Bau 64 ist weiter vorangekommen

Parkplatzfrage sorgt für Zornesröte bei Udo Neudeck

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Ein künftiges Schmuckstück an der Geißhalde: Der Bau 64 schon äußerlich weitgehend saniert. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) – Seit zwei Jah­ren saniert und reno­viert  der Ver­ein „Sze­ne 64“  den Bau 64 auf dem Jung­hans- Gelän­de an der Geiss­hal­de. Der Ver­wal­tungs­aus­schuss des Gemein­de­rats ließ sich vom Fach­be­reichs­lei­ter Bert­hold Kam­me­rer und Ver­eins­vor­sit­zen­den und Rats­kol­le­gen Ulrich Bauknecht berich­ten, wie  die Arbei­ten vor­an­ge­hen.

Kam­me­rer hat­te  in sei­ner Vor­la­ge berich­tet, dass der Ver­ein bis  Ende Sep­tem­ber bereits 504.877 Euro  aus­ge­ge­ben habe. In die­se Auf­stel­lung sei­en aber neben den Inves­ti­ti­ons­kos­ten auch lau­fen­de Kos­ten ein­ge­flos­sen. Es fin­den ja schon Ver­an­stal­tun­gen im Bau 64 statt. In Zukunft wer­de der Ver­ein aber nur die Inves­ti­ti­ons­kos­ten auf­lis­ten, so Kam­me­rer. „Das Vor­ha­ben ist die­ses Jahr durch­aus vor­an­ge­kom­men“, so sein Fazit.

Mit­nich­ten müs­se die Stadt für das Pro­jekt viel Geld aus­ge­ben, wie eine ört­li­che Tages­zei­tung sug­ge­rie­re, so Bauknecht: „Das Gegen­teil ist der Fall.“ Die Sze­ne 64 spa­re der Stadt viel Geld, weil  sie eine längst über­fäl­li­ge Ein­rich­tung schaf­fe. Außer­dem erhal­te der Ver­ein das denk­mal­ge­schütz­te ältes­te Gebäu­de von Jung­hans.

Bauknecht zeig­te anhand von Bil­dern, wel­che Arbei­ten der Ver­ein seit dem ver­gan­ge­nen Okto­ber umge­setzt hat. Dazu gehört  der Ein­bau von ver­netz­ten Rauch­mel­dern und Brand­schutz­tü­ren. Die Haupt- und Neben­ein­gangs­tü­ren sind erneu­ert.

Der Bau 64 mit den sanier­ten Fens­tern.

Frisch gestri­chen, restau­riert und wie­der ein­ge­baut haben die Ver­eins­mit­glie­der die 100 Jah­re alten Fens­ter. An der West­fas­sa­de sei­en neue, den Ori­gi­nal­fens­tern nach­ge­bil­de­te Fens­ter ein­ge­baut wor­den. „Da war vor­her ein Wirr­warr aus hun­dert Jah­ren Fens­ter­bau­tech­nik“, gru­selt sich Bauknecht.

Umstritten: Sinn von weiteren Parkplätzen für Bau 64

Der­zeit sei der Ver­ein damit beschäf­tigt, die 80 gefor­der­ten Park­plät­ze zu schaf­fen. Der Eigen­tü­mer des Are­als Chris­ti­an Auer aus Mün­chen wer­de dem Ver­ein 5000 Qua­drat­me­ter Flä­che für die­sen Zweck ver­kau­fen. Nun las­se Auer auf einem Hang  in der Nähe der Kul­tur­sze­ne mit Abbruch­ma­te­ri­al der ehe­ma­li­gen Jung­hans-Gebäu­de den gro­ßen Park­platz anle­gen. Für die­se Park­plät­ze wer­den über­plan­mä­ßi­ge 119.000 Euro fäl­lig“, so Bauknecht. Die­se waren in der ursprüng­li­chen Kal­ku­la­ti­on nicht drin, denn die Park­plät­ze sei­en  ursprüng­lich nicht gefor­dert gewe­sen, denn „eigent­lich waren die Park­plät­ze auf dem Gelän­de schon da.“

Der städ­ti­sche Zuschuss für 2017 in Höhe von 150.000 Euro wer­de bis Ende des Jah­res aus­ge­ge­ben sein, so Bauknecht. Er bit­te des­halb, im Haus­halt 2018 wei­te­re 150.000 Euro bereit zu stel­len „um ohne Unter­bre­chung das Pro­jekt ziel­stre­big 2018 wei­ter­füh­ren zu kön­nen.“

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog wies dar­auf hin, dass die Lan­des­bau­ord­nung eben pro Gebäu­de und Nut­zungs­art die Park­plät­ze ver­lan­ge. Die von Bauknecht ange­spro­che­nen vor­han­de­nen Park­plät­ze sei­en ande­ren Gebäu­den auf dem Gelän­de zuge­ord­net.

Das brach­te Udo Neu­deck auf die Pal­me. Der Spre­cher der frei­en Lis­te pol­ter­te, die Bau­ord­nung sei „nicht Gott gege­ben.“ Wenn da  sol­cher Wahn­sinn gefor­dert wer­de, müs­se man eben den Abge­ord­ne­ten auf die Füße ste­hen. Der Unsinn mit den Park­plät­zen betref­fe ja nicht nur die Sze­ne 64, son­dern auch Gast­stät­ten, die nach Fei­er­abend leer ste­hen­de Park­plät­ze nicht nut­zen dürf­ten. „Es gibt Geset­ze, die braucht kein Mensch.“

Umstrit­ten, aber vor­ge­schrie­ben: Platz für 80 zusätz­li­che Park­plät­ze. Foto: him

CDU-Ver­tre­ter Tho­mas Brant­ner dank­te im Namen aller Frak­tio­nen für den Bericht und den „über­durch­schnitt­li­chen Ein­satz“ der Ver­eins­mit­glie­der. Der Bau 64 wer­de „ein Schmuck­stück und eine Berei­che­rung für das gesam­te Gebiet“. Der Aus­schuss stimm­te zu, dass eine wei­te­re Rate von 150.000 Euro im Haus­halt 2018 ein­ge­stellt wer­den soll.

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