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Mittwoch, 12. August 2020
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    Wohin geht‘s, Rottweil?

    Stadtrat Dr. Jürgen Mehl fühlt sich überrumpelt und sagt: „Wichtiger als Rekord-Rottweil sind maßvolle Ziele“

    Stadtrat Dr. Jürgen Mehl (SPD) kann nicht anders, er fühlt sich überrumpelt. Zu viele spektakuläre Großprojekte würden neuerdings durchgewunken, schreibt er. Der Gemeinderat sei immer noch Herr des Verfahrens, antwortet, von der NRWZ befragt, darauf Ralf Broß. Der Oberbürgermeister wirbt allerdings dafür, die Brücke zu realisieren.

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    SPD-Stadtrat Dr. Jürgen Mehl wähnt die kleine Stadt Rottweil schon in der Gefahr des Größenwahns. Auch, wenn Investoren die Bauten zahlten, gingen die Projekte doch zu Lasten dessen, „was wir an dieser charmanten alten Stadt schätzen und lieben.“ Der Vertreter des Rottweiler Geschichts- und Altertumsverein, der schon den Testturm als unpassend bewertet, erinnert daran, dass der Bockshof einst Friedhof gewesen ist. Dass dort tausende Touristen zur Hängebrücke und zum Testturm trampeln? Für Mehl ein No-Go.

    Es stand auf Seite 12 der 15 Seiten umfassenden Neujahrsrede des Oberbürgermeisters: „Angedacht ist eine rund 900 Meter lange Hängebrücke, die eine Verbindung herstellen könnte zwischen dem Standort des Testturms auf dem Berner Feld und der Innenstadt.“ Elfeinhalb Seiten lang hatte Ralf Broß an jenem Sonntag da schon geredet und nur noch zweieinhalb Seiten vor sich, da bringt er die Hammernachricht des noch jungen Jahres. Anschließend hatten die Rottweiler Stadträte drei Tage Zeit, sich Gedanken zu dem Projekt zu machen. Am späten Mittwochabend wurde es ihnen präsentiert, am Donnerstagmorgen schon der Öffentlichkeit.

    IMG_2308Dem SPD-Stadtrat Mehl (Bild), zugleich Mitglied des Rottweiler Geschichts- und Alterturmsvereins, geht das zu schnell. Deshalb schickte er der NRWZ „ein paar Gedanken in einem Leserbrief“, wie er schreibt, „den ich mir nach der letzten, etwas ratlos verlassenen Gemeinderatssitzung von der Seele schreiben musste.“ Er wehrt sich darin, dass ein Großprojekt nach dem anderen, wie er es empfindet, durchgewunken werde.

    Die NRWZ hat Oberbürgermeister Ralf Broß um Stellungnahme gebeten. Er schreibt: „Selbstverständlich“ sei der Gemeinderat „auch in die weiteren Verfahrensschritte eingebunden und ihm steht letztlich die Entscheidung zu, ob das Vorhaben verwirklicht werden kann.“ Broß zeigt sich überzeugt davon, dass die Brücke „ein ganz entscheidender Baustein der Stadtentwicklung“ sei. Sie sorge dafür, so Broß weiter, „dass die Touristen vom Testturm auf dem Berner Feld auch tatsächlich in unsere Stadt kommen – und das völlig abgasfrei und damit umweltschonend.“

    Der Oberbürgermeister wörtlich (unten ist seine komplette Stellungnahme im Wortlaut): „Die historische Innenstadt braucht solche Impulse, damit wir Geschäfte, Hotels und Gastronomiebetriebe in ihrem Bestand sichern und weiterentwickeln und neue Betriebe ansiedeln können.“

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    Mehls Brief im Wortlaut:

    Nachts um 23 Uhr wird der Gemeinderat über die geplante Brückenverbindung vom Thyssenturm zur Kernstadt informiert. Am nächsten Morgen die Pressekonferenz, ein Video erscheint auf YouTube und alle Welt erstaunt. Das Medienecho hallt überregional, ja national und verkündet die längste Fußgängerhängebrücke der Welt in Rottweil. Kann man das Projekt jetzt überhaupt noch ablehnen, ohne die Stadt zu blamieren?

    Im SWR-Fernsehen heißt es, nun entstehe ein neues Rottweil, nach der römischen Altstadt, der fränkischen Mittelstadt, der spätmittelalterlichen Kernstadt ein viertes Rottweil rund um den Thyssenturm, ein Zentrum für die Region.

    Und die Stadt müsse die Fenster aufmachen und durchlüften, die Stadt fange jetzt an zu pulsieren.

    Haben wir denn bisher in einem miefigen und pulslosen, einem toten Rottweil gelebt? Müssen wir selbst erweckt werden?

