che­rin Dr. Jas­min Fischer von thyssenkrupp Ele­va­tors. Also lud sie am Don­ners­tag zur Bau­stel­len­be­sich­ti­gung.

Die ganz Muti­gen unter den Jour­na­lis­ten durf­ten am Don­ners­tag durch ein Fens­ter über eine Lei­ter auf die fünf Meter tie­fer lie­gen­de Platt­form klet­tern. Unser Foto­graf Jür­gen Bögelspa­cher hat sich getraut und fas­zi­nie­ren­de Bil­der aus 175 Metern Höhe gelie­fert. Und von Arbei­tern, die hier oben einen wirk­lich har­ten Job machen. Fotos: Jür­gen Bögelspa­cher

Bei der mach­te TKE-Bau­lei­ter Har­dy Stim­mer den ver­sam­mel­ten Jour­na­lis­ten eine Zusa­ge: Zu 99 Pro­zent wer­de man es schaf­fen, den Turm bis fast ganz nach unten zu ver­hül­len. Viel­leicht feh­le die unters­te Rei­he der Mem­bran, und auch die Arbeits-Platt­form könn­te noch dran sein, aber der Anblick, den die Besu­cher haben, die ja in der Rott­wei­ler Innen­stadt fei­ern, ent­spre­che dem, was man ver­spro­chen habe.

Der­zeit lau­fen die Arbei­ten auf Hoch­tou­ren, Tag und Nacht und auch am Wochen­en­de sind die Arbei­ter drau­ßen, bei Wind und Wet­ter. Aber der Wind ist das Pro­blem, denn es gibt kla­re Sicher­heits­vor­schrif­ten: Bläst es mit fünf Metern pro Sekun­de und mehr, dür­fen die Glas­fa­ser­tei­le nicht ange­bracht wer­den. Die­se sind 240 Qua­drat­me­ter groß und wür­den wie rie­si­ge Segel wir­ken. Ab acht Metern pro Sekun­de dür­fen die Frei­klet­te­rer nicht in die Sei­le, das wäre zu gefähr­lich. Und bei 14 Metern pro Sekun­de steigt der Kran aus.

Zu tun gibt es aber auch bei schlech­tem Wet­ter, das konn­ten sich die Besu­cher am Don­ners­tag selbst anse­hen, denn da blies der Wind auch kräf­tig und dazu reg­ne­te es immer wie­der. Die ein­ge­mum­mel­ten Arbei­ter waren den­noch auf der Platt­form zugan­ge, denn es müs­sen ja auch die Stahl­roh­re ange­bracht wer­den, über die die Mem­bran gespannt wird. Und das Span­nen selbst ist auch kein leich­tes Unter­fan­gen: Die Tücher müs­sen ein­ge­fä­delt und dann fest­ge­zurrt wer­den. So fest, dass sich da nach­her nichts mehr bewegt, sagt Frank Höreth von Tai­yo Euro­pe, das Unter­neh­men, das spe­zia­li­siert ist auf sol­che Gebäu­de­hül­len.

Mit sol­chen hat man seit 40 Jah­ren Erfah­rung, aber auf so gro­ßer Höhe wie in Rott­weil hat man noch nie gear­bei­tet. Und das ist auch der Grund dafür, dass es so lan­ge gedau­ert hat. Immer wie­der hat das Wet­ter einen Strich durch die Rech­nung gemacht, auch die wie­der­hol­ten Unwet­ter­war­nun­gen sorg­ten für Ver­zö­ge­run­gen. „Wir haben hoch­mo­ti­vier­te Leu­te hier, aber dann schi­cken wir sie nicht raus!“, sagt Har­dy Stim­mer. Sicher­heit steht eben ganz oben.

Dass die Mem­bran bräun­lich ist beim Anbrin­gen, hat vie­le Beob­ach­ter irri­tiert, im Netz wur­de gar dar­über gewit­zelt, dass es nun wohl Lein­wand gewor­den sei, die mit Tür­ken und Bau­ern bemalt wer­den müss­te. Oder dass die Mem­bran einem Kar­tof­fel­sack gleich­kä­me.

Doch inzwi­schen ist zu sehen, dass sie mit der Zeit bleicht. „Sie wird nach ein paar Wochen rein­weiß sein“, ver­spricht Frank Höreth. Die Fär­bung kom­me davon, dass die Tef­lon­schicht heiß auf das Gewe­be auf­ge­bracht wer­den muss­te. Das UV-Licht der Son­ne aber sorgt dafür, dass sie wie­der hell wird.

Die Poren der Mem­bran sind übri­gens unter­schied­lich groß, die oben am Turm ange­brach­ten Stü­cke haben grö­ße­re als die unten, damit der oben stär­ker bla­sen­de Wind bes­ser durch­geht. Und außer­dem, das wird die Natur­freun­de freu­en, ist die gan­ze Kon­struk­ti­on den Anga­ben zufol­ge so aus­ge­klü­gelt, dass kei­ne Vögel dahin­ter flie­gen kön­nen.