Rott­weil Thea­ter-Ver­ein droht mit har­ten Ein­schnit­ten

Theater-Verein droht mit harten Einschnitten

Rott­weil, 9. Janu­ar (al) – Beglei­tet von Kri­tik und Miss­tö­nen, aber auch von deut­li­cher Unter­stüt­zung für den Kurs den Vor­stands, hat der Zim­­mer­­the­a­­ter-Ver­­ein am Frei­tag­abend einen Schluss­strich unter die Finanz-Que­­re­­len zum Haus­halts­jahr 2013 gezo­gen. Zugleich gab es eine kla­re Ansa­ge an den Gemein­de­rat: Soll­te es kei­ne Zuschüs­se für das Kin­­der- und Jugend­thea­ter geben, dro­hen har­te Ein­schnit­te.

Die Span­nung war mit Hän­den zu grei­fen, als die seit der letz­ten Ver­samm­lung im Novem­ber amtie­ren­de Vor­sit­zen­de Dr. Mecht­hild Wol­ber, die recht kurz­fris­tig anbe­raum­te Sit­zung im Thea­ter­ca­fé eröff­ne­te. Damals war es zu Unstim­mig­kei­ten gekom­men, weil Kas­sen­prü­fer Mar­kus Schell­horn den von Kas­sier Micha­el Glunk vor­ge­leg­ten Zah­len nicht voll zustim­men woll­te.

Schell­horn war zum Ergeb­nis gekom­men, dass das Rech­nungs­jahr 2013 mit einem Defi­zit von rund 88.000 Euro abge­schlos­sen wur­de, Glunk hat­te einen gerin­ge­ren Fehl­be­trag bilan­ziert. Die­se Unstim­mig­kei­ten wur­de nun aus­ge­räumt. Erklärt wur­de die Dis­kre­panz mit dem Unter­schied zwi­schen der Buch­hal­tun­gen und Kon­to­be­we­gun­gen. So hat­te Kas­sier Glunk etwa einen Lan­­des-Zuschuss für die Pro­duk­ti­on „Dan­tons Tod“ in Höhe von 40.000 Euro im Jahr 2013 als Ein­nah­me gebucht, auf dem Kon­to ging der Betrag jedoch erst im Janu­ar 2014 ein.

Das Miss­ver­ständ­nis ist auf­ge­klärt“, sag­te Mar­kus Schell­horn. Gleich­wohl ließ er mit Mimik und Ton­fall erken­nen, dass er den Vor­stand nach wie vor in der Pflicht sehe, den unstrit­ti­gen Teil des Defi­zits zu erklä­ren. Dies belief sich den Zah­len des Vor­stands zufol­ge auf rund 34.000 Euro. Durch die Auf­lö­sung von Rück­stel­lun­gen aus den Jah­ren 2003 und 2004 erschien unter den Zah­len­ko­lon­nen letzt­lich sogar ein rech­ne­ri­sches klei­nes Plus in Höhe von rund 600 Euro.

Mecht­hild Wol­ber leg­te sich sehr ins Zeug, die Zah­len und dahin­ter ste­hen­den Sach­ver­hal­te anhand von Auf­lis­tun­gen und Dia­gram­men zu erläu­tern. So sei­en etwa für die Groß­pro­duk­ti­on „Dan­tons Tod“ Zusatz-Hono­­ra­­re in Höhe von35.000 Euro ange­fal­len. Außer­dem habe man not­ge­drun­gen 16.000 Euro in die maro­de Infra­struk­tur inves­tie­ren müs­sen.

Die gro­ße Mehr­heit der 38 Anwe­sen­den äußer­te an die­ser Argu­men­ta­ti­on kei­ne Zwei­fel. Eine klei­ne Grup­pe um den bis 2012 amtie­ren­den Vor­stand hin­ge­gen hak­te bestän­dig scharf nach, wobei bei­der­seits Gereizt­heit und Anspan­nung deut­lich wur­de. CDU-Stadt­­­rat Gün­ther Pos­selt sag­te, es wür­den „Äpfel und Bir­nen durch­ein­an­der gewor­fen“ und sprach von „buch­hal­te­ri­schen Tricks“, wor­auf jemand im Ple­num „Unver­schämt­heit!“ rief.

