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Leser Gio­van­ni A. ist ziem­lich genervt. „Schon wie­der eine Bau­stel­le und Dreck”, schreibt er. „Schon wie­der ver­sau­te Weih­nach­ten.” Er schickt ein Bild vom Oms­dor­fer Hang in Rott­weil mit. Und dort wird offen­bar gebud­delt und gebag­gert, als gäb’s kein Mor­gen mehr. Oder viel­mehr: Als wäre über­mor­gen nicht Hei­lig­abend.

Die Bewoh­ner ein­zel­ner Häu­ser am Oms­dor­fer Hang könn­ten nicht mehr raus, „ohne die Schu­he danach weg­zu­wer­fen, weil es unmög­lich dre­ckig ist”, so Gio­van­ni A. wei­ter. Die älte­ren Men­schen mit Geh­stö­cken könn­ten sich gar nicht mehr auf der Stra­ße bewe­gen. „Bei der Bau­stel­le hat man gar nicht an die Bewoh­ner gedacht. Es wer­den Roh­re aus­ge­tauscht. Aber war­um genau zu die­ser ungüns­ti­gen Jah­res­zeit?” Fragt der Leser. Und bit­tet die NRWZ, her­aus­zu­fin­den, wer denn Schuld hat.

Roh­re? Das lässt an den Ener­gie­ver­sor­ger ENRW den­ken. Die NRWZ erreicht deren Pres­se­spre­cher, Dr. Jochen Schicht, im Weih­nachts­ur­laub, er geht trotz­dem ans Han­dy, sagt „ich bin immer erreich­bar.” Im Hin­ter­grund toben Kin­der durch ein Spie­le­land.

Schicht macht sich kun­dig. Es stimmt, in der Erde arbei­ten ENRW-Leu­te, da wer­den Lei­tun­gen erneu­ert. Aber: „Wir sind nicht für die Bau­stel­le ver­ant­wort­lich”, so der Spre­cher des Rott­wei­ler Ener­gie­ver­sor­gers. „Wir haben uns da nur dran gehängt.” Sie hät­ten mit der Wahl der Jah­res­zeit also nichts zu tun.

Die NRWZ fragt bei der Stadt­ver­wal­tung nach. Auch das Rat­haus ist schon ziem­lich ver­waist. Aber Pres­se­spre­cher Tobi­as Her­mann schafft noch und weiß die Ant­wort: Die Bau­ar­bei­ten lie­fen im Rah­men der Stadt­ent­wick­lung in dem Wohn­quar­tier, sagt er. Der zwei­te Abschnitt der Sanie­rung der Gebäu­de und des Umfelds läuft, samt Stra­ßen und Grün­an­la­gen. Es gebe bereits einen neu­en Quar­tiers­platz, einen neu­en Kin­der­spiel­platz.

Amt­lich: Stadt­ent­wick­lungs­maß­nah­me „SSP Sozia­le Stadt – Oms­dor­fer Hang – Frei­raum­ge­stal­tung 2. Bau­ab­schnitt”.

Das ist eine gro­ße Maß­nah­me, die sich über ein Jahr erstreckt”, sagt Her­mann. „Es ist grund­sätz­lich nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die Bau­ar­bei­ten auch über die Fei­er­ta­ge lau­fen.” Es kön­ne sein, dass sie in Ver­zug sei­en, da müs­se man auch über Fei­er­ta­ge mit Belas­tun­gen rech­nen.

Dass sol­che Arbei­ten um Weih­nach­ten her­um eine Belas­tung dar­stell­ten, sieht Her­mann selbst so. „Man wird ver­sucht haben”, sagt er, „das vor Weih­nach­ten ansehn­li­cher zu gestal­ten.” Das scheint am Oms­dor­fer Hang nicht geklappt zu haben. „Da säuft alles im Matsch ab, das sieht man”, sagt auch der Pres­se­spre­cher.
 
Grund­sätz­lich ach­te die Stadt­ver­wal­tung dar­auf, dass Bau­ar­bei­ten ver­träg­lich ablie­fen. Und dass die Beein­träch­ti­gun­gen gera­de an Fei­er­ta­gen erträg­lich sei­en. „Soll­te das schief gelau­fen sein”, erklärt Her­mann, „bit­tet die Stadt­ver­wal­tung die Anwoh­ner um Ent­schul­di­gung.”
 
Er ver­weist aber auch dar­auf: „Wir tun gene­rell Gutes dort, gestal­ten das Quar­tier neu, wer­ten es auf.” Wenn erst­mal alles über­stan­den sei, wenn Stra­ße und Grün­be­reich gemacht und die Kanä­le saniert sei­en, „dann wird das schön.”