Wenn ALBA den Müll beim Ex-Kollegen nicht abholt …

Foto: ALBA
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Ein harscher Brief ist kürzlich bei Bruno Rees gelandet, dem Chef des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft – und bei der NRWZ. Er kam von Hans-Peter Laskus aus Zepfenhan, selbst langjähriger Mitarbeiter des Eigenbetriebs und auf 180, weil sein Sperrmüll teils nicht abgeholt worden war.

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Was war passiert? Den Sperrmüll hatten die Leute vom Entsorger ALBA angeholt. Das angemeldete Altholz aber war liegen geblieben. Und es wurde in anderen Straßen abgeholt, hatte Laskus beobachtet. Und dort sogar in „nicht haushaltsüblichen Mengen“, wie er schreibt. Außerdem würden auch Haus- und Biomüll oft verspätet abgeholt. „Kann sich ALBA alles erlauben?“ fragt Laskus daher.

„Wir haben mit Problemen zu kämpfen“, gibt Bruno Rees im Gespräch mit der NRWZ unumwunden zu. Und das liege am Fachkräftemangel: Die Entsorger fänden einfach keine LKW-Fahrer, laut seinen Informationen fehlten bundesweit 150.000 Kraftfahrer. ALBA habe nun aber Fahrer aus anderen Regionen hergeholt. Der Entsorger verspricht, die Probleme in den nächsten acht bis zehn Tagen in den Griff zu bekommen. Wobei Rees befürchtet, dass auch die neuen Fahrer anfangs Häuser übersehen, „sie sind schließlich nicht ortskundig.“

Die Probleme seien absehbar gewesen, so Laskus, schon im Sommer gab es Ärger wegen nicht geleerter Mülltonnen. Daher habe er im Vorfeld mit ALBA gesprochen und darum gebeten, es besser zu machen. Stattdessen wurde es schlimmer: Viele Fahrer waren im Urlaub, und dann wurden noch einige krank. „Es gab bei ALBA deshalb personelle Konsequenzen“, antwortet Rees.

Der Mangel an Fahrern hat einen recht einfachen Grund: Früher gingen die jungen Männer zum Wehrdienst und machten dort den LKW-Führerschein, und die fehlen nun seit der Abschaffung des Wehrdiensts. Daher, so Rees, biete ALBA inzwischen an, seinen Mitarbeitern die Führerscheinausbildung zu bezahlen.

Rees hofft, dass der Entsorger es nächsten Sommer besser organisiert. „Das ist dann mein letzter”, kündigt er an. „Und danach sitz’ ich dann auch zuhause und greife zum Telefon …“