Verdiente Pädagogen mit viel Wehmut in den Ruhestand verabschiedet

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Von links: Die zukünftigen Ruheständler Renate Hogg, Elmar Schiller, Martha Kipp und Hans-Jürgen Ramm mit Rektor Willy Schmidt und Konrektorin Stefanie Heß. Foto: KWS

ROTTWEIL – „Ohne euch wird’s ärmer – hier in die­sem Haus, Mann, ihr wer­det uns feh­len – tag­ein tag­aus..“ sang der KWS-Leh­rer­chor frei nach der Melo­die „Hotel Cali­for­nia“ und man­ches Trän­chen muss­te bei aller Vor­freu­de doch ver­drückt wer­den. Denn zum Ende des Schul­jah­res 2016/2017 wur­den an der Kon­rad-Witz-Schu­le Rott­weil zahl­rei­che Lehr­kräf­te, die vie­le Jah­re an der KWS und ande­ren Rott­wei­ler Schu­len unter­rich­tet haben, fei­er­lich und mit viel Weh­mut in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Für Schul­lei­ter Wil­ly Schmidt war es eine gro­ße Ehre, lang­jäh­ri­ge Weg­be­glei­ter für ihr Wir­ken wür­di­gen zu dürfen.

Als sehr enga­gier­ter Päd­ago­ge, all­seits aner­kann­ter Kol­le­ge und wich­ti­ge Stüt­ze der Schul­lei­tung wird Hans-Jür­gen Ramm der KWS-Gemein­de und vie­len Schü­ler­ge­ne­ra­tio­nen in sehr guter Erin­ne­rung blei­ben. Sein beruf­li­cher Weg führ­te den Bade­ner unter ande­rem über Dorn­han, Gölls­dorf und der Schul­lei­tungs­tä­tig­keit an der Deut­schen Schu­le in Washing­ton vor 17 Jah­ren an die KWS.

Seit­her arbei­te­te der viel­sei­tig erfah­re­ne Kol­le­ge im Schul­lei­tungs­team vie­le Jah­re als Koor­di­na­tor der Grund­schu­le, wo er mit dem „Pri­mar­for­scher-Pro­jekt“ das natur­wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten imple­men­tier­te. Die­ses wie­der­um brach­te der Schu­le das begehr­te Prä­di­kat „MINT-freund­li­che Schu­le“ mit einer Aus­zeich­nung des Kul­tus­mi­nis­ters ein. Nach vie­len Jah­ren der erfolg­rei­chen Klas­sen­leh­rer­tä­tig­keit in den Stu­fen drei und vier, lag Ramms beson­de­rer Arbeits­schwer­punkt in der Unter­stu­fe der Werk­re­al­schu­le und in der kon­rek­tor­lo­sen Zeit zusam­men mit Mar­tha Kipp in der stell­ver­tre­ten­den Schulleitung.

An der KWS präg­te er mit sei­nem ganz­heit­li­chen Ansatz nicht nur die päd­ago­gi­sche Arbeit nach­hal­tig, brach­te vie­le metho­disch-didak­ti­sche Impul­se für die Grund­schul­ar­beit über den Klas­sen­raum hin­aus ein und hin­ter­lässt mit dem von ihm ein­ge­führ­ten „Show & Tell“ einen wich­ti­gen Bau­stein im erfolg­rei­chen KWS-Haus-des-Lernens.

Mar­tha Kipp war für Rek­tor Schmidt die von allen Schü­lern, Kol­le­gen und Koope­ra­ti­ons­part­nern sehr geschätz­te enga­gier­te Päd­ago­gin, Leh­re­rin mit Leib und See­le und ein „Pfei­ler der KWS“. Die All­roun­de­rin kam im Rah­men der Umstruk­tu­rie­rung der Haupt­schu­len vor sechs Jah­ren von der Johan­ni­ter­schu­le zur KWS zurück. Hier begann vor 41 Jah­ren ihre beruf­li­che Lauf­bahn, die nur kurz aus fami­liä­ren Grün­den unter­bro­chen wurde.

19 Jah­re lang unter­rich­te­te sie an der Johan­ni­ter­schu­le, auch dort schon mit gro­ßem Erfolg in der nicht immer ein­fa­chen Schul­art – aus­ge­stat­tet mit ihren vor­bild­li­chen Leh­rer­tu­gen­den und einem gro­ßen päd­ago­gi­schen Herz. An der KWS brach­te sich Mar­tha Kipp nicht nur als sehr erfolg­rei­che Klas­sen­leh­re­rin ein, son­dern über­nahm ger­ne noch mehr Ver­ant­wor­tung als Mit­glied des Schul­lei­tungs-Teams. Kom­pe­tent und stets zuver­läs­sig lei­te­te sie die Außen­stel­le der KWS am Stand­ort Johan­ni­ter­ge­bäu­de mit den viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben als viel gesuch­te Ansprech­part­ne­rin für Schü­ler, Lehr­kräf­te und Eltern.

