Entwarnung nach Amokdrohung am Schramberger Gymnasium — Gebäude durchsucht und evakuiert

Polizei hat massiv Kräfte zusammen gezogen / Rotes Kreuz betreut die Betroffenen / Polizei: "Keine akute Gefährdung"

Großeinsatz nach Amokdrohung am Schramberger Gymnasium. Foto: SDMG/Maurer

Amokalarm am Gym­na­si­um Schram­berg, aus­gelöst durch eine E-Mail: Die Polizei ist am Mor­gen mit starken Kräften angerückt — darunter SEK-Ein­heit­en und Hub­schrauber. Auch die Feuer­wehr und das Rote Kreuz wur­den im großen Aufge­bot hinzu gezo­gen.

Zwis­chen­zeitlich gibt die Polizei Ent­war­nung: Das gesamte Gebäude sei voll­ständig von Spezialkräften durch­sucht, alle Schüler seien bere­its aus der Schule gebracht wor­den. Sie wer­den bis zur Abhol­ung durch die Eltern nach wie vor betreut und so wieder aus der polizeilichen Obhut ent­lassen. “Die Amok- oder Gefahren­lage hat sich nicht bestätigt”, so die Polizei wörtlich. Ermit­tlun­gen nach dem Ver­fass­er der E-Mail dauerten derzeit an. Ob dieser auch für ähn­lich gelagerte Drohschreiben in Baden-Würt­tem­berg oder anderen Bun­deslän­dern ver­ant­wortlich ist, werde über­prüft. 

Der Großein­satz an der Schram­berg­er Schule — “eine rein präven­tive Maß­nahme”, so ein Sprech­er der Polizei auf Nach­frage der NRWZ. Es habe keine akute Amok­lage gegeben, nur eine Bedro­hungssi­t­u­a­tion. “Kein Grund zur Panik”, hieß es auch vor Ort immer wieder. Der Hin­ter­grund ist noch unklar. Die umfan­gre­iche Maß­nahme sei das, was bei solchen Amok-Dro­hun­gen inzwis­chen ein­geleit­et werde. 

Eine Klasse auf dem Weg in die Kreis­s­porthalle.

Die Evakuierung ist der­weil abgeschlossen, die Schüler sind in der Kreis­s­porthalle auf dem Sul­gen angekom­men. Klasse für Klasse wer­den sie reg­istri­ert — damit nie­mand ver­misst wird. Die Eltern warten im nahe gele­ge­nen Feuer­wehrg­eräte­haus auf ihre Sprösslinge.

Die Schule teilt mit: “Die Kinder befind­en sich in der Kreis­s­porthalle. Die Eltern wer­den gebeten, in das neue Feuer­wehrg­eräte­haus in der Rot­tweiler Straße zu kom­men und dort zu warten. Die Schü­lerin­nen und Schüler wer­den dann nach Reg­istrierung klassen­weise den Eltern übergegeben. Das heißt, dass die Eltern im Feuer­wehrg­eräte­haus informiert wer­den, wenn ihre Klasse dann dran ist.”

Wartende Eltern in der leer geräumten Halle des Feuer­wehrg­eräte­haus­es auf dem Sul­gen.

Die Wartezeit in der Kreis­s­porthalle kön­nen sich die Schüler mit Ball­spie­len verkürzen, sie bekom­men warme oder kalte Getränke. Sobald eine Klasse reg­istri­ert ist, informiert das DRK die wartenden Eltern im Feuer­wehrg­eräte­haus. Diese gehen hinüber zur Kreis­s­porthalle und nehmen ihre Kinder in Emp­fang.

Bedro­hungslage am Schram­berg­er Gym­na­si­um. Bild: Mar­tin Him­mel­he­ber

Einen Zeitungs­bericht zum Inhalt der Droh-E-Mail bestätigt die Polizei aus­drück­lich nicht. Ein Sprech­er erk­lärte, es sei eine Straftat ange­dro­ht wor­den. Inzwis­chen kön­nen die Schüler das Gebäude ver­lassen. Sie wer­den auf den Sul­gen, zur Kreis­s­porthalle gebracht. Dort kön­nen die Eltern sie in Emp­fang nehmen. Das SEK ist abgerückt.

Die Schüler wer­den evakuiert. Foto: him
Eltern und Ver­wandte winken ihnen zu. Foto: him

Das Schul­gelände wurde zunächst abgeriegelt und durch­sucht. Die Polizei hat­te aber  angekündigt, die Schule Klasse für Klasse räu­men zu wollen. “Alles läuft ruhig und pro­fes­sionell ab”, so ein Augen­zeuge vor Ort gegenüber der NRWZ. Busse warteten auf die Schüler. Sie brin­gen die Schüler zur Kreis­s­porthalle Sul­gen.

