„Wir sind gegen diesen Krieg“

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

ROTTWEIL – Die Ortsgruppe von amnesty international, die Eckerwaldinitiative und die Rottweiler „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“ verfolgen laut Pressemitteilung fassungslos und erschüttert die Entwicklung in der Ukraine und in Belarus. Die Gruppen unterstützen die Mahnwache in Rottweil am Mittwoch, 2. März um 18 Uhr vor dem Alten Rathaus, wie auch den Friedensgottesdienst am Donnerstag um 19 Uhr im Heilig Kreuz-Münster.

Amnesty fordert die strikte Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte und den Schutz der Zivilbevölkerung. Die „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“ steht mit den langjährigen Freunden in Belarus seit Kriegsbeginn in engem Kontakt. Die Kleinstadt Luninetz, aus der jahrelang Tschernobylkinder zur Erholung nach Rottweil kamen und seit 1990 viele gemeinsame Projekte mit der Nichtregierungsorganisation durchgeführt werden, liegt nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Sie alle haben Verwandte und Freunde in der Ukraine und erhalten Berichte und Filme, was sich dort abspielt. Olga schreibt, dass  sie die Militärflugzeuge hören und sehen. „Es ist beängstigend, alles ist sehr bedrohlich“. Der Flughafen von Luninetz war zuvor in die Militärmanöver mit einbezogen, nun rückt von Belarus das russische Militär aus und es ist zu befürchten, dass auch belarusische Soldaten in diesem Krieg eingesetzt werden.  Auch Natalija ist in großer Sorge. Sie legt großen Wert darauf für sich und all ihre Freunde deutlich zu machen: „Unsere Menschen wollen keinen Krieg. Wir beten für ein Ende der Feindseligkeiten. Wir hoffen, dass der Verstand gewinnt und alle an den Verhandlungstisch kommen.“ Bei den alten Menschen in Luninetz, schreibt sie weiter,  kommen all die traumatischen Erinnerungen wieder hoch und die Ängste noch einmal Krieg erleben zu müssen. Großes Mitgefühl mit den Opfern hat auch unsere Freundin Irina: „So viele Menschenopfer in der Ukraine, das zerreißt uns das Herz. Wir empfinden Scham und Schmerz“.

Auch in Minsk bei den Partnern haben viele verwandtschaftliche Beziehungen zur Ukraine und enge Freundschaften und hören von ihnen, wie sie verzweifelt versuchen ihre Kinder und Großeltern in Sicherheit zu bringen und für sie einen Weg aus den Kriegsgebieten zu finden.

Sorgen  macht den Partnern auch der Angriff auf das Atomkraftwerk Tschernobyl. Die russischen Truppen übernahmen das 70 Kilometer von Kiew entfernte Gebiet um den zerstörten Atomreaktor von Tschernobyl. Sie kontrollieren die sogenannte Sperrzone und alle Anlagen der Atomruine und der stillgelegten Reaktoren. Es muss befürchtet werden, dass es durch Aufwirbelungen durch die schweren Militärfahrzeuge in der Region  zu erhöhter Radioaktivität gekommen ist.

Svetja zeigt sich außerdem sehr besorgt, dass nach dem Referendum am 27. Februar russische Atomwaffen und Truppen dauerhaft in Belarus stationiert werden könnten. Viele Menschen in Minsk, so berichtet Irina, haben am Tag des Referendums gegen den Ukrainekrieg protestiert mit Blumen der Solidarität an der ukrainischen  Botschaft in Minsk, mit der blau-gelben Fahne und vielen hupenden Autos aus denen die ukrainische Nationalhymne klang. Der Staat reagiert wieder mit vielen brutalen Festnahmen und scharfen Repressionen.

Amnesty international, die Bürgerinitiative und viele Menschen fragen sich, wie man  den Menschen in der Ukraine und den Flüchtlingen jetzt helfen kann. Die Gruppen unterstützen die Mahnwache in Rottweil am Mittwoch, 2. März um 18 Uhr vor dem Alten Rathaus, wie auch den Friedensgottesdienst am Donnerstag um 19 Uhr im Heilig Kreuz-Münster. Die Bürgerinitiative bittet außerdem um Geldspenden an  „Libereco- Partnership for Human Right“ . Libereco ist eine verlässliche Partnerorganisation mit der die Bürgerinitiative schon seit langem zusammen arbeitet, auch bei der Unterstützung der politischen Gefangenen in Belarus und deren Familien. Die Spenden kommen direkt der humanitären Soforthilfe für die Zivilbevölkerung und  Binnenflüchtlinge zugute.  https://www.lphr.org/humanitaere-soforthilfe-fuer-die-ukraine/

 

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken

1 Kommentar

1 Kommentar
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Rottweiler Adler
1 Jahr her

Ich hoffe es sind keine leere Worte …. Wenn man Freunde / Verwandte in der Ukraine hat sollte man auch in Minsk aufstehen und seinen Unmut kundtun. Despoten, Tyrannen haben in der heutigen Zeit keinen Platz mehr. Je mehr aufstehen umso eindringlichrr wird es für die „Herrschaften“

Aktuelle Meldungen

Das Wetter

Rottweil
Leichter Regen
7.8 ° C
10 °
7.2 °
100 %
8.2kmh
100 %
Do
9 °
Fr
5 °
Sa
4 °
So
4 °
Mo
5 °