Vorschlag: Mit Werbung und finanziellen Anreizen Lehrer nach Rottweil locken

Pressemitteilung des Gesamtelternbeirats der Rottweiler Schulen zum Thema Lehrermangel in Rottweil

Der Gesamtelternbeirat in Rottweil fordert die Stadt auf, mehr für neue Lehrer zu tun. Foto: privat

Leh­rer­man­gel an den Schu­len in Rott­weil sei seit meh­re­ren Jah­ren The­ma. Beson­ders betrof­fen sei­en Grund­schu­len sowie Schu­len für Kin­der mit beson­de­rem För­der­be­darf. Das teil­te der Gesamt­el­tern­bei­rat der Rott­wei­ler Schu­len am Mon­tag mit. Das Gre­mi­um hat zudem einen Lösungs­vor­schlag.

Unter­richts­lö­cher wer­den mit so genann­ten Nicht­er­fül­lern gestopft, Frau­en und Män­ner, die zwar eine päd­ago­gi­sche Grund­aus­bil­dung nach­wei­sen müs­sen, aber kei­ne aus­ge­bil­de­ten Leh­rer sind. Sie leis­ten wert­vol­le Arbeit in den Grund­schu­len, in der Betreu­ung wie in Lern­grup­pen, kön­nen aber kei­nen Leh­rer im Fach­un­ter­richt erset­zen.” So umschrei­ben Gabi Hils und Elke Rei­chen­bach vom Eltern­bei­rats­vor­stand das Pro­blem bis­her.

Die Sta­tis­tik gau­ke­le vor, es fal­le in den Grund­schu­len kein Unter­richt aus. Doch sei­en Grund­schu­len und Ganz­ta­ges­schu­len in Rott­weil ver­pflich­tet, die Kin­der in einem bestimm­ten Zeit­rah­men ver­läss­lich zu betreu­en. Aus­fal­len­de Stun­den wür­den von Leh­rer­kol­le­gen aus ande­ren Fach­be­rei­chen über­nom­men und tauch­ten in kei­ner Sta­tis­tik auf. „Leh­rer schie­ben gro­ße Men­gen an Über­stun­den vor sich her, so die bei­den Bei­rats­vor­sit­zen­den.

In Rott­weil sei­en die Grund­schu­len momen­tan „gera­de so” mit Lehr­per­so­nal ver­sorgt, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung wei­ter. „Das heißt, sie kön­nen den Pflicht­un­ter­richt anbie­ten.” Dar­über hin­aus gehen­de Ange­bo­te wie Schul­chor oder Arbeits­ge­mein­schaf­ten (AG) sei­en in der Pla­nung des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums nicht vor­ge­se­hen. „Sie aber gehö­ren unse­rer Mei­nung nach zur Bil­dung unse­rer Kin­der unab­ding­bar dazu, um allen gleich Chan­cen und eine ganz­heit­li­che Bil­dung zu bie­ten”, so Gabi Hils und Elke Rei­chen­bach. Trä­ten unter den Leh­re­rin­nen und Leh­rern zudem die ers­ten Krank­heits­fäl­le auf, oder gin­gen Leh­re­rin­nen und Leh­rer in Eltern­zeit, sei­en die Grund­schu­len in Rott­weil unter­ver­sorgt, es gibt kei­ne Per­so­nal­puf­fer.

Wir als Vor­stand des Gesamt­el­tern­bei­rats der Rott­wei­ler Schu­len fin­den, dies ist nicht län­ger trag­bar”, schrei­ben die Bei­rä­tin­nen. Das Land reagie­re nicht aus­rei­chend, um den Beruf des Grund­schul­päd­ago­gen attrak­ti­ver zu gestal­ten. Auch kön­ne nie­mand auf die Schnel­le Leh­rer aus dem Hut zau­bern. Daher müs­se der Schul­trä­ger akti­ver wer­den.

Die bei­den mei­nen die Stadt­ver­wal­tung. Sie schrei­ben wei­ter:

Es gilt, die Attrak­ti­vi­tät der Stadt für neu zuge­zo­ge­ne Grund­schul­leh­re­rin­nen und Leh­rer deut­lich zu machen und zu erhö­hen. Denk­bar sind für uns auch Anrei­ze wie Dienst­woh­nun­gen, Tickets für den öffent­li­chen Nah­ver­kehr und ande­re öffent­li­che Ein­rich­tun­gen sowie Unter­stüt­zung bei der Inte­gra­ti­on in die Bür­ger­ge­sell­schaft.

Finan­zi­el­le Anrei­ze und ver­stärk­te Wer­bung am Semi­nar – also im Rah­men der Aus­bil­dung – lock­ten even­tu­ell auch ange­hen­de Gym­na­si­al­leh­re­rin­nen und -leh­rer, nach dem Refe­ren­da­ri­at an einer Rott­wei­ler Grund­schu­le zu blei­ben und sich ent­spre­chend wei­ter zu qua­li­fi­zie­ren. „Dazu soll­ten Ver­tre­ter von Schu­len, Eltern und Ver­wal­tung gemein­sam schnells­ten ein Kon­zept ent­wi­ckeln und umset­zen.”

Info: Am 20. Okto­ber will der Lan­des­el­tern­bei­rat mit der lan­des­wei­ten Akti­on „Wir backen unse­ren Leh­rer“ auf den Leh­rer­man­gel hin­wei­sen. Dabei sol­len Eltern Leh­rer­fi­gu­ren aus Hefe­teig backen und die­se an die Ver­tre­ter der ört­li­chen Schul­trä­ger und des Kul­tur­mi­nis­te­ri­ums über­ge­ben.