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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg Abschied von Franz Dil­ger in Wald­mös­sin­gen

Abschied von Franz Dilger in Waldmössingen

Dank­bar­keit für ein Leben in Hei­mat­ver­bun­den­heit und Welt­of­fen­heit

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Schram­berg-Wal­d­­mös­­sin­gen. Zusam­men mit der Fami­lie wer­den sich am Sams­tag auch vie­le Bekann­te und Freun­de von Franz Dil­ger in Wald­mös­sin­gen ein­fin­den, um zunächst in der Pfarr­kir­che Sankt Valen­tin und danach auf dem Fried­hof sei­nes Hei­mat­or­tes von ihm Abschied zu neh­men.

Das Leben von Franz Dil­ger und sei­ne her­aus­ra­gen­den Ver­diens­te um die Gro­ße Kreis­stadt Schram­berg und vor allem um den Stadt­teil Wald­mös­sin­gen wur­den in der Lokal­pres­se zu sei­nem 85. und zu sei­nem 90. Geburts­tag bereits aus­führ­lich dar­ge­stellt und gewür­digt. Als Ehe­mann und als Fami­li­en­va­ter, als Unter­neh­mer, als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und als Kir­chen­ge­mein­de­rat, als akti­ves Mit­glied (oft auch Ehren­mit­glied) zahl­rei­cher Ver­ei­ne und als Hei­mat­kund­ler hin­ter­lässt der im hohen Alter von 92 Jah­ren ver­stor­be­ne Wald­mös­sin­ger eine beein­dru­ckend viel­fäl­ti­ge Lebens­leis­tung.

Bis fast zu sei­nem 90. Geburts­tag war er noch aktiv, muss­te sich dann aber nach anfäng­li­cher Betreu­ung zu Hau­se auf­grund zuneh­men­der Alters­be­schwer­den in die Pfle­ge des Fritz-Fleck-Hau­­ses im Stadt­teil Sul­gen bege­ben.

Fast acht Jahr­zehn­te sei­nes Lebens war er in Wald­mös­sin­gen zu Hau­se und mit sei­nem Hei­mat­ort eng ver­bun­den. Das von ihm auf­ge­bau­te Möbel­haus Dil­ger erwarb sich in der Regi­on einen guten Namen, als Gemein­de­rat gestal­te­te er die letz­ten Jah­re der noch selb­stän­di­gen Gemein­de Wald­mös­sin­gen und ihre Ein­glie­de­rung in die Stadt Schram­berg mit, als Kir­chen­ge­mein­de­rat war er maß­geb­lich am Bau der neu­en Pfarr­kir­che Sankt Valen­tin betei­ligt und arbei­te­te mit gro­ßer Ein­satz­be­reit­schaft in zahl­rei­chen Ver­ei­nen mit und trug als letz­ter Ein­woh­ner am „Schmot­zi­gen Don­ners­tag“ im mitt­ler­wei­le geschlos­se­nen Gast­haus „Kreuz“ die ori­gi­nel­le Tra­di­ti­ons­müt­ze des Sau­wa­del­klubs des frü­he­ren Män­ner­ge­sang­ver­eins Lie­der­kranz.

Im För­der­ver­ein zur Hei­mat­pfle­ge Wald­mös­sin­gen und im Stadt­ar­chiv Schram­berg war er zusam­men mit sei­ner lang­jäh­ri­gen Nach­ba­rin Hil­de Kim­mich (1944–2019) an meh­re­ren sehr beach­te­ten Aus­stel­lun­gen im „Zigeu­ner­häus­le“ betei­ligt und bau­te in aus­dau­ern­der Sam­mel­ar­beit eine beein­dru­cken­de Doku­men­ta­ti­on zur Orts­ge­schich­te und zur Bio­gra­phie des Schrift­stel­lers Vin­zenz Erath (1906–1976) auf.

Ein guter Christ

Das Alter zum Ster­ben war für Franz Dil­ger gekom­men – und den­noch fällt der Abschied von ihm schwer und stimmt trau­rig, da sein Tod bewusst macht, was man in der Fami­lie, in der Stadt und in der Ort­schaft, in der Pfarr­ge­mein­de, in der Ver­eins­ar­beit und in der Hei­mat­kun­de an ihm hat­te. Er war ein Mensch vol­ler Ener­gie, der das Leben in allen Lagen bejah­te, auch schwe­re Zei­ten mit Geduld bewäl­tig­te, den Anstand, Ehr­lich­keit, Fleiß und Gemein­sinn aus­zeich­ne­ten und der vie­len sei­ner Mit­men­schen ein guter Freund war.

In der Öffent­lich­keit war er ein her­vor­ra­gen­der – in sei­nem Auf­tre­ten auch wür­de­vol­ler – Reprä­sen­tant sei­nes Hei­mat­or­tes, durch sei­ne gro­ße Per­sön­lich­keit geach­tet und geschätzt. Er war bei­spiel­haft hei­mat­ver­bun­den und welt­of­fen und bemer­kens­wert kon­ser­va­tiv und fort­schritt­lich zugleich. Auch als jün­ge­rer Mensch konn­te man des­halb mit ihm bes­tens zusam­men­ar­bei­ten. Sel­ten begeg­ne­te man schließ­lich einem guten Chris­ten, der kei­ner­lei Furcht vor dem Tod zeig­te und in Gesprä­chen oft vol­ler Zuver­sicht sag­te: „Wir gehen nur der Erlö­sung ent­ge­gen.“ Ein erfüll­tes Leben hat sich voll­endet. Alle, die von die­sem Leben berührt waren, wer­den beim Abschied eine gro­ße Dank­bar­keit dafür emp­fin­den.

 

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