„Eklatante Mängel“: Die schlimmsten sind behoben

Der dritte Bauabschnitt für den Brandschutz am Gymnasium ist unausweichlich

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Im ersten Bauabschnitt im Herbst 2012 montierten Schlosser neuen Fluchttreppen am Gymnasium Archiv-Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Der Brandschutz am Schramberger Gymnasium wird den Gemeinderat und die Verwaltung weiter beschäftigen – und viel Geld kosten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat 50.000 Euro für ein Gutachten frei gegeben, in dem die noch ausstehenden Brandschutzmaßnahmen genau festgelegt und geplant werden sollen.

Zunächst im Gymnasium selbst und später im Sitzungssaal hatte Fachbereichsleiter Andreas Krause  die Schwachpunkte aufgezeigt. Undichte Oberlichter an den Klassenzimmern. Hier könnte Rauch im Brandfall auf den Flur gelangen, der aber Fluchtweg ist. Nach wie vor gibt es nicht abgedichtete Schächte vom Keller bis ins oberste Stockwerk. Und schließlich liegen die Elektrokabel zum  Gutteil unter der Deckenverkleidung in den Fluren, nach heutigem Stand nicht zulässig.

Bereits 2004 und 2011 seien „eklatante Mängel“  festgestellt worden, berichtete Ralf Galster, Sicherheitsingenieur bei der Firma Riesener. 2011 entwickelte sein Büro ein Brandschutzkonzept mit drei Bauabschnitten, von denen die ersten beiden bislang umgesetzt wurden. Das Gymnasium erhielt Feuerschutztüren, die Treppenräume wurden abgetrennt. Elektriker haben Rauchmeldeanlagen, Rufanlagen und eine Sicherheitsbeleuchtung installiert.  Fluchttreppen ins Freie kamen hinzu, eine untaugliche Wendeltreppe wurde ersetzt.

Nun müssten noch die Geschossöffnungen geschlossen werden, so Galster. Dies sei notwendig, weil sonst im Brandfall „innerhalb kürzester Zeit eine Verrauchung im ganzen Gebäude“ auftreten könne.  Auch die Stromleitungen müssten aus den Flurdecken entfernt und über die Klassenzimmer verlegt oder besonders abgesichert werden.

„Hätte man all das schon beim Bau bedacht…“ verwies er auf die Fehler früherer Generationen. Allerdings sei Schramberg nicht allein, tröstete Galster die Ausschussmitglieder. Seine Firma arbeite in mehr als 20 Landkreisen und überall gebe es ähnliche Probleme. Bei der Sanierung sei man mit dem „Drei-Stufen-Plan“ in Schramberg sehr pragmatisch vorgegangen. Eigentlich sei das unüblich. Andernorts habe die Kommune die Schulen während der Sanierung geschlossen und teure Container  für den Schulbetrieb angemietet.  Der nun noch fehlende dritte Bauabschnitt müsse aber umgesetzt werden.

Weil die Pläne von 2011 durch die bisherigen Arbeiten und neuere Erkenntnisse teilweise überholt seien, seien die neuen Planungsmittel erforderlich, erläuterte Krause. Der Ausschuss stimmte ihm einmütig zu.