NRWZ.de, 8. Juli 2021, Autor/Quelle: Wolf-Dieter Bojus

Warten auf die Förderung

Städtischer Klimaschutz

Die Stadt Rottweil bewirbt sich erneut um die Förderung einer Stelle, um Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Außerdem wird die Stadt den Klimaschutzpakt zwischen Land und kommunalen Landesverbänden mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 unterstützen. Dem stimmte gestern der UBV-Ausschuss des Gemeinderats zu.

Brauchen die Stelle

„Das Ziel ist klar, aber wir müssen den Weg dorthin auf finanzieren“, sagte Oberbürgermeister Ralf Broß. Die Stadt hatte schon vor zwei Jahren bei der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) die Förderung einer Personalstelle „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ beantragt. Dies war aber 2019 abgelehnt worden. „Wir brauchen diese Stelle, sonst können wir diese Aufgaben nicht bewältigen“, betonte Broß. „Eine Vollzeitstelle zur Initiierung und Umsetzung weiterer Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit wie beispielsweise Nachhaltige/faire und globalgerechte Beschaffung in der Stadtverwaltung oder auch die intensive Fortschreibung des Agenda 2030-Prozesses“, so machte Miriam Krumhard als Sachbearbeiterin klar. Die Stelle sei bereits in den Stellenplan aufgenommen, aber wegen der fehlenden Förderung nicht besetzt.

Bewerbung läuft

Inzwischen wurde dieses Förderprogramm der SKEW wieder aufgelegt, und die Stadt hat sich dafür auch beworben, wie Krumhard mitteilte. Ein dreitägiges Antragsseminar habe dazugehört, berichtete sie. Die Bewerbungsfrist laufe bis 31. August, im Oktober rechnet sie mit einem Bescheid. „Diese drei Monate können wir auch noch warten“, merkte Dr. Jürgen Mehl (SPD+FfR) an. „Bei positivem Förderbescheid wäre die Besetzung der Stelle im Frühjahr 2022 denkbar“, berichtete Krumhard.

Leidenschaft und klarer Kopf

Davor hatte Frank Sucker (Grüne) engagiert vorgetragen, was noch alles zu tun ist: „Es braucht Leidenschaft für Klimaschutz, aber auch klaren Kopf!“ So fehle ein energiepolitisches Leitbild der Stadt.

Günter Posselt (CDU) konterte mit einem ebenso engagierten Beitrag und führte an, was schon alles getan wurde. Dass jetzt aber das Tempo der Klimaschutzmaßnahmen angezogen werden müsse, dem stimmte auch er zu.

Reiner Hils (SPD+FfR) hatte angemerkt, nachhaltige Beschaffung sei auch jetzt schon möglich, „da braucht man keine Stelle“. Dies stellte Broß in Abrede.

Bachelor-Arbeit

Die Bachelor-Arbeit „Verbesserung der Nachhaltigkeit von Stadtverwaltungen am Beispiel der Stadt Rottweil“ einer Studentin der Verwaltungshochschule liege inzwischen vor. Sie wird allerdings nicht veröffentlicht. Wir Krumhard berichtete, empfiehlt diese „die Einführung eines neuen (papierlosen) Zeiterfassungssystems oder auch die verstärkte Nutzung eines elektronischen Dokumentenmanagementsystems innerhalb der Stadtverwaltung.“

Warten auf die Förderung