Rottweiler Trinkwasser ist wieder sauber

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Rottweil. Die Vorgabe zur erhöhten Chlorung des Trinkwassersnetzes in Rottweil sowie in den Ortsteilen Bühlingen und Göllsdorf hat das Gesundheitsamt Rottweil nunmehr aufgehoben. Dies meldete die Energieversorgung Rottweil am Montag, 24. Oktober.

Hintergrund ist der Mitteilung zufolge die abgeschlossene Ursache und deren Beseitigung in der Wasseraufbereitungsanlage. Auch konnten bei der intensiven Beprobung des gesamten Trinkwassernetzes keine Abweichungen gegenüber den Vorgaben der Trinkwasserverordnung festgestellt werden.

Am 21. Oktober gab die Energieversorgung Rottweil (ENRW) Entwarnung für das Trinkwasser. Da die damaligen Laborwerte keine Hinweise auf eine mikrobiologische Belastung im Trinkwasser in Rottweil sowie den Ortsteilen Bühlingen und Göllsdorf gaben, hob das Gesundheitsamt das zunächst erlassene Abkochgebot auf. Dies meldete die ENRW. Sie nannte seinerzeit auch die Bakterienart, die im Wasser gefunden worden ist.

Zusammen mit einem Mikrobiologen vom Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe und dem Gesundheitsamt Rottweil hätten die Mitarbeiter des Energieversorgers die Ursache der Einschleppung der mikrobiologischen Belastung (E. coli, Enterokokken und coliforme Keime) verorten können. Diese hätten “im technischen Bereich der Aufbereitung des Quellwassers im Eschachtal” gelegen, so die ENRW, und hätten kurzfristig beseitigt werden können.

Coliforme Keime können unter anderem Durchfälle, Harnwegsinfekte, Hirnhautentzündungen oder auch lebensbedrohliche Blutvergiftungen hervorrufen. Besonders gefährdet sind Kinder und immungeschwächte Personen.

Die täglich im ganzen Stadtgebiet durchgeführten Kontrollmessungen zeigen seit Dienstag, 18. Oktober keine Überschreitung der mikrobiologischen Parameter mehr an, teilte die ENRW weiter mit.

Zunächst wurde das Trinkwassernetz dennoch weiterhin mit Chlor desinfiziert und intensiv beprobt. Ein leichter Chlorgeruch war nach wie vor nicht auszuschließen. Es wurde darauf hingewiesen, dass die eingesetzten Chlorkonzentrationen zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung führen. Die ENRW bedauert die Einschränkungen der betroffenen Trinkwasserkunden aufgrund des Abkochgebots.

Die entsprechende Entwarnung ist diesmal zeitgleich zu einer Pressemitteilung über die Warnapp Biwapp versandt worden. In der App aber gab es erneut Probleme – so war nach der Vorschau die eigentliche Entwarnung jedenfalls auf Apple-Geräten nicht sichtbar (und ist sie jetzt, knapp eine halbe Stunde später, auch nicht). Die Warnapp Nina meldete erneut … nichts.

Vorsichtsmaßnahme

Bei einer Routineuntersuchung des Trinkwassers war zunächst eine Überschreitung der mikrobiologischen Parameter festgestellt worden. Als Vorsichtsmaßnahme wurde deshalb vom Trinkwasserversorger Energieversorgung Rottweil (ENRW) und dem Rottweiler Gesundheitsamt umgehend ein Abkocherlass für Rottweil-Kernstadt sowie für die Teilorte Bühlingen und Göllsdorf ausgesprochen. Nicht betroffen waren etwa Feckenhausen, Hausen, Hochwald, Neufra, Neukirch, Vaihingerhof und Zepfenhan.

Laut einer Sprecherin der ENRW handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es seien geringe Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt worden. Aktuell laufe die Auswertung eines zweiten Tests. Dennoch habe man sich entschlossen, die Bevölkerung vorsorglich zu informieren. Im Moment fahren Kräfte der Rottweiler Feuerwehr die Straßen ab und informieren die Bewohnerinnen und Bewohner der Durchsage. Dazu werden nach Angaben von Stadtbrandmeister Frank Müller, der den Einsatz mit koordiniert, neue Geräte genutzt, von denen die Rottweiler Feuerwehr drei beschafft hat. Diese sollen künftig in Rottweil selbst, aber auch in Göllsdorf und Neufra vorgehalten werden. Letzteres, weil die beiden Ortschaften öfter von Hochwasser bedroht sind.


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11 Kommentare

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Limani
1 Jahr her

Habe soeben BIWAPP installiert (Android) und lese folgende Meldung: “Entwarnung: Trinkwasser in Rottweil muss vorläufig abgekocht werden”, Datum 17.10.2022. Dieser Text gibt Rätsel auf. Das Wort “nicht” mit einem neueren Datum wäre hilfreich.

Stefan Weidle
1 Jahr her

Na dann ist ja wieder alles gut, man muss ja nicht immer alles komplett hinterfragen und eigentlich reicht es ja auch aus, dass das mit den Lautsprecher Wagen gleich so gut geklappt hat und das der OB das gut Geklappte auch gleich so arg hat loben können und das ist ja auch alles immer so schwer auf dieser Welt und alles wurde richtig gemacht, nur ein kleiner, unbedeutender technischer Defekt, der sich schnell beheben hat lassen, usw., usw., usw….
War da was mit verunreinigtem Trinkwasser? Was weiß ich, ist ja auch schon wieder ne Woche her und bald ist verkaufsoffen und die Traufbeleuchtung ist an Weihnachten immer so schön stimmungsvoll, leider ist die ja jetzt kürzer an….
So sind sie halt, die „Prioritäten“.

