5.5 C
Rottweil
Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg „Auto­bran­che extrem ver­un­si­chert”

„Autobranche extrem verunsichert”

Trumpf Laser hat mit Auf­trags­rück­gän­gen zu kämp­fen / Klaus Wall­meroth muss spa­ren

-

SCHRAMBERG – „Koy­er“ – so hie­ßen frü­her die Deich­bau­er an der Nord­see. Und Koy­er nennt der Maschi­nen­bau­er Trumpf aus Dit­zin­gen sein Pro­gramm, um sich gegen eine mög­li­che, bevor­ste­hen­de Kri­se zu wapp­nen. Die sieht Klaus Wall­meroth, der Chef von Trumpf Laser in Schram­berg näher kom­men.

„Ich ori­en­tie­re mich stark am Ifo-Index“, erläu­tert Wall­meroth, „und der ist seit Mona­ten im frei­en Fall.“ Aber auch die Indi­ces aus Euro­pa und Chi­na sei­en schon län­ger im Bereich des Schrump­fens und in den USA  zei­ge sich eine Sta­gna­ti­on. Die Grün­de, wes­halb  davon ins­be­son­de­re auch Trumpf Laser auf dem Sul­gen betrof­fen ist, lie­gen für Wall­meroth auf der Hand: Trumpf Laser hat einen Schwer­punkt im Auto­­mo­­ti­­ve-Bereich und die Auto­bran­che sei extrem ver­un­si­chert. Beim Antrieb, beim auto­no­men Fah­ren, nie­mand wis­se, wie es wei­ter gehe. Dazu kom­me die Die­sel­kri­se, die die Auto­in­dus­trie teil­wei­se selbst ver­ur­sacht habe, die dann  eini­ge Orga­ni­sa­tio­nen noch auf die Spit­ze getrie­ben hät­ten.

Unsichere Welt verunsichet Kunden

Wei­ter der Han­dels­krieg der USA mit Chi­na, der dro­hen­de Bre­x­it. Die Situa­ti­on in Nord­ko­rea ver­un­si­cher­ten die Süd­ko­rea­ner. Die Nach­fra­ge nach Smart­pho­nes sei ein­ge­bro­chen. „Das lässt alle sehr zurück­hal­tend beim Inves­tie­ren wer­den. Wir sehen das beim Auf­trags­ein­gang.“ Trumpf Laser habe das im Juni zu Ende gegan­ge­ne Geschäfts­jahr zwar noch gut abge­schlos­sen. „Aber der Auf­trags­ein­gang schwä­chelt gewal­tig.“

Dem Her­stel­ler von Fest­kör­per­la­sern macht noch etwas ande­res gro­ße Sor­gen: „In Chi­na gibt es extre­me Preis­sen­kun­gen bei Laser.“ Das tref­fe Trumpf Laser bis­her noch nicht so sehr, weil in Chi­na ande­re Sicher­heits­stan­dards als bei uns gel­ten. Aber: „Die Chi­ne­sen ler­nen sehr schnell.“ Sie ‚pushen‘ den eige­nen Laser­markt, wol­len Schlüs­sel­in­dus­tri­en selbst beherr­schen. Ande­re Her­stel­ler hät­ten das schon zu spü­ren bekom­men.

”Nice to have” ist vorbei

Seit einem Jahr, so Wall­meroth, berei­te sie die Trumpf-Grup­­pe mit dem Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm Koy­er auf die Abschwä­chung vor. „Wir sen­ken die Sach- und Kapa­zi­täts­kos­ten“, erläu­tert der Mana­ger, es gehe aber auch um den „Mind set“, die Ein­stel­lung bei den Mit­ar­bei­tern: Nur noch beschaf­fen, was drin­gend nötig ist, nicht mehr nice-to-have. „Wir haben vie­le Gerä­te in der guten Zeit ange­schafft. Die müs­sen wir jetzt auch ver­wen­den.“

Beim Per­so­nal gebe es zwar kei­nen Ein­stel­lungs­stopp, aber die Hür­den für Ein­stel­lun­gen von außen sei­en sehr hoch. Statt­des­sen wol­le Trumpf Laser inter­ne Kar­rie­ren för­dern, eige­ne Leu­te wei­ter­bil­den.

Mit einer Pro­gno­se ist Wall­meroth vor­sich­tig: „Ich habe lei­der kei­ne Glas­ku­gel.“ Für die Stadt sei­en aber Gewer­be­steu­er­rück­gän­ge zu erwar­ten. Denn:„Es gibt Mar­gen­rück­gän­ge auch beim Wett­be­werb.“ Klug ist, wer recht­zei­tig Däm­me baut. Nicht nur in der Wirt­schaft.

 

- Adver­tis­ment -