Hin­ter­grund ist, dass dort Ein­satzkräfte mit jedem einzel­nen Schüler sprechen kön­nten, seine Anwe­sen­heit und sein gesund­heitlich­es Befind­en check­en, hieß es. Klasse für Klasse werde so auf den Sul­gen gefahren. Alles läuft weit­er­hin sehr ruhig und geord­net ab 

 

Par­al­lel laufen die Ermit­tlun­gen zum Täter, dem Urhe­ber der Droh-E-Mail in Schram­berg. Er habe eine sehr hohe Strafe zu erwarten, so ein Sprech­er der Polizei gegenüber der NRWZ. Außer­dem kön­nten ihm die Kosten für den Ein­satz aufer­legt wer­den — der sehr umfan­gre­ich gewe­sen ist. Aus ermit­tlungstak­tis­chen Grün­den hält sich die Polizei allerd­ings derzeit mit Angaben zu ihren Nach­forschun­gen zurück. Auch zum Inhalt der Droh-E-Mail macht die Polizei keine Angaben. Einen entsprechen­den Presse­bericht, der sich auf den Mail­in­halt bezieht, kom­men­tiert ein Sprech­er des Polizeiprä­sid­i­ums Tut­tlin­gen auf Nach­frage der NRWZ aus­drück­lich nicht.

Das Gym­na­si­um teilt mit: “Eltern­in­for­ma­tion Gym­na­si­um Stand 11:40 Uhr — Die Durch­suchung des Schul­ge­bäudes Gym­na­si­um ist abgeschlossen. In Kürze wer­den die Schüler sukzes­sive mit Bussen in die Kreis­porthalle in Sul­gen, Rot­tweil­er Straße 36, gefahren. Dort wer­den die Schüler reg­istri­ert und dann den Eltern übergeben.”

Inzwis­chen ist klar: Es gab nicht nur gegen das Schram­berg­er Gym­na­si­um eine Dro­hung am Mor­gen. Die Polizei erk­lärt gegen 10 Uhr, es habe einen großen Polizeiein­satz nach Amok­dro­hung per E-Mail am Gym­na­si­um Schram­berg — und gle­ichar­tige Andro­hun­gen an ein­er Schule und ein­er anderen Ein­rich­tung in Baden-Würt­tem­berg seien reg­istri­ert wor­den.

Bis­lang gebe es keine Bestä­ti­gung für eine tat­säch­liche Bedro­hung. Alle Schüler und Lehrer seien wohlbe­hal­ten.

Die NRWZ erfuhr: Es han­delt sich bei den eben­falls bedro­ht­en Ein­rich­tun­gen um eine Klinik in Win­nen­den und eine Schule in Offen­burg.

So meldet die Polizei in Offen­burg wörtlich: “Nach ein­er elek­tro­n­isch an ein Gym­na­si­um der Ost­stadt über­mit­tel­ten Dro­hung über­prüft die Polizei derzeit den Inhalt des Schreibens und hat die Ermit­tlun­gen zum möglichen Ver­fass­er des Emails ein­geleit­et. Der Bere­ich rund um die Schule wird bis zum Abschluss der Recherchen durch zahlre­iche Polizeibeamte abgesichert. Eine akute Gefährdung für Anwohn­er und Schüler beste­ht nach bish­erigem Stand der noch andauern­den Ermit­tlun­gen nicht.”

Diese Mit­teilung wurde inzwis­chen aktu­al­isiert: Eine “mut­maßlich unter falschem Namen” an das Post­fach des Gym­na­si­ums gesandte E-Mail habe zu dem polizeilichen Großein­satz in der Ost­stadt geführt. Nach Über­prü­fung der Inhalte des am Mor­gen ver­sandten Schreibens und Ermit­tlun­gen der Krim­i­nalpolizei habe um 10.44 Uhr Ent­war­nung gegeben wer­den kön­nen. “Während der polizeiliche Ein­satz rund um die Schule been­det wer­den kon­nte, dauern die Ermit­tlun­gen der Kripo zum Ver­fass­er der Zeilen noch an. Ob dieser auch für ähn­lich gelagerte Drohschreiben in Schram­berg und möglicher­weise auch in anderen Bun­deslän­dern ver­ant­wortlich ist, wird über­prüft. Zu Unter­richt­saus­fällen kam es nicht”, so das Polizeiprä­sid­i­um Offen­burg.

In Win­nen­den ist an ein­er Klinik eine Dro­hung einge­gan­gen. Das erk­lärte ein Sprech­er des Polizeiprä­sid­i­ums Aalen auf Nach­frage der NRWZ. Inzwis­chen meldete das Polizeiprä­sid­i­um Aalen: “Ein Drohschreiben sorgte am Dien­stag­mor­gen für einen Polizeiein­satz am Psy­chi­a­trischen Kranken­haus in der Schloßs­traße. Dort ging eine E-Mail ein, in der gedro­ht wurde, dass ein gefährlich­er Gegen­stand abgelegt wor­den sei.” Mehrere Streifenbe­satzun­gen seien gegen 7.30 Uhr in Rich­tung des Klinikums aus­gerückt und hät­ten  die Gebäude nach verdächti­gen Gegen­stän­den abge­sucht. Bis­lang hät­ten sich wed­er Hin­weise auf einen solchen Gegen­stand noch darauf ergeben, “dass der Dro­hung eine Ern­sthaftigkeit zugrunde liegt.” Während der Durch­suchungs­maß­nah­men löste ein Fehlalarm an der Brand­meldean­lage aus, weshalb vorüberge­hend auch Kräfte der Feuer­wehr aus Win­nen­den vor Ort waren. Die polizeilichen Ermit­tlun­gen sind noch im Gange. 

