Ansichten der 1950er-Jahre aus Schramberg

Bildkalender für das Jahr 2020 erschienen

Schramberg. „Ansichten der 1950er-Jahre aus Schramberg“ ist der Titel eines Bildkalenders für das Jahr 2020, der nun erschienen ist. Die Bilder hat Stadtarchivar Carsten Kohlmann zur Verfügung gestellt.

Die Bilder stammen aus dem Besitz von Hildegard Schuster, „die sich natürlich sehr gefreut hat über den Kalender“, wie die Kalender-Manufaktur aus Verden, bei der er erschienen ist, in einer E-Mail berichtet.

Der Kalender entstand in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Schramberg. Der Kalender zeigt Bilder aus dem Nachlass des Fotografen Wilhelm Weiss (1893-1974), die seine Tochter Hildegard Schuster dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Schramberg überlassen hat und von der Praktikantin Emna Fritsche ausgewählt wurden.

Das Deckblatt zeigt das Lichtspielhaus, das Hotel Mohren und Menschen, die im Winter in der Talstadt einen Bus besteigen. Im Januar gibt es einen Blick vom Park des „Gutes Berneck“ auf den Schlossberg. In der Bildmitte die katholische Heilig-Geist-Kirche, links davon der Stadtteil Spittel mit dem Krankenhaus der Stadt Schramberg (heute Gymnasium) und dem Altersheim der Stadt Schramberg. Im Februar geht es um die Fasnet: In den 1950er-Jahren erlebte die traditionsreiche Schramberger Fasnet eine große Blütezeit und wurde als ein Stück „Lebenszauber des deutschen Südens“ gefeiert. Eine Brezel oder eine Wurst von einem „Hansel“ zu bekommen, war und ist für jedes große und kleine Kind ein Erlebnis. Im März gibt es einen Blick vom Schlossberg auf die Innenstadt, den Sonnenberg und das Göttelbachtal. Im Vordergrund sind die katholische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt und die alte katholische Pfarrkirche Johannes der Täufer und Sankt Nikolaus zu sehen.

Weiter geht es im April mit einem Blick vom Schützenplatz auf die obere Hauptstraße. Links waren das Textilgeschäft Haas und das Kaufhaus Schäfer, rechts das Gasthaus „Klosterbräu“, die Drechslerei Sohmer („Schirm-Sohmer“), das „Café Ganter“ und die „Braustube Schraivogel“. Im Mai geht es in den damaligen Stadtpark. In einem Buch über Schramberg aus dem Jahr 1956 heißt es: „Frühlings- und Sommertage im Stadtpark, in Anlagen mit üppigen Rhododendren und Koniferen, sind ganz wie in den bekanntesten Kurorten des südlichen Schwarzwaldes.“ Der Juni zeigt das ehemalige Schloss der Grafen von Bissingen und Nippenburg, in dem sich in den 1950er-Jahren die Gewerbliche und Kaufmännische Berufsschule und das Rektorat II der Katholischen Bekenntnisschule befanden. Der Schlossplatz war für die Bürgerschaft ein beliebter Aufenthaltsort.

Im Juli wird an die Glockenweihe der Katholischen Pfarrgemeinde Schramberg vor der Heilig-Geist-Kirche am 7. Juli 1951 erinnert. Die meisten Kirchenglocken waren im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden. Die neuen Kirchenglocken galten als Symbol des Friedens und der Hoffnung. Passend zur Jahreszeit geht es im August um das Freibad im Bernecktal. Es war eine der wichtigsten Freizeit- und Sportanlagen der Stadt Schramberg. In den Sommermonaten wurde es von vielen Tausend Einheimischen und Feriengästen gern besucht. Der Bademeister Fritz Marx war als Original weithin bekannt. Im September wird der Paradiesplatz mit dem Lichtspielhaus an der Oberndorfer Straße gezeigt. Das 1928 eröffnete Kino im Bauhausstil gab der Schwarzwaldstadt Schramberg ein großstädtisches Flair. Alle großen Filme und Stars der 1950er-Jahre waren hier zu sehen.

Einen Blick auf die Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG mit ihrem einzigartigen „Terrassenbau“ im Lauterbachtal gibt es im Oktober. Das Unternehmen war damals der größte Arbeitgeber der Industriestadt Schramberg, weshalb es auch die Redensart gab: „Schramberg ist Junghans und Junghans ist Schramberg.“ Das Rathaus mit seiner astronomischen Uhr und das Gasthaus „Mohren“ in der Stadtmitte ist auf dem Kalenderblatt für November zu sehen. Der „Mohren“ der Familie Grüner war bis zu seiner Aufgabe im Jahr 1960 eines der bekanntesten und beliebtesten Gasthäuser der Stadt Schramberg. Ein Wintertag an einer Bushaltestelle in der Berneckstraße zeigt das Kalenderblatt für Dezember. In den 1950er-Jahren gab es lange und kalte Winter mit sehr starkem Schneefall. Mehrere Hundert Fabrikarbeiter kamen damals jeden Tag mit Bussen zu ihren Arbeitsplätzen in der Industriestadt Schramberg.

Es ist ein DIN A 3 Kalender der digital in der Kalender Manufaktur gedruckt wurde. Er ist zum Preis von 19 Euro in der Buchlese in Schramberg, dem Post-Shop in der Bahnhofstraße, dem Post-Shop in der Sulgauer Straße und im Stadtmuseum erhältlich.

 

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