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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Schram­berg Aktiv wer­den gegen die Ein­sam­keit

Aktiv werden gegen die Einsamkeit

Stadt­ver­band Sozia­les sucht Frei­wil­li­ge für einen ehren­amt­li­chen Besuchs­dienst


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Schram­berg. Für Allein­ste­hen­de, die an ihre Woh­nung gebun­den sind, sind die dunk­len, kal­ten Win­ter­mo­na­te oft zer­mür­bend, so dass sie teil­wei­se rich­tig Angst vor dem Win­ter haben. Die­se Situa­ti­on mit Besu­chen im Win­ter zu mil­dern, ist das Ziel der Akti­on „Aktiv gegen Ein­sam­keit“. Die Anre­gung dazu kam von Hubert Haas. Trä­ger ist der Stadt­ver­band Sozia­les Schram­berg.

Unter­stützt wird der Stadt­ver­band Sozia­les hier­bei vom JUKS3 und der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Schram­berg und Lau­ter­bach. Wei­te­re Mit­wir­ken­de sind das Senio­ren­fo­rum, die Schram­ber­ger Tafel, die Kir­chen­ge­mein­de St. Maria – Hei­lig Geist und die AOK.

Belas­ten­de Ein­sam­keit und Iso­la­ti­on kann, wie auch der Lei­ter der Psych­ia­tri­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik in Ulm Pro­fes­sor Man­fred Spit­zer laut einer Pres­se­mit­tei­lung des Stadt­ver­bands Sozia­les bestä­tigt, infol­ge Schwä­chung des Immun­sys­tems für ver­schie­dens­te Krank­hei­ten und sogar für Todes­fäl­le die Haupt­ur­sa­che sein. In sei­nem Buch: „Ein­sam­keit, die uner­kann­te Krank­heit schmerz­haft, anste­ckend, töd­lich“ weist er dies mit wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en nach. In einer Ska­la über Erhö­hung der Ster­be­wahr­schein­lich­keit steht die Ein­sam­keit als Kil­ler Num­mer eins an obers­ter Stel­le. Erst mit einem Abstand von etwa 20 Pro­zent weni­ger folgt dann als Ursa­che das Rau­chen, dann der Alko­hol, fast gleich ist als nächs­tes Bewe­gungs­man­gel und Über­ge­wicht und dann der Blut­hoch­druck dabei genannt.

„Eine Lösung ver­langt gro­ße Anstren­gung, zu der vie­le Bereit­wil­li­ge gebraucht wer­den“, sagt Ide­en­ge­ber Hubert Haas. „Die viel­sei­ti­gen Ein­rich­tun­gen, die in unse­rer Stadt mit haupt- und ehren­amt­li­chen Kräf­ten sehr viel Gutes leis­ten, suchen alle meist drin­gend zusätz­li­che ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer“, bestä­tigt auch der Vor­sit­zen­de des Stadt­ver­bands Sozia­les, Mir­ko Wit­kow­ski. Haas und Wit­kow­ski sind sich einig: „Sie, die bereits stark enga­gier­ten Ehren­amt­li­chen, kön­nen die­se wei­te­re Auf­ga­be nicht über­neh­men. Des­halb ist für eine Lin­de­rung der Ein­sam­keit die­se Son­der­ak­ti­on geplant.“

So sol­len frei­wil­li­ge Ehren­amt­li­che gewon­nen wer­den, die ohne Dau­er­ver­pflich­tung bereit sind, nur in den Win­ter­mo­na­ten bei die­sen Allein­ste­hen­den Besu­che zu machen. Sich bei Besu­chen unter­hal­ten, zuhö­ren oder auch Gesell­schafts­spie­le mit ihnen machen, kön­nen auch älte­re noch beweg­li­che Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger oft bis ins hohe Alter, ist man beim Stadt­ver­band Sozia­les über­zeugt.

Hubert Haas: „So kön­nen sie alle mit bei­tra­gen, Freu­de und Gemein­schaft zu för­dern und inter­es­san­te Kon­tak­te zu knüp­fen. Ein klei­nes „Schwätz­le“ kann hier schon Wun­der bewir­ken. Es macht Spaß, hält fit und ist für alle, als Zuga­be auch für die Besu­cher beglü­ckend und berei­chernd.“

Hier­für wer­den im Sep­tem­ber Fly­er mit Ein­le­ge­blät­ter für Rück­mel­dun­gen über alle denk­ba­ren Stel­len in der Tal­stadt und in Sul­gen ver­teilt. Zusätz­lich wer­den die Fly­er auch an ver­schie­de­nen Stel­len auf­ge­legt wie zum Bei­spiel in den Kir­chen, im Rat­haus und in der Sul­ge­ner Geschäfts­stel­le des Rat­hau­ses, in Apo­the­ken, Pra­xen, Ban­ken und Spar­kas­sen.

Wenn sich im Sep­tem­ber genü­gend Ehren­amt­li­che mel­den, wer­den im Okto­ber über Wohl­fahrts­ein­rich­tun­gen gezielt die Allein­ste­hen­den ange­schrie­ben und mit einem ande­ren Ein­le­ge­blatt gebe­ten, sich zu mel­den. Sind die zu Besu­chen­den bekannt, wer­den alle Besu­cher, die sich für den Besuchs­dienst ange­mel­det haben, (Tal­stadt und Sul­gen getrennt) zu einem Gespräch ein­ge­la­den, bei dem sie mit­be­stim­men kön­nen, wen sie besu­chen wer­den. Es ist geplant, auch noch eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung anzu­bie­ten, bei der dar­auf hin­ge­wie­sen wird, auf was bei den Besu­chen beson­ders zu ach­ten ist. Die zu Besu­chen­den wer­den dann infor­miert, wer sie besu­chen wird und ein Ter­min wird mit ihnen abge­stimmt.

Info: Der Stadt­ver­band Sozia­les Schram­berg ist ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein. Er ist der Dach­ver­band der kirch­li­chen und frei­en Sozi­al­ar­beit in der Gesamt­stadt Schram­berg. Vor­sit­zen­der ist Mir­ko Wit­kow­ski, Tele­fon 07422 / 25658, E‑Mail: stadtverband-soziales@gmx.de

 

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