Elmar Schil­ler – für Schul­lei­ter Schmidt ein „Tau­send­sas­sa und Uni­kat“, der in kei­ne der übli­chen Leh­rer-Schub­la­den passt, kam mit meh­re­ren Pro­fes­sio­nen in sei­nem Kom­pe­tenz-Kof­fer nach der Fach­leh­rer­aus­bil­dung von 14 Jah­ren an die KWS. Sein gro­ßes hand­werk­li­ches Geschick, sei­ne Krea­ti­vi­tät und sei­ne Zuge­wandt­heit zu den klei­nen wie den gro­ßen Men­schen an der Schu­le lie­ßen den gelern­ten Zim­mer­mann und aus­ge­bil­de­ten Bus­fah­rer zum viel­fach gesuch­ten und bewun­der­ten „Mann für vie­le Fäl­le“ an der KWS werden.

Unver­ges­sen wer­den die gro­ßen Kunst­ob­jek­te wie die Rie­sen-Amei­se im Park oder die Nana in der Ein­gangs­hal­le blei­ben und an sei­ne Fähig­keit erin­nern, Schü­ler in sei­nen vie­len Pro­jek­ten in den Fächern Tech­nik und Kunst zu ein­ma­li­gen Ergeb­nis­sen zu füh­ren. Höhe­punk­te in sei­nem letz­ten über den Ruhe­stand hin­aus­ge­hen­den Schul­jahr waren auch das viel beach­te­te Thea­ter­pro­jekt „Wenn die Frem­de zur Hei­mat wird“ mit Flücht­lings­kin­dern, das er feder­füh­rend mit dem Zim­mer­thea­ter beglei­te­te, sowie der Bau einer Holz­hüt­te zusam­men mit Schü­lern aus der inter­na­tio­nal besetz­ten Vor­be­rei­tungs­klas­se. Der erfah­re­ne Päd­ago­ge und Hand­wer­ker Schil­ler bleibt nicht nur des­we­gen allen als vor­bild­li­ches Bei­spiel für anstren­gen­de, jedoch gelin­gen­de Inte­gra­ti­ons­ar­beit in bes­ter Erinnerung.

Rena­te Hogg, die vier­te im Bund der „päd­ago­gi­schen Dinos“, wie Schul­lei­ter Schmidt sei­ne schei­den­den Alters-Kol­le­gen lie­be­voll beti­tel­te, been­det nach 41 Jah­ren, ledig­lich unter­bro­chen durch Eltern­zei­ten für ihre vier Kin­der, eine beweg­te Dienst­zeit mit viel­fäl­ti­gen Ver­än­de­run­gen im Bil­dungs­sys­tem und an den Schu­len in Aldin­gen und Göllsdorf.

In der sie­ben­jäh­ri­gen KWS-Zeit war die über­zeug­te Grund­schul­leh­re­rin haupt­säch­lich in den Klas­sen drei und vier ein­ge­setzt. Dort kamen ihre päd­ago­gi­schen Wer­te­vor­stel­lun­gen zur vol­len Gel­tung. Aus­ge­stat­tet mit einem gro­ßen Her­zen für Kin­der und einer christ­li­chen Grund­über­zeu­gung, die sie auch aktiv in der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de lebt, war sie für vie­le Grund­schü­ler wie eine zwei­te Mutter.

Auch im Kol­le­gi­um war sie als Küm­me­rin um die vie­len Klei­nig­kei­ten, die eine tra­gen­de Kol­le­gia­li­tät aus­ma­chen, sehr geschätzt. „Ihr wart der Fels in der Bran­dung, ihr waret der leuch­ten­de Turm, eure gute Lau­ne trotz­te jedem Sturm…“ san­gen die Kol­le­gen aus vol­ler Inbrunst.

Auf wei­te­re Lehr­kräf­te und Mit­ar­bei­ter war­ten ande­re Tätig­keits­fel­der und Dienstor­te. Eles Aiyl­chie­va hat ihren Vor­be­rei­tungs­dienst als Leh­rer­an­wär­te­rin erfolg­reich abge­schlos­sen und erhielt eine Ein­stel­lung in Pforz­heim. Leon Gihr been­det sei­nen schu­li­schen Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst nach erfolg­rei­cher päd­ago­gi­scher Pra­xis und star­tet sein Lehrerstudium.

Joscha Slon­go gab in sei­nem Frei­wil­li­gen Sozia­len Jahr im Rah­men der Tätig­keit bei der HSG Rott­weil sei­ne Sport­be­geis­te­rung an vie­le Kin­der und Jugend­li­che an der KWS wei­ter. Annet­te Simon kehrt nach ihrem KV-Ein­satz an ihre Stamm­schu­le zurück.

Allen dank­te Wil­ly Schmidt für ihre enga­gier­te Arbeit mit und für die KWS-Kin­der und wünsch­te Gesund­heit, Ener­gie und Freu­de im neu­en Lebens­ab­schnitt. Zum Abschied sang das Kol­le­gi­um „Tschüs – Good-Bye, eure KWS-Zeit ist vorbei…“