Die Stadtverwaltung Schramberg hat nachgerechnet und das Ergebnis ist eindeutig: Schramberg kann sich den Schulneubau – egal ob im Tal oder auf dem Sulgen – nicht leisten. Mit dieser ernüchternden Erkenntnis wurden am Donnerstagabend Gemeinderäte und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im großen Sitzungssaal des Schamberger Rathauses konfrontiert, wenn sie es nicht bereits zuvor in der Gemeinderatsvorlage gelesen hatten.

Sicher ist bisher nur, dass die Realschule erhalten werden soll, so das Mehrheitsvotum von Freier Liste und CDU. Was aus der Gemeinschaftsschule und der Werkrealschule wird, ist erst einmal offen. Einigkeit bestand im Rat darüber, dass man dem Vorschlag von Udo Neudeck (Freie Liste) folgen wird, ein oder zwei Experten aus der Schulverwaltung und am besten aus dem Kultusministerium einzuladen, um zu erfahren, wohin die schulpolitische Reise geht. Anschließend sollen die Ergebnisse dieses Gesprächs in einer Schramberger Expertenrunde aufgearbeitet werden.

Udo Trost, Schulleiter der Erhard-Junghans-Schule (dem Verbund aus Realschule und Gemeinschaftsschule) hatte davor dafür geworben, den Schulverbund in Ruhe weiterarbeiten zu lassen. Von den insgesamt fünf Jahren, die dem Verbund zunächst gegeben wurden, um dann zu sehen, wie es weitergeht, ist erst die Hälfte rum. Trost erinnerte daran, dass die Arbeitsgruppe zur Schulentwicklung einstimmig festgelegt hat, dass die Erhard-Junghans-Schule an einem Standort zusammengeführt werden soll und eine zentrale Werkrealschule in Schramberg bestehen soll. „Mich stört die Diskussion um die Schulen“, ärgerte sich Trost. Und weiter: „Jedes Jahr dieser Diskussion kostet uns Schüler.“ Dies belegte er auch mit Zahlen: „Wir sind mit 100 Schülern in den fünften Klassen gestartet und sind nun bei 60.“ Er appellierte, die Schule in Ruhe arbeiten zu lassen. Wenn man dann nach dieser Zeit sehe, dass die Gemeinschaftsschule einzügig bleibt, ist er bereit auf diese Schulart zu verzichten.

Gerhard Nöhre, Geschäftsführender Schulleiter der Schramberger Schulen und Rektor der Grund- und Werkrealschule Schramberg-Sulgen, stimmte Trost zu. Nöhre weiß von den Eltern, dass die Werkrealschule gebraucht wird: „Die Schullaufbahnkorrektur nimmt zu.“

Die Diskussion im Gemeinderat machte die Unterschiede deutlich. So war der Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht der Übergang von einer Planung mit einem 40 Millionen-Euro-Schulneubau zur Streichung einer Schulart zu heftig. Fraktionsvorsitzende Tanja Witkowski warb im Namen ihrer Fraktion dafür, erst einmal auf der Grundlage der beiden günstigsten Varianten aus dem vorliegenden Gutachten, zu prüfen, ob die jeweils günstigste Variante im Tal und auf dem Sulgen nicht auch für 20 Millionen Euro zu haben sei und auf was man dabei gegebenenfalls verzichten müsste. Dies wurde von der Mehrheit des Gemeinderats jedoch abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde die Forderung CDU, die Realschule als eigenständige Schule in der Talstadt bereits jetzt festzuschreiben. CDU-Fraktionsvorsitzender Clemens Maurer hatte gefordert: „Wir brauchen endlich klare Verhältnisse.“

Ralf Rückert (Freie Liste) verwies darauf, dass es heute die Ausbildung für Lehrer der Sekundarstufe I gibt. Er geht mit Blick in die weitere Zukunft davon aus, dass es künftig (neben dem Gymnasium) eine Sekundarstufe I-Schule geben wird.

Eben das Gymnasium, die Berneckschule und die Peter-Meyer-Schule stehen im Rat nicht zur Debatte. Sie bleiben an ihren Standorten in der Schramberger Talstadt. Um den Fortbestand der Gemeinschaftsschule und der Werkrealschule wird erst einmal weiter diskutiert.