    Um das rechte Maß und das richtige Ziel geht es in der Kommunalpolitik.

    Soll hier ein spektakuläres Großprojekt nach dem anderen durchgewunken werden, nach der höchsten Aussichtsplattform vor der Alb, der modernsten JVA im Grünen nun die längste talüberspannende Fußgängerbrücke? Rottweil als neues Mekka der Guinnessbuch-Jünger, wo alle Nase lang Rekorde purzeln? Ein kleiner Europapark am oberen Neckar für jährlich 100.000 Event-Touristen, die fortan nicht nur zur Fasnetszeit, sondern nach einem Höhen- und Tiefenrausch über Turm und Tal tagtäglich in die Stadt strömen?

    Wähnen wir uns in Rottweil größer als wir sind? Oder sind wir einfach doch Provinz und sollten dazu auch stehen? Denn alles hat eben seinen Preis, selbst wenn ein Investor sechs Millionen Euro für die neue Hängebrücke übernimmt: Eingreifende bauliche Maßnahmen zahlen wir alle – sie gehen auf Kosten dessen, was wir an dieser charmanten alten Stadt schätzen und lieben. Eine ihrer letzten idyllischen Ecken mit einmaligem Blick von der Stadtmauer ins grüne Neckartal ist der Bockshof, der alte Gottesacker von St. Lorenz. In seiner Erde liegen die Gebeine unserer Urahnen aus fast 300 Jahren. Eine dort beginnende Fußgängerbrücke zum Thyssenturm benötigte zur Verankerung Grundpfeiler tief im Boden (in Reutte sind es 17 Meter), ein Touristenrummel am Brückenportal wäre das Ende der friedlichen Ruhe. Der Bockshof ist ein No-Go für den Skywalk.

    Unkritischer Fortschrittsglaube macht auch in der ältesten Stadt Baden-Württembergs blind.
    Schon jetzt, heißt es, blicken wir mit Scheuklappen zum goldenen Kalb auf dem Berner Feld und warten gebannt, bis wir ab 2017 mit dem neuesten Aufzug wie an Rapunzels Haar in nie geahnte wirtschaftliche Höhen gelangen. Dabei hat Rottweil (und die Region) auch noch viele andere schöne Töchter, die mehr als eine stiefmütterlich empfundene Behandlung und auch Beachtung im städtischen Haushalt verdienen.

    Sicherlich streichelt der Medienhype um die neuerdings regelmäßig gelandeten Rottweiler Coups unsere lokalpatriotische Seele. Wichtiger als Rekord-Rottweil sind allerdings maßvolle Ziele. Sie lassen uns die Dinge bewahren, deretwegen wir gerne in dieser Stadt leben und wurzeln.

    Die Antwort des Oberbürgermeisters

    Die NRWZ hat den Brief von Stadtrat Dr. Jürgen Mehl am Dienstag an die Stadtverwaltung weiter geleitet und um eine Stellungnahme gebeten. Oberbürgermeister Ralf Broß antwortete selben Tags wie folgt:

    Bevor wir die Brücke gemeinsam mit dem Investor und dem Projektentwickler der Öffentlichkeit vorgestellt haben, wurde der Gemeinderat umfassend über das Projekt informiert. Eine Erstinformation erfolgte übrigens bereits im Sommer 2015 bei der Vorstellung des Projektplans Verbindung Stadt – Turm durch Herrn Lomsky (gemeint ist André Lomsky, Wirtschaftsförderer der Stadt, Anm. d. Red).

    Selbstverständlich ist das Gremium auch in die weiteren Verfahrensschritte eingebunden und ihm steht letztlich die Entscheidung zu, ob das Vorhaben verwirklicht werden kann. Ich persönlich bin davon überzeugt: Die Brücke ist ein ganz entscheidender Baustein der Stadtentwicklung. Sie sorgt dafür, dass die Touristen vom Testturm auf dem Berner Feld auch tatsächlich in unsere Stadt kommen – und das völlig abgasfrei und damit umweltschonend.

    Die historische Innenstadt braucht solche Impulse, damit wir Geschäfte, Hotels und Gastronomiebetriebe in ihrem Bestand sichern und weiterentwickeln und neue Betriebe ansiedeln können. Nur wenn es uns gelingt, die alte Stadt mit neuem Leben zu füllen, werden wir sie auch in der Substanz erhalten können. Dabei gilt es keine Zeit zu verlieren, denn die Chancen eröffnen sich uns im Hier und Heute, nicht irgendwann in der Zukunft, weil wir jetzt dank des Testturms interessant für Investoren sind.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Dabei müssen wir auch den Mut zu Veränderungen haben. Gustav Heinemann hat einmal gesagt: „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“ Dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten ist heute aktueller denn je.

     

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