Gemeinsame Pressemitteilungen der Staatsanwaltschaft Rottweil und des Polizeipräsidiums Tuttlingen

Nach ein­er am heuti­gen Dien­stag­mor­gen per E-Mail bei der Schulleitung des Gym­na­si­ums Schram­berg einge­gan­genen Amokan­dro­hung ist es an der Schule vor­sor­glich zu einem Großein­satz von Polizei und Ret­tungskräften gekom­men, so die Polizei. Wie sich bei den weit­eren Ermit­tlun­gen her­ausstellte, gin­gen gle­ichar­tige Andro­hun­gen auch an ein­er weit­eren Schule und an ein­er anderen Ein­rich­tung in Baden-Würt­tem­berg ein.

Derzeit liefen “vor­sor­gliche Sicherungs­maß­nah­men” durch die Polizei am Schram­berg­er Gym­na­si­um. Nach­dem die Dro­hung per E-Mail bei der Schule eing­ing, wurde die Polizei von der Schulleitung ver­ständigt. Lehrkräfte und Schüler hat­ten sich vor­sor­glich in den Klassen­z­im­mern eingeschlossen. Nach­dem die Gebäude durch starke Polizeikräfte umstellt und gesichert waren, wur­den und wer­den noch alle Flure und Räume über­prüft.

Derzeit find­en weit­ere polizeiliche Maß­nah­men statt. Schüler und Lehrer befind­en sich im gesicherten Bere­ich.

Stellungnahme der Schule

Die Schule teilt mit:

Wir haben eine Bedro­hungslage. Die Polizei ist vor Ort.
Die Schü­lerin­nen und Schüler sind sich­er in ihren Klassen­räu­men.
Wir müssen den weit­eren Ver­lauf abwarten.
Wir bit­ten nicht am Gym­na­si­um anzu­rufen.
An dieser Stelle wer­den wir weit­er informieren.

Mas­sives Polizeiaufge­bot in Schram­berg. Foto: pri­vat

Was wir am Morgen gemeldet haben

Um 8 Uhr ist bei der Schulleitung nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ eine E-Mail einge­gan­gen, in der konkret gedro­ht wird. Wom­it genau, hat die NRWZ nicht erfahren. Die Polizei schweigt sich dazu mit Ver­weis auf das laufende Ermit­tlungsver­fahren aus. Aber sie nimmt die Bedro­hungslage ernst und zieht ihre Kräfte am Schram­berg­er Gym­na­si­um zusam­men. Wie in ein­er Kolonne sind die Polizeifahrzeuge die Obern­dor­fer Straße hinab gefahren, berichtet eine Leserin der NRWZ.

Inzwis­chen, gegen 8.45 Uhr, sind etwa 15 Streifen­wa­gen eingetrof­fen, weit­ere Polizei kommt hinzu. Die Beamten gehen in Amok-Schutzk­lei­dung ins Gebäude.

Die Polizei durch­sucht im Moment die Schule. Zugle­ich tre­f­fen weit­ere Polizeikräfte ein.

Die am Schul­gelände vor­bei ver­laufende Ber­neck­straße wurde ges­per­rt. In Schram­berg bricht deshalb ein mit­tleres Verkehrschaos aus. Wer Rich­tung Ten­nen­bronn will, wird umgeleit­et.

Der neben der Schule liegende Kinder­garten ist nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ abgeriegelt wor­den, eben­so die nahe­liegende Ber­neckschule. Kinder und Schüler hät­ten darin zu bleiben, bericht­en Leser.

Zugle­ich tre­f­fen Ange­hörige von Schülern ein, zumeist Müt­ter. Eine Polizistin ver­sucht, diese zu beruhi­gen. Sie dür­fen laut unserem Reporter vor Ort nicht aufs Schul­gelände selb­st.

Zunächst waren erste Streifen­wa­genbe­satzun­gen eingetrof­fen, Beamte began­nen gle­ich damit, das Schul­gelände abzusuchen.

Es tre­f­fen immer weit­ere Ret­tungskräfte in großer Zahl ein, darunter auch das Rote Kreuz.

Die Schüler sind weit­er­hin in der Schule, Nachzü­gler aber wer­den nicht mehr ein­ge­lassen und von Polizeibeamten abgewiesen.

Auch die Presse wurde gebeten, das Schul­gelände zu ver­lassen. “Zu Ihrer eige­nen Sicher­heit”, wie es hieß.

Polizis­ten in Amok-Schutzk­lei­dung sich­ern das Gelände.

Wir bericht­en an dieser Stelle aus­führlich, sobald weit­ere Infor­ma­tio­nen vor­liegen.