Bebauungsplan Madenwald. Grafik: Stadt Schramberg

SCHRAMBERG  (him) – Der Bebau­ungs­plan für das geplan­te Gewer­be­ge­biet Maden­wald muss ein zwei­tes Mal öffent­lich aus­ge­legt wer­den. Die Ver­wal­tung hat­te nach einem Lärm­schutz­gut­ach­ten eini­ge Ände­run­gen vor­ge­nom­men. Aus eigent­lich geplan­ten Misch­ge­bie­ten sol­len nun ein­ge­schränk­te Gewer­be­ge­bie­te wer­den.

In Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren ist das Anhö­ren von Behör­den und Trä­gern öffent­li­cher Belan­ge sowie der Öffent­lich­keit ein wich­ti­ger Zwi­schen­schritt. So auch beim geplan­ten Gewer­be­ge­biet Maden­wald in Sul­gen. Im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik erläu­ter­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog: „Aus den Anhö­run­gen gab es Hin­wei­se, wes­halb wir den Bebau­ungs­plan ändern müs­sen.“ Stadt­pla­ner Bent Liebrich kon­kre­ti­sier­te, dass es um die Lärm­ent­wick­lung für den Bereich ent­lang der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße gehe.

Das Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren hat bereits 2014 begon­nen. 2017 hat­te die Stadt den Bebau­ungs­plan­ent­wurf öffent­lich aus­ge­legt. Damals gab es aber noch kein Lärm­schutz­gut­ach­ten. Das liegt der Stadt seit Juni 2018 vor. Dar­in stel­len die Gut­ach­ter fest, dass die Stadt „gewis­se Ver­än­de­run­gen am Bebau­ungs­plan vor­neh­men muss“. Ent­lang der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße sei eigent­lich ein Misch­ge­biet geplant gewe­sen.

In die­sem Gebiet sol­len sich Gewer­be­be­trie­be und Hand­wer­ker ansie­deln. Unser Archiv­fo­to zeigt noch den Zustand, als die Gärt­ne­rei hier noch bestand. links die Bun­des­stra­ße B 462, am unte­ren Bild­rand die Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße. Foto: him

Die Gut­ach­ter sei­en aber zu dem Schluss gekom­men, dass die Lärm­ent­wick­lung von der Stra­ße her und von den Betrie­ben auf der ande­ren Stra­ßen­sei­te das nicht zulas­sen und nur die Aus­wei­sung als ein geschränk­tes Gewer­be­ge­biet mög­lich sei, so Liebrich. Auch sei­en im über­ar­bei­te­ten Bebau­ungs­plan in Teil­be­rei­chen pas­si­ve Lärm­schutz­maß­nah­men auf­ge­nom­men, die Bau­her­ren vor­ge­ge­ben wer­den.

Wenn der Gemein­de­rat in sei­ner nächs­ten Sit­zung den Ände­run­gen zustim­me, kön­ne der Bebau­ungs­plan im Febru­ar oder März ein zwei­tes Mal aus­ge­legt wer­den, „sodass wir im Zeit­plan nicht weit nach hin­ten rut­schen“.

Tho­mas Grö­zin­ger vom Büro Gfrö­rer erläu­ter­te anschlie­ßend die ein­ge­gan­ge­nen Stel­lung­nah­men der Behör­den. Eini­ge der Anre­gun­gen sei­en über­nom­men wor­den. Ledig­lich den Vor­schlag der Natur­schutz­be­hör­de, ein Regen­rück­hal­te­be­cken so zu gestal­ten, dass dort in einem Teil immer Was­ser vor­han­den ist, leh­nen die Pla­ner ab. Die Natur­schutz­be­hör­de schlug das vor um ein „Fort­pflan­zungs­ge­wäs­ser für Amphi­bi­en, Libel­len etc.“ zu erhal­ten. Grö­zin­ger sah Pro­ble­me, wenn Frö­sche in unmit­tel­ba­rer Nähe zur Bun­des­stra­ße lai­chen. Des­halb sol­le man es bei einem tech­ni­schen Bau­werk belas­sen. Gegen eine blü­ten­rei­che Bepflan­zung des Beckens spre­che aber nichts. Der Aus­schuss hat dem Gemein­de­rat ein­stim­mig emp­foh­len die vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen am Bebau­ungs­plan zu über­neh­men und den geän­der­ten Plan erneut öffent­lich aus­zu­le­gen.

Info: Im Gebiet Maden­wald auf dem Gelän­de einer frü­he­ren Gärt­ne­rei möch­te die Stadt Platz für Hand­werks­be­trie­be und klei­ne­re gewer­be­trei­ben­de schaf­fen, da die Stadt momen­tan kei­ne aus­rei­chen­den Flä­chen für gewerb­li­che Neu­an­sied­lun­gen anbie­ten kann, wie es in der Vor­la­ge heißt. Außer­dem schafft der  Bebau­ungs­plan für Bestands­ge­bäu­de Rechts­si­cher­heit und Erwei­te­rungs­mög­lich­kei­ten.