Wo ist Maria? – Briefaktion für politische Gefangene in Belarus

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Seit drei Jahren sitzt die belarusische Oppositionelle Maria Kalesnikowa unschuldig verurteilt im Gefängnis. Die kleine Hoffnung für sie und alle anderen politischen Gefangenen in den belarusischen Straflagern ist die Weltöffentlichkeit. Die Rottweiler „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“ und die Ortsgruppe von amnesty international führen deshalb am Samstag, 16.September von 8 bis 12 Uhr am Apostelbrunnen auf dem Markt eine Brief-Aktion für Maria Kalesnikowa und den Menschenrechtler Ales Bialiatzki durch und hoffen – wie bei den früheren Aktionen – wieder auf viele Unterstützer.

Rottweil. Die Rottweiler Bürgerinitiative steht seit einigen Jahren im engen Kontakt zur belarusischen Menschenrechtsorganisation „Viasna“. Sie berichtet, dass die Verfolgung politischer Regimegegner seit der brutalen Niederschlagung der Proteste 2020 stark zugenommen hat. Viasna schreibt von heute 1517 gewaltlosen politischen Gefangenen, die in den Gefängnissen unter unmenschlichen Haftbedingungen und Isolationshaft mit Folter und andere Misshandlungen ihr Leben fristen müssen.

Maria Kalesnikowa ist eine der Gefangenen. Sie war bei der Revolution 2020 eine der führenden Frauen in der belarusischen Opposition. Mit ihrer unerschrockenen und unbeirrten Art war sie Vorbild für viele. Für ihren friedlichen Einsatz wurde sie zu 11 Jahren Straflager verurteilt und ist seit September 2020 zu Unrecht und unter unmenschlichen Haftbedingungen inhaftiert. Nach schwerer Krankheit und einer Not-OP wird sie seit Monaten in Einzelhaft und völliger Isolation von der Außenwelt gefangen gehalten. Weder die Familie, noch ihre Anwältin können Kontakt mit ihr aufnehmen, zahlreiche Anfragen an die Gefängnisleitung bleiben unbeantwortet. Die Familie ist in großer Sorge um die Gesundheit und das Leben von Maria.

Ales Bialiatzki, der Gründer von „Viasna“ und Friedensnobelpreisträger des Jahres 2022. Foto: amnesty

Auch Ales Bialiatzki, der Gründer von „Viasna“ und Friedensnobelpreisträger des Jahres 2022, wurde wegen seiner Menschenrechtsarbeit zu 10 Jahren Haft verurteilt und ist seit 14.Juli 2021 in einer Strafkolonie. Besuche und Telefonate sind verboten, Freunde und Familie sind in großer Sorge.

„Von dem Zauber jenes Sommers 2020 ist nicht mehr viel vorhanden, das Land ist erstarrt in Angst“, so die Freunde in Belarus. Wenn man auch nicht viel tun kann, so ist, wie es eine Menschenrechtlerin bei Viasna formulierte, „Nichts zu tun keine Option“. Öffentlichkeit schaffen hilft vielleicht andere am Leben zu halten. Die Organisatoren hoffen deshalb am Samstag auf dem Markt auf reges Interesse.

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