SCHRAMBERG (him) – Weitgehend abgeschlossen sind die Sicherungsarbeiten an der Ruine Berneck. Das bestätigt Joachim Hilser vom Landratsamt in Rottweil. Mitarbeiter der Firmen Sachtleben aus Wolfach und Schmitt Landschaftsbau aus Mandelbach im Saarland hatten seit Anfang März die absturzgefährdeten Mauern und Felsplatten an der Ruine hoch über dem Bernecktal mit langen Stahlankern und Spritzbeton stabilisiert.

 
Die Stahlanker reichen vier bis sieben Meter tief in den Fels und sind oben mit einer Stahlplatte als Plombe versehen. Mit Spritzbeton und Stahlmatten haben die Spezialisten die Lücken unterhalb und in den Mauern ausgefüllt. Per Hubschrauber hatte die Baufirma das Material hoch auf die Ruine fliegen lassen.

Transportflug Ende Dezember 2016

Auch der Spritzbeton und die dafür nötige Maschine kam per Hubschrauber. Am Freitag bei bestem Flugwetter kam wieder ein Lastenhubschrauber aus Oberstdorf und hat die Baumaschinen und das übrige Material Richtung Tischneck davon geflogen.

 
Wegen des langen Winters hätten die Arbeiten erst recht spät beginnen können. „Aber es sollte da niemand wegen Eisglätte abstürzen.“ Die vor drei Jahren angebrachten Drahtseile zur provisorischen Sicherung sollten ursprünglich entfernt werden, sie bleiben nun dran und wurden lediglich nachgespannt. „Motto: Hosenträger und Gürtel“, meint Hilser.

Sicher eingepackt ist die Ruine Berneck nun. Die Geologen Stephan Beck und Andreas Menzel (rechts) haben sich am Freitag die ungewöhnliche Baustelle angeschaut.

Einige Nacharbeiten erforderlich

Vor Ort haben sich die Geologen Stephan Beck und Andreas Menzel die Sanierungsarbeiten angeschaut. „Im großen und ganzen“ sei man fertig, so Beck. Doch an einigen Stellen werde die Baufirma nacharbeiten müssen.

Da passt es noch nicht. Die Platte muss im rechten Winkel zum Anker stehen, fordert Geologe Menzel.
Fotos: him

Die Felsanker sollten noch abgelängt werden und die Platten müssten rechtwinklig mit dem Ankerstahl verbunden werden, findet Beck. „Das wird immer wieder falsch gemacht“, ärgert er sich. „Aber ansonsten sieht es gut aus. Die Kuh ist vom Eis.“

 
Im vorderen Bereich war während der Bauarbeiten ein Schutzzaun montiert. Auf Wunsch der Stadt habe man den wieder entfernt. Er könnte zu gefährlichen Klettertouren verführen.

Wichtig sei, dass der Bereich unterhalb der Burgruine nicht mehr mit Bäumen zuwachse. „Wegen der Sprengkraft der Wurzeln“, erläutert Menzel.

 
Die Sicherung der Ruine Berneck war zunächst umstritten, weil die Stadt Schramberg, und nicht der Eigentümer die deutlich höheren Kosten als das Abräumen hätte zahlen sollen. Erst nach Protesten aus der Bürgerschaft und neuen Verhandlungen war das Landesdenkmalamt bereit, die Mehrkosten zu übernehmen. „Wir bleiben wohl im Kostenrahmen“, freut sich Hilser vom Straßenbauamt in Rottweil. Auch Schrambergs Oberbürgermeister Thomas Herzog ist „froh, dass das nun erledigt ist“.

Der Platz unterhalb der Ruine sollte baumfrei bleiben. Den Zaun um die vordere Felsnase haben die Bauarbeiter wieder abgebaut. Blick auf die Ruine Berneck vom Heuwegle aus.

Mit der Sicherung der Burgruine sind die beiden ersten Prioritäten zur Sanierung des Bernecktales abgeschlossen. „Es muss nun keiner mehr Angst haben, dass was runter kommt.“ In der letzten Phase werden bei Bedarf einige bereits beräumte Felsen entlang der Straße beobachtet und gegebenenfalls mit einem Maschendraht eingekleidet, kündigt Hilser an. „Akuter Handlungsbedarf“ bestehe dafür allerdings nicht.

 
Info: Etwa 108.000 Euro werden laut Kostenvoranschlag die Bauarbeiten an der Ruine Berneck kosten. Insgesamt hat das Land bisher etwa 2,6 Millionen Euro für die Felsberäumungen und Sicherheitszäune im Bernecktal aufgebracht.