Arkas Förstner: „Da kommt etwas Großes auf uns zu“

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Schramberg (pm) – Der Wunsch des Offenburger Uhrensammlers Rainer Kern, seine Sammlung kleiner Schwarzwalduhren nach seinem Tod der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist in Erfüllung gegangen. Mit einem Festakt wurde laut Pressemitteilung im Junghans Terrassenbau Museum jetzt die neue Dauerausstellung eröffnet.

Gisela Kern betonte in ihrer Ansprache, dass es keinen passenderen Ort für die Sammlung ihres verstorbenen Ehemanns geben könnte. Sie danke der Eigentümerfamilie Steim für die Präsentation.

Mit einem Zitat des technisch-naturwissenschaftlichen Schriftstellers Johann Gottfried Geißler aus dem Jahr 1793 begrüßte Hausherr Dr. Hans-Jochem Steim die Gäste: „Es scheint mir kein unzweckmäßiges Unternehmen zu seyn, das zu sammeln, was große Männer, die ihre Kunst mehr als handwerksmäßig untersuchen, darüber gedacht, erfunden, versucht und geprüft haben.“ Dies treffe auf den 2019 verstorbenen Sammler Rainer Kern exakt zu.

150 besondere Uhren

Als Zeichen des Dankes überreichte Steim an Gisela Kern eine Junghans Funk-Solar-Uhr – sozusagen im Tausch gegen die 150 Uhren in der neuen Ausstellung. „Sie dürfen diese Uhr behalten, solange wir Ihre Uhren in der Ausstellung behalten dürfen“, scherzte Dr. Steim. Er danke insbesondere Museumsleiter Arkas Förstner und dem „technischen Museumsdirektor“ Werner Bleier für das Engagement bei der Organisation dieser neuen Dauerausstellung.

Sammlung bleibt zusammen

Gisela Kern freute sich, dass die Uhrensammlung ihres Mannes zusammenbleiben und jetzt in diesem sehr ansprechenden Umfeld der Öffentlichkeit gezeigt werden könne. Zuvor waren alle Uhren im Hause Kern an Wänden aufgehängt oder in Vitrinen aufgestellt. In drei Jahrzehnten habe ihr Mann diese kleinen Schwarzwalduhren gesammelt, aufwändig restauriert und über deren Entstehung geforscht.

Der Bezug und die Liebe zum Schwarzwald reichten bei Rainer Kern bis in die Kindheitstage zurück, als ihn sein Vater – ein Offenburger Seifenfabrikant – auf Kundenbesuche mitnahm. Die Schwarzwalduhren hatten es dem Maschinenbauingenieur angetan, als er im Alter von 44 Jahren seine erste antike 8-Tage-Uhr mit Lackschild kaufte. „Danach wollte er mehr über die Uhren, ihre Entstehung und die Werke wissen. Sein Hauptinteresse galt dann den kleinen Schwarzwalduhren, über die man nur wenig in der Literatur finden konnte“, so Gisela Kern. Die Erkenntnisse seiner Nachforschungen über diese Uhrengattung hat Rainer Kern in mehreren Büchern veröffentlicht.

Werkstatt zu sehen

Für die Restaurierung hatte Rainer Kern einen kleinen Arbeitsplatz in seinem Wohnhaus eingerichtet – auch dieser ist jetzt in der Dauerausstellung originalgetreu zu sehen. „Als Dr. Steim mir das erste Mal von der Sammlung Kern erzählte, da hatte er diesen begeisterten Sammlerblick in den Augen. So war mir gleich klar, dass da etwas Großes auf das Junghans Terrassenbau Museum zukommt“, betonte Museumsleiter Arkas Förstner.

Es sei fantastisch, was Rainer Kern gesammelt habe: „Ein Spektrum an kleinen Schwarzwalduhren, das in dieser Fülle wohl einzigartig ist.“ Der Besuch bei Familie Kern sei für ihn sehr inspirierend gewesen für die Konzeption der Ausstellung, um diese Anordnung der Uhren teilweise in das Junghans Terrassenbau Museum zu übertragen.

Schramberg-Bezug

Ein Bezug zu Schramberg ist durch die Exponate ebenfalls hergestellt: Unter den Ausstellungsstücken sind auch Uhren von Junghans, teilweise mit Uhrenschildern der Schramberger Majolikafabrik. Die Geschwister Annette und Michael Melvin, Inhaber des heutigen Majolika Firmenparks, freuten sich als Gäste der Eröffnung darüber besonders.

 

Info: Das Junghans Terrassenbau Museum ist täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.junghans-terrassenbau-museum.de

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