Wiesen-Entdecker-Streifzug statt Freibad

ROTTWEIL – „Eigentlich wäre die Landschaft hier bei uns vollständig mit Wald bedeckt“, erklärte Geoökologin Christina Kraus den lauschenden Familien beim Wiesen-Entdecker-Streifzug von BUND, NABU und Lokaler Agenda.

  „Damit das nicht so ist, sondern es auch weite Wiesenflächen gibt, ist ein Lebewesen verantwortlich – wisst ihr, welches?“ Reh – Biene – Wollnashorn – Mensch, so lauten die Vorschläge der Kinder. Richtig, Wiesen gibt es nur durch den Eingriff des Menschen, der den Wald für Weiden und Heu-Wiesen rodete, worauf übrigens heute noch Ortsnamen mit „Reute“ oder „Schwend“ im Namen hinweisen. Nachdem die Kinder Carl von Linné als berühmten Botaniker und einige Pflanzen beim Namen kennen lernten, erfuhren sie auch noch etwas über die verschiedenen Wiesentypen.

Auf einer gedüngten Fettwiese soll möglichst schnell möglichst viel Futter für das Vieh wachsen, jedoch wachsen hier nur einige wenige konkurrenzstarke Arten – gelb ist die dominierende Blütenfarbe. Auf einer nährstoffarmen Magerwiese können hingegen ganz viele verschiedene Pflanzenarten in bunter Blütenpracht nebeneinander existieren. Hier im Eschachtal, wo die spannende und lehrreiche Exkursion stattfand, gibt es auch noch besonders artenreiche Obstbaumwiesen und Wacholderheiden.

Wo es viele Pflanzen gibt, gibt es auch viele Insekten – mit Feuereifer suchten die Kinder bei den heißen Temperaturen des Wochenendes mit Becherlupen ausgestattet nach allem, was auf und unter den Pflanzen krabbelt, springt und fliegt. Bei so vielen Insekten sind die Insektenfresser nicht weit – auch für Vögel, Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien ist das Eschachtal ein Paradies. Beim Abschluss an einem kühlen Fleckchen an der Eschach erhielten die kleinen Entdecker ihr erstes „Wiesenforscher-Diplom“ mit einer Ausrüstungsliste und Basteltipps – so können sie sich am nächsten Regentag auf ihren nächstes Wiesenabenteuer freuen.

 

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