Michael Langguth
1 Jahr her

Stichwort Transparenz
Wäre es zuviel verlangt, dass in dieser Situation laufende Analysen veröffentlicht werden? Auch wenn ich erst lernen muss, das Ergebnis zu interpretieren, würde ich gerne die aktuellen Analysen kennen und wissen, welche Werte wie hoch sind und wo die Grenzwerte liegen.

Oder gibt es eine Stelle im Netz, wo man tagesaktuelle Trinkwasseranalysen, ähnlich der Luftmessstationen einsehen kann?

Was heißt geringfügig? Hatten wir schon tagelang 99,8 und heute 100,5%? Oder ist es dramatischer? Gestern durfte ich es noch literweise trinken und heute nicht mehr die Zähne damit putzen und es ausspucken? Das passt nicht zusammen. Natürlich sind Grenzwerte digital und sind einzuhalten. Trotzdem helfen nur die analogen Zahlen dahinter beim Einschätzen der Lage.

Christian
1 Jahr her

Die Klärwerke haben Chemikalienmangel. Und vermutlich wird schon abgeschaltet um Strom zu sparen im Besten Deutschland aller Zeiten
https://pleiteticker.de/chemikalienmangel-in-klaerwerken-4-bundeslaender-setzen-regeln-zur-wasserreinigung-ausser-kraft/

Stefan Weidle
1 Jahr her

Und, was war’s denn, ein Fäkalkeim aus der Landwirtschaft? Der Bericht spricht ja vorsorglich nur von einer geringfügigen Überschreitungen der Grenzwerte, bzw. mikrobiologischen Parametern. Darf ich raten, ist es ähnlich wie im Neckar?

Marvin
1 Jahr her

Veröffentlichung erst NACH der OB-Wahl. Ein Schelm der Böses denkt…

Marvin
1 Jahr her
Antwort auf  Marvin

Der OB ist der Aufsichtsratsvorsitzende und damit Chef der ENRW. Zudem ist die Stadt Eigentümer der ENRW.

Und was sollen die ganzen negativen Bewertungen? Weil ihr es nicht wahr haben wollt???
Fakt ist doch, dass es mindestens 48 Stunden bis zum Messergebnis dauert. Siehe ENRW-Erklärung zur Kontrollmessung am Montag deren Ergebnis frühestens morgen am Mittwoch erwartet wird.

Es liegt einfach nahe, dass man das fiese Messergebnis schon am Wochenende kannte und lieber keine Unruhe bei der OB-Wahl haben wollte. Aber nur pöse Schelme würden so etwas wirklich ernsthaft denken…

Oeer alternativ war die Verunreinigung mindestens seit letzten Freitag da siehe Dauer bis Messergebnis. Kann man sich nun aussuchen, was man beunruhigender findet.

Patrick
1 Jahr her

Stellt sich die Frage warum weder die ENRW noch die Stadt oder der Landkreis in der Lage ist eine solche Meldung bei NINA zu platzieren.

https://warnung.bund.de/meldungen

Im Schwarzwald-Baar-Kreis war dies vor einiger Zeit möglich.

Webmaster
1 Jahr her
Antwort auf  Patrick

Zu den Apps haben wir uns kundig gemacht: Der Landkreis Rottweil hat sich vor Jahren für die Biwapp entschieden. Dort kam die Warnung um 13.20 Uhr. Die Nina App hat nach Angaben eines zuständigen Feuerwehrsprechers bisher die Meldungen aus der Biwapp automatisch übernommen. Heute aus unbekanntem Grund nicht.

Patrick
1 Jahr her
Antwort auf  Peter Arnegger (gg)

Das ist dann leider das nächste Armutszeugnis wenn die Bevölkerung nicht über die definierten Warnkanäle erreicht werden können.
Einmal unabhängig davon ob Biwapp oder Nina, hier https://warnung.bund.de/meldungen taucht zu Rottweil ebenfalls nichts auf und das ist doch hoffentlich die Datengrundlage für alle Apps, oder nicht?

Stellt sich gleich die nächste Frage, warum muss der Bevölkerungsschutz in die Hände eines privaten Unternehmens gelegt werden (Biwapp), wie gut dies funktioniert haben wir doch schon mit Luca gesehen.

Oder wird diese Warnung nur im Premiumabo an NINA übertragen :-)

Ausgewählte Meldungen, die in BIWAPP erstellt wurden, werden nun auch in der NINA-App des BBK veröffentlicht. Landkreise, die wichtige Meldungen oder Warnungen versenden, haben nun eine noch größere Reichweite und somit größere Chance, dass die Warnung viele Bürger erreicht – und das ohne Mehrarbeit für die Landkreise! (Quelle: https://www.biwapp.de/)

Rottweiler Adler
1 Jahr her
Antwort auf  Peter Arnegger (gg)

Hat man gesehen wie der Kreis Biwapp bediente. Zu Corona Zeiten haben andere Kreise ihre Werte Preis. Rottweil hat nichts gemacht.

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