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Montag, 17. Februar 2020

Vandalismus: Rottweiler Bücherregal umgeworfen

Das Rottweiler Bücherregal hat die Nacht zum Tag der Deutschen Einheit nicht überlebt. Offenbar Vandalen haben die ehemalige Telefonzelle umgeworfen. Das grün angestrichene Gehäuse ging dabei entzwei.

Update: Die Polizei wurde informiert. Mit vereinten Kräften haben zwei Streifenbeamte das Telefonhäuschen wieder aufgerichtet und sammeln jetzt die Bücher ein. Damit keiner auf die Idee komme, noch mehr kaputt zu machen, erklärte eine Beamtin. Zeugen für den Vorfall gebe es bislang keine.

Kein schöner Anblick am Dienstagmorgen. Während es in Rottweil wie aus Eimern gießt, liegt ein ausrangiertes Telefonhäuschen in der Oberen Hauptstraße. Sein Gehäuse ist an mehreren Stellen zerbrochen. Bücher quellen heraus und liegen im Dreck.

Offenbar mussten Vandalen in der Nacht ihr Mütchen kühlen. Diesmal hat kein Blumentopf dran glauben müssen, diesmal haben sie das grüne öffentliche Bücherregal umgeworfen. Es war offenbar nicht im Boden verankert worden.

Bild aus besseren tagen: das Rottweiler Bücherregal. Foto: privat

Etwas mehr als zwei Jahre hat es damit in der Nische am ehemaligen Postamt gestanden. Seinen Sinn fasste Kulturamtsleiter Marco Schaffert seinerzeit, im August 2015, bei der Einweihung so zusammen: „Das zur Seite gelegte, alte Buch kann wieder lebendig werden und ist anderen von Nutzen.“ Er hatte ein Buch mitgebracht und stellte es ins Regal.

Vom Potsdamer Großfriedhof für ausgediente Telefonzellen wiederbelebt zurück in die Rottweiler Alltagskultur: Diesen abenteuerlichen Weg hatte das öffentliche Rottweiler Bücherregal hinter sich, das mitten im Wochenmarktgewusel eingeweiht worden war. Viele Interessierte standen damals erwartungsvoll drum herum, berichtete der Ortsverein der Grünen seinerzeit. In der Hand hatten sie demnach Tüten mit Büchern, um das neue Bücherregal zu füllen.

Es sollte ein Zeichen gegen verstaubende Bücher sein. Wer Lesestoff benötigte, sollte sich im Rottweiler Regal gratis bedienen können. In einigen deutschen Städten gibt es solche  öffentlichen Bücherregale, etwa auch in Rottweils Narren-Partnerstadt Überlingen.

Das Regal ist gut frequentiert gewesen, immer wieder öffneten Menschen die ehemalige Telefonzelle, um sich drinnen nach einem von ihnen noch ungelesenen Schmöker umzuschauen. Oder sie stellten was neues hinein, ein bereits gelesenes Buch.

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Fotos: gg

 

2 Kommentare

  1. Man weiß gar nicht mehr, was man zu so viel destruktivem Verhalten sagen soll. Wer tut so etwas? Dumme, gelangweilte, irre Menschen? Neider weil selbst Analphabeten? Oder sind es ganz einfach nur bescheuerte „Rundumarschlöcher“ ?

  2. Man weiß gar nicht mehr, was man zu so viel destruktivem Verhalten sagen soll. Wer tut so etwas? Dumme, gelangweilte, irre Menschen? Neider weil selbst Analphabeten? Oder sind es ganz einfach nur bescheuerte „Rundumarschlöcher“ ?

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