Offen­bar über­mü­ti­ge Poli­zei­be­am­te haben am Don­ners­tag am Schwar­zen Tor in Rott­weil her­um gebal­lert. Im Ernst. Und mit Strei­fen­wa­gen und Blau­licht. Aber ohne kri­mi­nel­len Hin­ter­grund. Die NRWZ erklärt das Spek­ta­kel. (Update: Die Poli­zei unter­sucht eige­ne Salut-Schüs­se am Schwar­zen Tor Rott­weil).

Don­ners­tag­abend, 20 Uhr. Ein Ehe­paar sitzt im „Cap­puc­ci­no”, die Frau schil­dert der NRWZ per Face­book-Pri­vat­nach­richt, was sie gera­de erlebt hat: „Zwei Poli­zei­au­tos kom­men mit Blau­licht durchs Tor, hal­ten vor dem Cap­puc­ci­no. Beam­te holen ein Gewehr aus dem Auto … schie­ßen zwei­mal in die Luft… und fah­ren mit Blau­licht wei­ter.” Ihr Mann ergänzt spä­ter: „Im Cap­puc­ci­no haben Gäs­te geru­fen, man sol­le schnell die Türe schlie­ßen.” Ob die NRWZ wis­se, was da pas­siert sei, fragt die Frau. Sie selbst habe von der Poli­zei kei­ner­lei Aus­kunft erhal­ten.

NRWZ-Redak­ti­ons­hund Jas­per und sein Herr­chen, der Lokal­re­por­ter, machen sich auf den Weg. In der Obe­ren Haupt­stra­ße reg­net es leicht. Zwei Tech­ni­ker arbei­ten an einer Büh­ne für das Turm­fest am Wochen­en­de. „Ja, es stimmt, da waren Strei­fen­wa­gen der Poli­zei”, bestä­tigt der Chef der Ver­an­stal­tungs­tech­nik-Fir­ma. „Die haben auch geschos­sen”, sagt er wei­ter. Du mei­ne Güte – was war da los?

Das Han­dy des Lokal­re­por­ters klin­gelt. Der Poli­zei­füh­rer vom Dienst ruft zurück. Der Beam­te aus dem Prä­si­di­um Tutt­lin­gen hat­te beim Anruf der NRWZ ver­spro­chen, sich beim Revier Rott­weil schlau zu machen. Im Gegen­satz zur Dame aus der Knei­pe bekommt er natür­lich eine Aus­kunft.

Er bestä­tigt, dass Poli­zis­ten in Rott­weil geschos­sen haben. Und er lacht lei­se. „Da ist ein Kol­le­ge in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det wor­den”, klärt er auf. Die Beam­ten wären mit dem Kol­le­gen und zwei Strei­fen­wa­gen zum Schwar­zen Tor aus­ge­rückt, wären dort aus­ge­stie­gen und hät­ten zum Salut geschos­sen. „Ja, mit einer Schreck­schuss­waf­fe”, so der Poli­zei­füh­rer vom Dienst. Ihm sei gesagt wor­den, dass die Kol­le­gen auch die Pas­san­ten dar­auf hin­ge­wie­sen hät­ten, dass das kein ech­ter Ein­satz gewe­sen sei.

Das hat der Chef der Ver­an­stal­tungs­tech­nik-Fir­ma auch so beob­ach­tet. „Die sind so locker her­um gestan­den, da war mir schnell klar, dass das kein rich­ti­ger Ein­satz gewe­sen ist.” Aber ein biss­chen komisch habe das schon aus­ge­se­hen. Und je nach Blick­win­kel viel­leicht auch gefähr­lich …