Wasserhahn für Warm- und Kaltwasser sowie ein Stück Bleirohr aus „Arae Flaviae“ im Dominikanermuseum: In römischer Zeit war in Rottweil die Ver- und Entsorgung auf dem neuesten Stand der damaligen Technik. Foto: pm

ROTTWEIL – Im Rah­men der monat­li­chen Sonn­tags­füh­run­gen im Domi­ni­ka­ner­mu­se­um berich­tet Inge Mai­er am 16. Juli von der Was­ser­ver­sor­gung und der Abwas­ser­ent­sor­gung in der Römer­zeit. Beginn ist um 15 Uhr.

Vor 100 Jah­ren wur­de in Rott­weil die Klär­an­la­ge in Betrieb genom­men. Das Jubi­lä­um ist Anlass für das Domi­ni­ka­ner­mu­se­um, die schon sehr fort­schritt­li­che Was­ser- und Abwas­ser­ver­sor­gung der Römer ins Blick­feld zu rücken. Die Römer setz­ten dabei Stan­dards, die in Rott­weil erst mit dem Bau der Klär­an­la­ge wie­der erreicht wurden.

Schon vor etwa 2600 Jah­ren war in Rom ein Abwas­ser­sys­tem erbaut wor­den, das Vor­bild für die Städ­te in den Pro­vin­zen war. Im Domi­ni­ka­ner­mu­se­um bele­gen ein Was­ser­hahn für Warm- und Kalt­was­ser sowie ein Stück Blei­rohr, dass sich auch die Erbau­er von „Arae Fla­viae“ an der fort­schritt­li­chen Haupt­stadt des römi­schen Impe­ri­ums ori­en­tier­ten. In Rom gab es öffent­li­che Gemein­schafts­klos, die zum Teil präch­tig aus­ge­stal­tet und ein Treff­punkt vor allem auch für Män­ner geho­be­ner Gesell­schafts­schich­ten waren. Hier erfuhr man Neu­ig­kei­ten und hier konn­te man in jeg­li­cher Hin­sicht „Geschäf­te machen“. Auch in den Mili­tär­kas­tel­len des römi­schen Rei­ches wie etwa in Rott­weil gab es Latri­nen, da der Heer­füh­rung der Zusam­men­hang zwi­schen Hygie­ne und Erkran­kun­gen bewusst war.

Neben der Ent­sor­gung war aber auch die Ver­sor­gung der Sol­da­ten und der Zivil­be­völ­ke­rung mit Was­ser wich­tig und sogar lebens­not­wen­dig. Sie erfolg­te durch Regen­was­ser, das in Zis­ter­nen gesam­melt wur­de oder durch Grund­was­ser über Brun­nen. Teil­wei­se wur­de das Was­ser aber auch von Quel­len über Lei­tun­gen zu den Ver­brau­chern gebracht. Meist wur­de das Schmutz­was­ser auf die Stra­ße gelei­tet, wo es in Abfluss­lö­chern ver­si­cker­te und über Kanä­le aus der Sied­lung oder dem Kas­tell gelei­tet wur­de. Abwas­ser aus Bädern wie dem Rott­wei­ler Römer­bad beim Fried­hof dien­te auch in den Pro­vin­zen zum Spü­len von Toi­let­ten­an­la­gen – ein res­sour­cen­scho­nen­des Kon­zept, das heu­te wie­der auf­ge­grif­fen wird.

INFO: Treff­punkt für die­se Füh­rung ist um 15 Uhr im Foy­er des Domi­ni­ka­ner­mu­se­ums. Kos­ten: Zwei Euro zuzüg­lich Ein­tritt (bis 18 Jah­re kostenfrei).