Kommt gut an: die Vision für ein mögliches Landesgartenschaugelände in Rottweil. Grafik: Planstatt Senner

Kers­tin Win­an­di, Mit­ar­bei­te­rin des Büros Plan­statt aus Über­lin­gen, geriet rich­tig­ge­hend in Ver­zü­ckung, als sie dem Gemein­de­rat die Plä­ne für die Lan­des­gar­ten­schau 2028 vor­stell­te. „Rott­weil hat sein Poten­ti­al noch nicht aus­ge­schöpft”, kon­sta­tier­te sie. „Man müss­te es wach küs­sen.”

Und dann ent­stand vor den geis­ti­gen Augen der Stadt­rä­te die rea­le Visi­on einer Stadt, die bis­her ihre Mög­lich­kei­ten schlicht­weg igno­riert hat. Mot­to „Höher, grü­ner, wei­ter”: Der Neckar wird von der Alt­stadt bis zur Neckar­burg auf elf Kilo­me­ter frei­ge­legt, auf die­se Wei­se erleb­bar und rückt so nähet an die Stadt.

In fast ähn­li­cher Län­ge ent­steht ein Grün­gür­tel bis hin­ein in die Innen­stadt. Beim Bahn­hof ist eine Art Neckar­strand vor­ge­se­hen. Ein zwei­ter Bahn­hof-Hal­te­punkt trans­por­tiert die Besu­cher per Schräg­auf­zug direkt in die Stadt­mit­te. Das Gas­werk im Neckar­tal ver­schwin­det und wird zum Besu­cher­park. Die Dreher’sche Müh­le erblüht zu neu­em Leben. Das Ber­ner Feld wird zum Inno­va­ti­ons­park.

Sie haben ein rie­si­ges Poten­ti­al mit völ­lig neu­en Natur­er­leb­nis­sen”, schwärm­te Win­an­di.

Das alles und noch ein paar Din­ge mehr wären nach ihren Berech­nun­gen für 20 Mil­lio­nen Euro zu rea­li­sie­ren – und Rott­weil müss­te ledig­lich zehn Mil­lio­nen auf­brin­gen, weil die ande­re Hälf­te durch Zuschüs­se rea­li­siert wer­den könn­te. Ins­ge­samt dür­fe man durch­aus mit einer Mil­li­on Besu­cher rech­nen, pro­gnos­ti­zier­te Pla­ne­rin Win­an­di.

Das mach­te Ein­druck. „Ein fas­zi­nie­ren­des Kon­zept”, schwärm­te Inge­borg Gek­le-Mai­er (Grü­ne). Micha­el Ger­lich (FDP) wun­der­te sich. Er hat­te in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der ver­sucht, sei­nen Kol­le­gen die Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil schmack­haft zu machen. Ver­ge­bens. „Bis vor einem Jahr herrsch­te noch Skep­sis, umso grö­ßer ist jetzt die Eupho­rie”, sag­te er. Aber die Pla­nung sei ja auch „mit­rei­ßend”. Arved Sass­nik (SPD) sprach von einem „mär­chen­haf­ten Pro­jekt”.

Wir soll­ten eupho­risch zustim­men”, for­der­te Her­bert Sau­ter (CDU). Da woll­ten dann aber doch nicht alle mit­ma­chen. Her­mann Klein, Ger­lichs Par­tei­freund, bemän­gel­te „die feh­len­den High­lights”. Ande­re bezwei­fel­ten, ob man mit dem Geld wirk­lich aus­kom­me. Fach­be­reichs­lei­ter Her­bert Wal­ter bejah­te das und bezif­fer­te die Fol­ge­kos­ten auf rund 40.000 Euro pro Jahr. Und er wies dar­auf hin, dass schon lan­ge vor der Lan­des­gar­ten­schau ers­te Pro­jek­te umge­setzt wür­den.

Am Schluss sprach sich der Gemein­de­rat dann doch ein­stim­mig dafür aus, dass sich Rott­weil für die Lan­des­gar­ten­schau 2028 bewirbt. Am 22. Dezem­ber war Ein­sen­de­schluss.