Feuerwehreinsatz wegen eines Wasserrohrbruchs. Foto: gg

Bei einem Met­all ver­ar­bei­t­en­den Betrieb in Rot­tweil ist es in der Nacht zu einem Wasser­rohrbruch gekom­men. Tausende Liter eines Gemischs mit Bohremul­sion, wie sie beim Drehen und Fräsen zum Kühlen gebraucht wird, set­zten das Gebäude unter Wass­er. Die Feuer­wehr küm­merte sich darum.

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Dem Betrieb­sleit­er war’s gar nicht recht: In sein­er Fir­ma ist am gestri­gen Dien­stagabend unbe­merkt ein Wasser­rohr gebrochen. Am frühen Mor­gen dann die üble Bescherung: In der  Pro­duk­tions- und der Lager­fläche des Betriebs, im Erd- und im Untergeschoss stand teils zen­time­ter­hoch das Wass­er.

Weil offen­bar eine Zuleitung zu ein­er der Maschi­nen geborsten war, ver­mengte sich das Wass­er mit Bohree­mul­sion, einem Kühlschmier­stoff, der eigentlich fachgerecht entsorgt wer­den sollte. Das Kühlmit­tel zählt zu den gefährlichen Abfal­larten.

Deshalb auch der Feuer­wehrein­satz. Zunächst wies Stadt­brand­meis­ter Frank Müller seine Kam­er­aden an, das Kühlmit­tel-Wass­er-Gemisch in großen Kun­st­stoff­tanks zu fan­gen. Dazu wur­den drei Wasser­pumpen im Gebäude verteilt. Müller war anfangs dieses als “Kleinein­satz” und “Hil­feleis­tung” gemelde­ten Fall­es nach eige­nen Angaben etwas anges­pan­nt, der Giftigkeit der Emul­sion wegen.

Dann aber gab laut Müller der Kläran­la­gen­be­treiber ENRW Ent­war­nung: Die Flüs­sigkeit, laut Müller zwis­chen 3000 und 4000 Liter, kön­nten direkt in die Kanal­i­sa­tion entsorgt wer­den, die Kläran­lage käme damit klar.

Die ENRW bestätigt das. Deren Sprech­er Dr. Jochen Schicht auf Nach­frage der NRWZ: “Die Ölkonzen­tra­tion schätzen wir als sehr ger­ing ein” — Bohremul­sion enthält Öl. Da es nicht reg­ne, käme das ver­schmutzte Wass­er aus dem Betrieb direkt über die Kanal­i­sa­tion an. Schicht rech­nete nach Rück­sprache mit seinen Kol­le­gen aus der Kläran­lage mit ein­er Fließ­dauer von etwa 20 Minuten — und aktuell, gut eine Stunde nach Beginn der Ein­leitung, zeigten die Geräte der Kläran­lage keine erhöhte Ölkonzen­tra­tion an. “Es ist alles im grü­nen Bere­ich, die Sit­u­a­tion ist nicht drama­tisch”, so der ENRW-Sprech­er. Die Bak­te­rien der Anlage wür­den gut mit dem Gemisch fer­tig.    

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Also ver­sucht­en die Rot­tweil­er Feuer­wehrleute, die Betrieb­sräume so gut wie möglich trock­en zu leg­en und leit­eten das abgepumpte und aufge­fan­gene Wass­er direkt in die Kanal­i­sa­tion ein. Die Mitar­beit­er des Unternehmens unter­stützten sie dabei tatkräftig.

Die Elek­trik des Gebäudes nahm offen­bar keinen Schaden, auch bestand hier keine Gefahr. Vor Ort war Christoph Wiest von Elek­tro Wiest in Rot­tweil. Er stand im engen Kon­takt mit dem Stadt­brand­meis­ter.

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Stadt­brand­meis­ter Frank Müller. Foto: gg

Unter­dessen lief die Pro­duk­tion weit­er — ein­er der Drehau­to­mat­en arbeit­ete stoisch seine Auf­gaben ab, als beträfe ihn der um ihn herum laufende Ein­satz über­haupt nicht. Nun, genau genom­men tat er das auch nicht.

Die Rot­tweil­er Feuer­wehr war mit elf Mann und drei Fahrzeu­gen vor Ort. Weit­ere Ein­satzkräfte waren nicht von­nöten, es gab keine Ver­let­zten.