SCHRAMBERG  (him) – Zum Stadt­ju­bi­lä­um erscheint nun doch ein Buch: „Ansichts­sa­che²“. Bekannt­lich hat­te der Gemein­de­rat im Herbst 2015 aus Kos­ten­grün­den bei den Bera­tun­gen zum Jubi­lä­ums­jahr die Her­aus­ga­be eines offi­zi­el­len Schram­berg-Buches abge­lehnt. Auch schien dem Rat die Zeit, um ein wis­sen­schaft­lich fun­dier­tes Buch zu ver­fas­sen, zu kurz.

Der Geschichts- und Muse­ums­ver­ein hat­te im Juli 2015 einen Vor­schlag für ein sol­ches Buch gemacht und dabei mit Kos­ten von etwa 140.000 Euro kal­ku­liert. In der Vor­la­ge 128/15 für den Gemein­de­rat schlug die Ver­wal­tung im Okto­ber 2015vor, eine Pro­jekt­grup­pe ein­zu­set­zen, die sich mit dem Stadt­ju­bi­lä­um befas­sen soll. In der Vor­la­ge sind eben­falls die Her­aus­ga­be eines Buchs oder einer Image­bro­schü­re erwähnt.

Gemeinderat wollte kein Jubiläumsbuch

Dies hat­te die CDU-Frak­ti­on zuvor mit Blick auf das Stadt­ju­bi­lä­um ange­regt. Ohne prä­zi­se­re Fest­le­gung der Art und des Umfangs sei­en die Kos­ten dafür nicht abzu­schät­zen, heißt es in der Vor­la­ge der Stadt. Im Ver­wal­tungs­aus­schuss am 8. Okto­ber lehn­te Udo Neu­deck, Spre­cher der frei­en Lis­te das Buch­pro­jekt ab: Er kön­ne sich nicht vor­stel­len, dass ein sol­ches Buch in andert­halb Jah­ren ent­ste­hen kön­ne. Auch sei­en „die Kos­ten immens“. Ähn­lich sah es CDU-Spre­cher Cle­mens Mau­rer: „Ein sol­ches Buch ist in einem Jahr nicht zu schaf­fen.“ Auch von ande­ren Räten gab es kein Plä­doy­er für ein sol­ches Buch. Die damals ein­ge­setz­te Pla­nungs­grup­pe hat des­halb das Pro­jekt nicht wei­ter ver­folgt.

Johan­nes Grimm. Archiv-Foto: him

Den CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­den Johan­nes Grimm hat das nicht ruhen las­sen. Er hat­te eine eige­ne Idee und gibt jetzt ein Buch mit dem Titel: „Ansichts­sa­che²“ her­aus. Es ist inzwi­schen gedruckt  und wird am 6. Sep­tem­ber in der Sze­ne 64 in Schram­berg vor­ge­stellt. Das Buch befasst sich mit  „Schram­berg im Wan­del“ – so der Unter­ti­tel. Es ent­hält Tex­te des Jour­na­lis­ten Rolf Lin­ken­heil, von Cars­ten Kohl­mann und Mimi Grimm, der Toch­ter des Her­aus­ge­bers. Rai­ner Lan­gen­ba­cher hat für das Buch im Städt­le foto­gra­fiert.

Lin­ken­heil, der in Schram­berg auf­ge­wach­sen ist und in Mün­chen lebt, hat in die­sem Jahr „Spa­zier­gän­ge durch Schram­bergs Stra­ßen“ unter­nom­men. Dabei begab er sich auf Spu­ren­su­che. Denn  schon 1912 hat­te sich „ein uns unbe­kann­ter Zei­tungs­schrei­ber auf den Weg durch die auf­stre­ben­de Indus­trie­stadt Schram­berg“ bege­ben, wie die Buch­au­toren auf einer eigens für die­ses Buch gestal­te­ten Home­page erläu­tern.

Spaziergänge in „Ansichtssache²“

In meh­re­ren Aus­ga­ben des ‚Schwarz­wäl­der Grenz­bo­ten‘ habe die­ser Unbe­kann­te damals sei­ne Ansich­ten zur Stadt­ent­wick­lung als „Spa­zier­gän­ge durch Schram­bergs Stra­ßen“ ver­öf­fent­licht. Die­se Spa­zier­gän­ge hat Lin­ken­heil nun nach­voll­zo­gen und „sei­ne Ansich­ten zu Schram­berg im Jahr 2017 zu Papier“ gebracht. Auf mehr als 120 größ­ten­teils unver­öf­fent­lich­ten his­to­ri­schen und gut 90 neu­en Fotos las­se „sich der Wan­del der Zeit in Schram­berg sehr gut beob­ach­ten“. Her­aus­ge­ber Grimm ist über­zeugt: „Für den Betrach­ter des Stadt­bil­des eine hoch inter­es­san­te Ansichts­sa­che.“

Info: Johan­nes Grimm will das Buch „Ansichts­sa­che²“ mit 240 Sei­ten  in einer Auf­la­ge von 650 Stück dru­cken las­sen und wird es zu 30 Euro beim Stadt­fest ver­kau­fen. Dazu hat Grimm bereits einen Stand beim Gast­haus „Hirsch“ ange­mel­det. Mehr zum Buch auf   https://ansichtssache-schramberg.jimdo.com/