Abschied von Franz Dilger in Waldmössingen

Dankbarkeit für ein Leben in Heimatverbundenheit und Weltoffenheit

Schramberg-Waldmössingen. Zusammen mit der Familie werden sich am Samstag auch viele Bekannte und Freunde von Franz Dilger in Waldmössingen einfinden, um zunächst in der Pfarrkirche Sankt Valentin und danach auf dem Friedhof seines Heimatortes von ihm Abschied zu nehmen.

Das Leben von Franz Dilger und seine herausragenden Verdienste um die Große Kreisstadt Schramberg und vor allem um den Stadtteil Waldmössingen wurden in der Lokalpresse zu seinem 85. und zu seinem 90. Geburtstag bereits ausführlich dargestellt und gewürdigt. Als Ehemann und als Familienvater, als Unternehmer, als Kommunalpolitiker und als Kirchengemeinderat, als aktives Mitglied (oft auch Ehrenmitglied) zahlreicher Vereine und als Heimatkundler hinterlässt der im hohen Alter von 92 Jahren verstorbene Waldmössinger eine beeindruckend vielfältige Lebensleistung.

Bis fast zu seinem 90. Geburtstag war er noch aktiv, musste sich dann aber nach anfänglicher Betreuung zu Hause aufgrund zunehmender Altersbeschwerden in die Pflege des Fritz-Fleck-Hauses im Stadtteil Sulgen begeben.

Fast acht Jahrzehnte seines Lebens war er in Waldmössingen zu Hause und mit seinem Heimatort eng verbunden. Das von ihm aufgebaute Möbelhaus Dilger erwarb sich in der Region einen guten Namen, als Gemeinderat gestaltete er die letzten Jahre der noch selbständigen Gemeinde Waldmössingen und ihre Eingliederung in die Stadt Schramberg mit, als Kirchengemeinderat war er maßgeblich am Bau der neuen Pfarrkirche Sankt Valentin beteiligt und arbeitete mit großer Einsatzbereitschaft in zahlreichen Vereinen mit und trug als letzter Einwohner am „Schmotzigen Donnerstag“ im mittlerweile geschlossenen Gasthaus „Kreuz“ die originelle Traditionsmütze des Sauwadelklubs des früheren Männergesangvereins Liederkranz.

Im Förderverein zur Heimatpflege Waldmössingen und im Stadtarchiv Schramberg war er zusammen mit seiner langjährigen Nachbarin Hilde Kimmich (1944-2019) an mehreren sehr beachteten Ausstellungen im „Zigeunerhäusle“ beteiligt und baute in ausdauernder Sammelarbeit eine beeindruckende Dokumentation zur Ortsgeschichte und zur Biographie des Schriftstellers Vinzenz Erath (1906-1976) auf.

Ein guter Christ

Das Alter zum Sterben war für Franz Dilger gekommen – und dennoch fällt der Abschied von ihm schwer und stimmt traurig, da sein Tod bewusst macht, was man in der Familie, in der Stadt und in der Ortschaft, in der Pfarrgemeinde, in der Vereinsarbeit und in der Heimatkunde an ihm hatte. Er war ein Mensch voller Energie, der das Leben in allen Lagen bejahte, auch schwere Zeiten mit Geduld bewältigte, den Anstand, Ehrlichkeit, Fleiß und Gemeinsinn auszeichneten und der vielen seiner Mitmenschen ein guter Freund war.

In der Öffentlichkeit war er ein hervorragender – in seinem Auftreten auch würdevoller – Repräsentant seines Heimatortes, durch seine große Persönlichkeit geachtet und geschätzt. Er war beispielhaft heimatverbunden und weltoffen und bemerkenswert konservativ und fortschrittlich zugleich. Auch als jüngerer Mensch konnte man deshalb mit ihm bestens zusammenarbeiten. Selten begegnete man schließlich einem guten Christen, der keinerlei Furcht vor dem Tod zeigte und in Gesprächen oft voller Zuversicht sagte: „Wir gehen nur der Erlösung entgegen.“ Ein erfülltes Leben hat sich vollendet. Alle, die von diesem Leben berührt waren, werden beim Abschied eine große Dankbarkeit dafür empfinden.

 

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