Tumor ließ sich nicht aufhalten: Daniel Djidéré ist am Montag in Kamerun verstorben

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Daniel – der kleine Junge aus Kamerun, viele kennen ihn, viele haben ihm geholfen und viele haben die vergangenen zehn Monate verfolgt, wie es ihm geht. Für alle nun die traurige Nachricht: Der Bub ist am Montag in Kamerun gestorben.

„Ohne Schmerzen und ohne Kampf ist Daniel innerhalb von wenigen Minuten in seinem Bett eingeschlafen und wachte nicht mehr auf“, berichtet die Rottweiler Zahnärztin Houma Kustermann. Sie hatte maßgeblich den Jungen nach Deutschland geholt und versucht, seinen Tumor heilen zu lassen. Weiter erklärt sie, dass den Tod „uns die Ärzte vom Krankenhaus in Meiganga am vergangenen Montag mitteilen“ mussten. Somit ist Daniel bereits drei Wochen nach seiner Rückkehr in seine Heimat friedlich verstorben. Noch am Tag vor seinem Tod sei er auf gewesen, habe gespielt. „Zwar schon etwas müde, aber ohne Schmerzen. Das ist schon etwas tröstlich, dass es ein so friedliches Ende gefunden hatte.“ Kustermann und ihr Partner Jürgen Reiter hatten den kleinen Jungen am 5. Februar dieses Jahres mittels eines Notfallvisums nach Deutschland zur Behandlung gebracht.

Zunächst sahen die Überlebenschancen von Daniel nicht sonderlich gut aus. Aber die Ärzte und das Team von Prof. Dr. Martin Ebinger, leitender Oberarzt der Kinder-Onkologie an der Uniklinik Tübingen, waren schließlich optimistisch, weil der Tumor so gut angesprochen hatte auf die Behandlung mit den Chemotherapien. „Auch Daniel vertrug die Behandlung gut. Das schwer kranke Kind wachte wieder zum Leben auf. Durch alle Chemo-Blöcke hinweg blieb er lebensfroh. Nahezu unkaputtbar“, erzählt Jürgen Reiter.

Die große Empathie und phänomenale Spendenbereitschaft, die Daniels Fall erfahren durfte, machte es möglich, die Kosten seiner Behandlungen an der Universitätsklinik bezahlen zu können.

Ende Juni kam dann der erste Rückschlag. Nach sechs Chemotherapie-Blöcken, berichteten die Ärzte, der Tumor sei immer noch aktiv. Die am 26. Juni geplante Operation konnte nicht stattfinden, drei weitere Chemo-Blöcke waren notwendig. Der Tumor sollte möglichst inaktiv sein, um seine Prognose auf Heilung reell zu halten.

Am 30. August erfolgte dann die Operation. Nach sechs Stunden Operationszeit konnte Prof. Dr. Jörg Fuchs, einer der Neuroblastom Referenz-Chirurgen Europas und leitenden Chefarzt der Kinderchirurgie an der Universitätsklinik Tübingen, mitteilen, dass der Tumor „in toto“, also gänzlich, entfernt wurde. Allerdings sei es nicht einfach gewesen, man hoffe den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben, denn Teile des Tumors waren immer noch aktiv.

Vier Wochen später folgte die geplante EMIBG, die Zerstörung der Tumorzellen durch Bestrahlung, über die Blutbahn. Diese drei Schritte: Chemotherapie, Operation und Bestrahlungen sind die grundlegenden Schritte, um ein undifferenziertes Neuroblastom zu behandeln.

„Nach dem Abschluss dieser Schritte Ende Oktober mussten die behandelnden Ärzte bei den Kontrolluntersuchen feststellen, dass der Tumor sich nicht hatte aufhalten lassen. Im Gegenteil, er zeigte plötzlich hohe Aktivitäten! Das war nicht gut“, so Houma Kustermann.

In Absprache mit Daniels Eltern wurde daraufhin die sofortige Rückreise organisiert, um Daniel noch möglichst viel Zeit mit seiner Familie zukommen zu lassen. Und zu Hause angekommen, blühte er regelrecht auf. Er war wieder der alte, unbeschwerte Daniel. „Wir waren voller Hoffnung, dass es ihm noch lange so geht“, erzählt Kustermann. Dem war aber leider nicht so, er war äußerlich stark, aber seine Blutwerte wurden immer schlechter und so ist er immerhin ohne Leiden gestorben. Salomon, Daniels Vaters sagte dazu: „Wir wurden Zeugen dessen, dass wenn wir Menschen Daniel das Leben hätten schenken können, Daniel das bestmögliche Leben erhalten hätte. Einzig Gott schenkt das Leben. Einzig Gott nimmt es wieder. Gott hat Daniel wieder zu sich gerufen. Wir sind sehr traurig.“

Die enge Helfergruppe um Daniel hat Folgendes formuliert:

Daniel war neun Monate lang mit seinem Vater bei uns. Trotz der Belastungen seiner Behandlung hatte er viele sehr glückliche Momente. Die Solidargemeinschaft, die sich für ihn gebildet hat, hat es ihm ermöglicht eine wunderbare, wenn auch nur kurze, Kindheit erleben zu lassen. Als Menschen sind wir über unsere Möglichkeiten hinausgewachsen, haben einem fremden Kind das alles ermöglicht, was wir nur unseren eigenen Kindern möglich machen würden. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass er nicht mehr leiden muss. Und das Erbe, das er uns hinterlässt: Uns als Gemeinschaft und das Vertrauen, dass er bei Gott ist. Das ist unser Trost.

Info: Am Dienstag, 5. Dezember, um 17 Uhr findet in der Predigerkirche Rottweil ein Gottesdienst für Daniel statt.

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