Das Landgericht Rottweil. Foto: nrwz

Am fünf­ten Ver­hand­lungs­tag im Pro­zess um den Über­fall auf eine Jog­ge­rin in Schiltach kamen am Don­ners­tag unter ande­rem die Poli­zis­ten zu Wort, die den Ange­klag­ten nach sei­ner Fest­nah­me ver­hört hat­ten. Und wie­der ein­mal wur­de am spä­ten Vor­mit­tag die Öffent­lich­keit aus­ge­schlos­sen. Denn dann soll­te das Mate­ri­al gezeigt wer­den, das die Ermitt­ler auf dem Rech­ner des 24-Jäh­ri­gen gefun­den haben wol­len. Und das waren offen­bar Por­nos, eine gan­ze Men­ge.

Sex­fil­me hat­te der Beschul­dig­te wohl auch am Tat­tag geschaut. Zudem soll er Dro­gen genom­men haben, einen gan­zen Cock­tail: Can­na­bis, hal­lu­zi­no­ge­ne Pil­ze und Ecsta­sy. Er habe alles frei­mü­tig gestan­den, sag­te eine Kri­mi­nal­be­am­tin am Don­ners­tag vor dem Land­ge­richt aus. Der jun­ge Mann sei auch bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den fit gewe­sen, beim stun­den­lan­gen Ver­hör habe er alle Fra­gen beant­wor­tet.

Zwi­schen­drin sei der Satz gekom­men: „Fuck, wie geht es der Frau?” In Bezug auf die mit vier Ham­mer­schlä­gen nie­der­ge­streck­te Jog­ge­rin. Er habe sich dar­an erin­nert, dass die Frau vol­ler Blut gewe­sen sei, berich­te­te die Beam­tin wei­ter.

Ihr Bericht ließ unter den Zuhö­rern wie­der­um den Ein­druck ent­ste­hen, als sei der 24-Jäh­ri­ge neben sich gestan­den, als er sei­nem Opfer mehr­fach den Ham­mer auf den Kopf schlug. Als habe er sich bei dem Ver­bre­chen selbst zuge­schaut. So soll er auch davon gespro­chen haben, dass er den Ham­mer ein­mal gedreht habe, um die Frau nur mit des­sen fla­cher Sei­te zu tref­fen. Und dass er kurz über­legt habe, den Kran­ken­wa­gen zu rufen, nach­dem er gese­hen hat­te, wie ihr das Blut her­un­ter­lief.

Der jun­ge Mann habe mehr­fach erklärt, dass er nie­man­den habe umbrin­gen wol­len, so die Beam­tin bei ihrer Aus­sa­ge wei­ter. Wann er genau wel­che Dro­gen genom­men hat­te, dar­an habe er sich aller­dings nicht mehr genau erin­nert.

Er habe zunächst behaup­tet, die Pil­ze auf einer Wei­de gefun­den zu haben. Im Febru­ar? Dar­über habe sie, die Beam­tin sich gewun­dert, ihm das auch gesagt. Dar­auf­hin habe er spä­ter dann zuge­ge­ben, in der Nacht zuvor nach Offen­burg gefah­ren zu sein, und dort Can­na­bis, Speed, Ecsta­sy und eben die­se Pil­ze gekauft zu haben.

Mit den Pil­zen habe er eine bewusst­seins­er­wei­tern­de Wir­kung, einen spi­ri­tu­el­len Trip, erzie­len wol­len, so die Zeu­gin. Auch Por­nos habe er ange­schaut, das mache er häu­fig, habe er ihr gegen­über ange­ge­ben.

Dann sei er ziel­los durch die Gegend gefah­ren, auch das sei eine Gewohn­heit gewe­sen. Und dann habe er die Jog­ge­rin gese­hen. Den Ham­mer habe er zuvor in sei­nen Kof­fer­raum gelegt, zusam­men mit einer Tasche und einem Gür­tel und einem Brett mit Nägeln.

Einer sei­ner Sät­ze aus dem Ver­neh­mungs­pro­to­koll erschien beson­ders merk­wür­dig: „Zum Glück hat die Frau um Hil­fe geschrien.” Ein Täter, der sein Opfer wäh­rend der Tat vor sich selbst schüt­zen will? Eine gespal­te­ne Per­sön­lich­keit? Man darf ein­mal mehr auf das psy­cho­lo­gi­sche Gut­ach­ten gespannt sein.

Der Pro­zess wird am kom­men­den Mon­tag fort­ge­setzt. Am Mitt­woch könn­te das Urteil gespro­chen wer­den.