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Rottweil
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Rott­weil Was­ser-Ent­de­cker-Streif­zug mit nas­sen Füßen

Wasser-Entdecker-Streifzug mit nassen Füßen

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ROTTWEIL – „Gewäs­ser­gü­te – gut“ so lau­tet das Ergeb­nis der klei­nen Gewäs­ser­for­scher beim Was­­ser-Ent­­­de­­cker-Streif­zug von BUND, Nabu und Loka­ler Agen­da Rott­weil. Die Eigen­schaf­ten des Was­sers in der Eschach wur­den von den Kin­dern begeis­tert unter­sucht.

Was­ser­tem­pe­ra­tur, Was­ser­här­te, pH-Wert, Nitrat­ge­halt. Immer­hin sind fast alle Lebe­we­sen in Bach und Fluss an bestimm­te Was­ser­wer­te ange­passt und ver­tra­gen nur gerin­ge Schwan­kun­gen. Aber das heißt auch umge­kehrt, dass uns die Tie­re im Bach etwas über die Was­ser­qua­li­tät ver­ra­ten. Sodann gin­gen Kin­der und Eltern voll aus­ge­rüs­tet mit Keschern, Sie­ben, Pin­seln, Wan­nen und Becher­lu­pen in der Eschach auf die Suche nach Klein­le­be­we­sen.

Ent­deckt wur­den Köcher­flie­gen­lar­ven (mit und ohne Köcher), Ein­tags­flie­gen­lar­ven (und aus­ge­wach­se­ne Ein­tags­flie­gen), Fluss­napf­schne­cken, Bach­tau­mel­kä­fer und Pracht­li­bel­len­lar­ven. Nur die aus­ge­wach­se­nen Pracht­li­bel­len, die bei schö­nem Wet­ter oft an der Eschach zu bewun­dern sind, lie­ßen sich bei dem leicht reg­ne­ri­schen Wet­ter nicht bli­cken. Dafür erklär­te Geo­öko­lo­gin Chris­ti­na Kraus den Kin­dern anhand von Fotos die wun­der­ba­re Ver­wand­lung einer Libel­len­lar­ve in eine Libel­le.

„Im Gewäs­ser leben tat­säch­lich oft die Lar­ven, man könn­te sagen die Kin­der, vie­ler Insek­ten – für sie sind die Flüs­se und Bäche das Kin­der­zim­mer“, erklärt Kraus den zwölf teil­neh­men­den Fami­li­en. „So könnt ihr gut ver­ste­hen, war­um es wich­tig ist, die Gewäs­ser sau­ber zu hal­ten – ihr wollt ja auch nicht, dass jemand ein­fach euer Kin­der­zim­mer mit Müll und Abwas­ser ver­schmutzt, oder?“ An einer mit­ge­brach­ten Libel­len­lar­ven­haut (Exu­vie) konn­ten die Exkur­­si­ons-Teil­­neh­­mer die soge­nann­te „Fang­mas­ke“ der ver­sier­ten Unter­­was­­ser-Jäger­be­gut­ach­­ten und staun­ten auch über die Fähig­keit der erwach­se­nen Libel­len, Insek­ten im Flug zu jagen.

Beson­de­ren Spaß hat­ten die Kin­der bei einem Expe­ri­ment, bei denen sie Fich­ten­zap­fen von der Brü­cke wer­fen konn­ten – und dabei lern­ten, dass die Fließ­ge­schwin­dig­keit in der Mit­te des Baches am schnells­ten ist. Die Erwach­se­nen lausch­ten inter­es­siert, als sie erfuh­ren, dass die Eschach in frü­he­ren Zei­ten „gera­de­aus“ bis in die Donau geflos­sen ist, bis sich der Neckar durch rück­schrei­ten­de Ero­si­on in sie hin­ein gegra­ben und sie umge­lei­tet hat. Übri­gens: am Zusam­men­fluss bei Büh­lin­gen führt die Eschach etwa die drei­fa­che Was­ser­men­ge und hat schon viel mehr Kilo­me­ter hin­ter sich als der Neckar. Somit müss­te ab hier der Neckar – eigent­lich – Eschach hei­ßen.

 

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