Zukunft der Stadt gestalten

Jugendbeteiligung: Auftakt an der Erhard-Junghans-Schule

SCHRAMBERG  (him) – Kurz nach acht. Vor der Mensa der Erhard-Junghans-Schule (EJS) bildet sich eine Traube von Schülern. Sie wollen zur  Auftaktveranstaltung der Jugendbeteiligung in die Mensa. Oberbürgermeister Thomas Herzog bahnt sich schließlich den Weg durch die Schülerschar, denn er soll zu Auftakt sprechen.

Schließlich  sind die Acht- bis Zehntklässler alle im Raum, haben  einen Stuhl an einem der elf Tische gefunden. Im Rahmen der Entdeckertage werden sie sich den Vormittag über mit Schramberg befassen und überlegen, wie sie „die Zukunft der Stadt gestalten“ wollen. Nicole Marte-Nick, Vertrauens- und Gemeinschaftskundelehrerin, heißt Herzog willkommen. Dass er gekommen sei, zeige, wie wichtig der Stadt die Jugendbeteiligung sei.

Herzog bestätigt das. Schon in seiner Jugend habe es die Jugendbeteiligung gegeben, damals als Stadtjugendring. Später arbeitete ein Jugendgemeinderat. Und nach seinem Amtsantritt 2011 habe sich das Siju gegründet. Allen diesen Projekten mangelte es aber an Kontinuität. „Alle sind leider eingeschlafen“, so Herzog. „Wir versuchen jetzt den ‚Schramberger Weg‘ über die Schulen, die Schulsozialarbeiter und die Gemeinschaftskundelehrer.“

Herzog bat die Schüler, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn nicht alles sofort umgesetzt werde. „Es sind für den Gemeinderat und die Verwaltung wichtige Impulse, was Ihr vorschlagt.“ Als Beispiel nannte Herzog die Diskussion um die Zukunft des Lichtspielhauses. Das könnte bei einem Schulcampus an der Graf-von-Bissingen-Straße mit einbezogen werden „als Versammlungsstätte für die Schule und abends für die Stadt.“

Umfrage unter Schülern: Manche haben Angst

In den vergangenen Tagen hatten sich 182 Schülerinnen und Schüler an einer Umfrage  „Deine Stimme – Baden-Württemberg“ beteiligt. Darin konnten die Jugendlichen ihre Meinung zu ihrer Stadt äußern. Die Lehrerin Elisabeth Winter stellte die Schramberger Ergebnisse vor. Demnach leben immerhin  150  der antwortenden 182 Jugendlichen gern in der Stadt. Aber so arg ernst genommen fühlen sich die Jugendlichen bislang nicht.

Sehr zufrieden sind sie mit der Jugendarbeit in den Vereinen. Beim Thema Disco und Kino sehen sie Nachholbedarf. Gefragt, ob sie sich sicher fühlen, sagten zwar die meisten, sie fühlten sich sicher. Aber  immerhin 31 kreuzten an, sie hätten Angst oder gar große Angst. Ein Drittel gab an, schon mal bedroht worden zu sein. Und jeder sechste, er sei auch schon geschlagen worden. “Da müsste sich was ändern“, findet Winter.

Jugendneujahrsempfang am  26. Januar

Mit Spielen und Diskussionsrunden erarbeiteten die Schülerinnen und Schülerzahlreiche Fragen an die Stadt und den OB. Sie befassten sich an den Tischen mit Flucht und Integration, diskutierten  über Wahlen ab 16 und erforschten, wie Jugendbeteiligung anderswo gehandhabt wird.

Bei einem Jugendneujahrsempfang am Freitag, 26. Januar in der Szene 64 sollen dann  die Jugendlichen die Ideen aus den Schulen mit  Gemeinderäten Verwaltungsleuten und OB diskutieren.

 

 

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