NRWZ.de, 8. November 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Unterwegs zu Orten des Friedens

Rückblick auf den interreligiösen Pilgerweg in Rottweil

ROTTWEIL – Eindrücklich gestaltete sich der Auftakt der diesjährigen Rottweiler Reihe Religionen mit einem interreligiösen Friedensweg, der die Teilnehmer zu verschiedenen Orten der Religionen im Stadtgebiet Rottweil führte. Die dahinter liegende Idee: Der Kontakt mit Menschen einer anderen Religion an deren Versammlungsorten verhilft zum Kennenlernen der fremden Religion.

Und das Kennenlernen hilft, Ängste und vor allem auch Unsicherheiten abzubauen. Mit der Zeit entsteht nicht nur ein neues Verständnis, sondern auch die Bereitschaft zum gemeinsamen und konkreten Handeln für die Sache des Friedens vor Ort in Rottweil wie auch in der Welt.

Startpunkt war die Predigerkirche. Pfarrerin Esther Kuhn-Luz wies auf die Gemeinsamkeiten der monotheistischen Religionen hin, um dann auf den Friedensauftrag der christlichen Kirchen einzugehen: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ sagt Jesus in der Bergpredigt. Und er ruft dazu auf, sogar seine Feinde zu lieben. Diese Gedanken begleitete Johannes Vöhringer an der Orgel und mit einem Gebet und dem Kanon „Mache dich auf und werde Licht“ machten sich die Teilnehmer in einer Prozession mit einer Kerze auf den Weg zur nächsten Station, der Gedenkstätte Baumfeld im Nägelesgraben.

Lichterprozession in der Predigerkirche. Foto: pm

Sieben Bäume sind dort 2016 gepflanzt und eine Gedenktafel aufgestellt worden für die Opfer des Holocausts. „Wir dürfen nicht zulassen, dass all dies in Vergessenheit gerät und verdrängt wird und wir sind als Einzelne und als Gemeinschaft aufgerufen, dort einzuschreiten, wo wieder Antisemitismus, Fremdenhass und Gewalt aufzukeimen drohen“, so erinnert Frido Ruf an dieses schlimme Kapitel unserer Zeit.

Segensgebet und Kanon Hewenu Shalom aleichem vor der Synagoge. Foto: pm

Nach ein paar weiteren Gehschritten empfing Tatjana Malafy, die Geschäftsführerin der Israelitischen Kultusgemeinde Rottweil / Villingen-Schwenningen die Beteiligten auf dem Vorplatz der Synagoge mit einem einladenden „Shalom“. Es ist dies der umfassende hebräische Begriff, der zunächst Unversehrtheit und Heil bedeutet. Doch ist mit dem Begriff nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe, und er ist die verbreitetste Grußformel im Judentum. Nach einem Segensgebet und dem Kanon Hewenu Shalom aleichem (Friede sei mit dir) ging die Lichterprozession zur Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde DITIB.

Der Iman rezitierte eine Koransure , die vom Frieden unter allen Menschen, unter allen Religionen spricht. Foto: pm

Dort begrüßte der Vorsitzende Mustafa Keskinsoy die Gäste, bevor der Iman eine Koransure rezitierte, die vom Frieden unter allen Menschen, unter allen Religionen spricht. Zum Abschluss des Interreligiösen Friedenswegs versammelten sich die Teilnehmer am Schwarzen Tor zu einem gemeinsamen Abschlussgebet und einem Segenslied und schlossen damit einen beeindruckenden abendlichen Rundgang durch die Stadt ab.

 

Unterwegs zu Orten des Friedens