Als Hen­ry Rau­ner Mecht­hild Wol­ber vor­warf, sie sei „eine Meis­te­rin im Nebel­ker­zen­wer­fen“, muss­te er dies nach vehe­men­ten Pro­tes­ten zurück­neh­men. Wol­ber kon­ter­te, ein Groß­teil der hohen Aus­ga­ben 2013 beru­he noch auf Ent­schei­dun­gen des bis 2012 amtie­ren­den Vor­stands mit Rau­ner an der Spit­ze. Bei der Fra­ge der Ent­las­tung des Vor­stands stan­den letzt­lich bei einer Ent­hal­tung fünf Nein­stim­men 22 Ja-Stim­­men gegen­über.

Im Mit­tel­punkt des zwei­ten Teils stand die Fra­ge nach der Zukunft des Zim­mer­thea­ters. Mecht­hild Wol­ber leg­te dar, dass die seit 2009 beträcht­lich aus­ge­bau­te Kin­­der- und Jugend­thea­ter­spar­te mit 8.000 Schü­lern, die pro Jahr das Thea­ter besu­chen, erheb­li­che ver­deck­te Defi­zi­te ver­ur­sa­che. Hier­für nicht früh­zei­tig Lösun­gen gesucht zu haben, sei ein schwe­res Ver­säum­nis des bis 2012 amtie­ren­den Vor­stands. „Wer kommt für die sozi­al­ver­träg­li­chen Ein­tritts­prei­se auf?“, spitz­te Wol­ber das Pro­blem zu. Mil­dern soll dies unter ande­rem eine Erhö­hung des Zuschus­ses der Stadt in Höhe von 25.000 Euro über den der Gemein­de­rat am Mitt­woch ent­schei­det.

Der Vize-Vor­­­sit­zen­­de Georg Fröh­lich skiz­zier­te Sze­na­ri­en, wie es mit dem Kin­­der- und Jugend­be­reich wei­ter­ge­hen könn­te. Dabei wur­de gehö­rig Druck auf­ge­baut: Soll­ten die Zuschüs­se nicht auf­ge­stockt wer­den, müss­ten die Ein­tritts­prei­se so erhöht wer­den, dass sie kos­ten­de­ckend sei­en. Letzt­lich lau­fe das dar­auf hin­aus, dass die Schul­ko­ope­ra­tio­nen gekün­digt wer­den müss­ten, unter­strich Fröh­lich.

Zur Fra­ge, wie er bei im Gemein­de­rat bezüg­lich der Zim­­mer­­the­a­­ter-Zuschüs­­­se stim­men wer­de, woll­te sich Gün­ther Pos­selt nicht äußern. FFR-Stadt­­rä­­tin Hei­de Frie­de­richs mach­te deut­lich, dass sie den Zuschuss­an­trag des Thea­ters für ange­mes­sen hält. Das Kin­­der- und Jugend­thea­te­r­an­ge­bot mit den Schul­ko­ope­ra­tio­nen zusam­men­bre­chen zu las­sen, wäre fatal, mein­te sie. Dies war auch weit über­wie­gend die Mei­nung im Ple­num. Es gehe dar­um „eine Bil­dungs­ein­rich­tung der Schul­stadt Rott­weil“ zu för­dern, nicht einen belie­bi­gen Ver­ein unter ande­ren, fass­te Mecht­hild Wol­ber zusam­men. Die Mit­glie­der unter­stütz­ten dies mit einem ein­mü­ti­gen Votum, bei dem es ledig­lich vier Ent­hal­tun­gen gab.

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