Winterdienst ist bereit: Die kalte Jahreszeit kann kommen

Die Mannschaft des Betriebshofs ist für den Wintereinsatz gut gerüstet. Erstmals setzt der Betriebshof Handgeräte ein, mit denen Sole auf Treppen gesprüht wird. Der Vorteil: Droht Glatteis, können die Treppen so schon im Vorfeld sicherer gemacht werden. Foto: pm

ROTTWEIL — Noch hält sich der Win­ter zurück, der städtis­che Betrieb­shof ist jedoch für die kalte Jahreszeit gerüstet. Nach gelun­genem Test­lauf mit Sole auf Rot­tweils Straßen wer­den dieses Jahr erst­mals auch Trep­pen und Straßenübergänge mit Sole behan­delt.

Im let­zten Jahr wur­den die Straßen teil­weise mit 100 Prozent Sole gestreut. „Diese Streutech­nik eignet sich beson­ders für präven­tive Ein­sätze bei dro­hen­der Reifglätte, Blitzeis und über­frieren­der Nässe“, so Betrieb­shofleit­er Jochen Ruoff. Zuvor hat­te der Betrieb­shof auch schon ein Gemisch mit 30 Prozent Sole und 70 Prozent Trock­en­salz im Ein­satz.

Wir haben let­ztes Jahr sehr gute Erfahrun­gen damit gemacht. Die neue Tech­nik ist deut­lich sparsamer und umwelt­fre­undlich­er. Dieses Jahr soll diese Streutech­nik aus­geweit­et wer­den. Mit Handgeräten, die auf den Rück­en geschnallt wer­den kön­nen, wer­den Trep­pen und Straßenübergänge behan­delt. Auch auf den Straßen der Innen­stadt soll die neue Tech­nik ver­mehrt einge­set­zt wer­den.

Rund 360 Kilo­me­ter Straßen im Blick

Ins­ge­samt küm­mern sich die gut 30 Mann des Betrieb­shofs um rund 360 Kilo­me­ter Straßen und 220 Kilo­me­ter Geh- und Verbindungswege. Bei akutem Schneefall und Glätte ist der Räum­di­enst in der Zeitspanne zwis­chen 3 Uhr und 21 Uhr aktiv. Das Sal­zlager ist gut gefüllt: Zum Beginn der Win­ter­sai­son hat der Betrieb­shof 240 Ton­nen Salz gebunkert. Weit­ere 1000 Ton­nen sind bei einem Zulief­er­er ein­ge­lagert. Der Betrieb­shof ver­wen­det zudem wasser­slös­lichen Splitt aus Lava. Dieser Splitt ist ein Natur­pro­dukt und löst sich zu großen Teilen auf. Das spart Kosten für den Abtrans­port im Früh­jahr und die Straßen­reini­gung, ent­lastet so eben­falls die Stadtkasse und die Umwelt.

Haupt­streck­en haben Vor­rang

Per Gesetz und in einem vom Gemein­der­at beschlosse­nen Win­ter­di­en­st­plan ist genau geregelt, welche Streck­en der Betrieb­shof vor­rangig räu­men muss: In Stufe eins sind alle Orts­durch­fahrten von Bun­des-, Lan­des-, und Kreis­straßen, Straßen mit starkem Gefälle und Straßen mit Buslin­ien zu bedi­enen. Vor­rang haben zudem Straßen zu Hil­f­sein­rich­tun­gen wie Feuer­wehr, Kranken­haus oder Polizei. In Stufe zwei wer­den die übri­gen Straßen (inner­halb geschlossen­er Ort­slage) bedi­ent, allerd­ings erst ab ein­er Schnee­höhe von zehn Zen­time­tern oder wenn langfristig mit Schnee- und Eis­glätte zu rech­nen ist. Und: Wenn die Ver­hält­nisse es erfordern, muss sich der Betrieb­shof umge­hend wieder um die Straßen in Stufe 1 küm­mern.

Auch die Bürg­er sind gefordert

In der städtis­chen Stre­upflicht-Satzung sind die Pflicht­en der Bürg­er geregelt. Die Satzung wurde vom Gemein­der­at beschlossen:

Straße­nan­lieger (Eigen­tümer, aber auch Mieter und Pächter von Grund­stück­en) müssen die Gehwege werk­tags bis 7 Uhr, an Sonn- und geset­zlichen Feierta­gen bis 8 Uhr geräumt und gestreut haben. Wenn nach diesem Zeit­punkt Schnee fällt oder Schnee- bzw. Eis­glätte auftritt, ist bei Bedarf auch wieder­holt zu räu­men und zu streuen. Diese Pflicht endet um 20.30 Uhr.

Zum Streuen ist kein Salz, son­dern umwelt­fre­undlich­es, abs­tumpfend­es Mate­r­i­al wie Sand, Asche, Splitt oder Gran­u­lat zu ver­wen­den.

Darüber hin­aus ist jed­er Bürg­er aufge­fordert, sich den Wit­terungsver­hält­nis­sen anzu­passen und bei Eis und Schnee als Verkehrsteil­nehmer oder Fußgänger beson­ders vor­sichtig zu sein!