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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Bebauungsplan Madenwald geht in die zweite Runde

Ausschuss folgt Verwaltungsvorschlägen

SCHRAMBERG  (him) – Der Bebauungsplan für das geplante Gewerbegebiet Madenwald muss ein zweites Mal öffentlich ausgelegt werden. Die Verwaltung hatte nach einem Lärmschutzgutachten einige Änderungen vorgenommen. Aus eigentlich geplanten Mischgebieten sollen nun eingeschränkte Gewerbegebiete werden.

In Bebauungsplanverfahren ist das Anhören von Behörden und Trägern öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit ein wichtiger Zwischenschritt. So auch beim geplanten Gewerbegebiet Madenwald in Sulgen. Im Ausschuss für Umwelt und Technik erläuterte Oberbürgermeister Thomas Herzog: „Aus den Anhörungen gab es Hinweise, weshalb wir den Bebauungsplan ändern müssen.“ Stadtplaner Bent Liebrich konkretisierte, dass es um die Lärmentwicklung für den Bereich entlang der Heiligenbronner Straße gehe.

Das Bebauungsplanverfahren hat bereits 2014 begonnen. 2017 hatte die Stadt den Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt. Damals gab es aber noch kein Lärmschutzgutachten. Das liegt der Stadt seit Juni 2018 vor. Darin stellen die Gutachter fest, dass die Stadt „gewisse Veränderungen am Bebauungsplan vornehmen muss“. Entlang der Heiligenbronner Straße sei eigentlich ein Mischgebiet geplant gewesen.

In diesem Gebiet sollen sich Gewerbebetriebe und Handwerker ansiedeln. Unser Archivfoto zeigt noch den Zustand, als die Gärtnerei hier noch bestand. links die Bundesstraße B 462, am unteren Bildrand die Heiligenbronner Straße. Foto: him

Die Gutachter seien aber zu dem Schluss gekommen, dass die Lärmentwicklung von der Straße her und von den Betrieben auf der anderen Straßenseite das nicht zulassen und nur die Ausweisung als ein geschränktes Gewerbegebiet möglich sei, so Liebrich. Auch seien im überarbeiteten Bebauungsplan in Teilbereichen passive Lärmschutzmaßnahmen aufgenommen, die Bauherren vorgegeben werden.

Wenn der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung den Änderungen zustimme, könne der Bebauungsplan im Februar oder März ein zweites Mal ausgelegt werden, „sodass wir im Zeitplan nicht weit nach hinten rutschen“.

Thomas Grözinger vom Büro Gfrörer erläuterte anschließend die eingegangenen Stellungnahmen der Behörden. Einige der Anregungen seien übernommen worden. Lediglich den Vorschlag der Naturschutzbehörde, ein Regenrückhaltebecken so zu gestalten, dass dort in einem Teil immer Wasser vorhanden ist, lehnen die Planer ab. Die Naturschutzbehörde schlug das vor um ein „Fortpflanzungsgewässer für Amphibien, Libellen etc.“ zu erhalten. Grözinger sah Probleme, wenn Frösche in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße laichen. Deshalb solle man es bei einem technischen Bauwerk belassen. Gegen eine blütenreiche Bepflanzung des Beckens spreche aber nichts. Der Ausschuss hat dem Gemeinderat einstimmig empfohlen die vorgeschlagenen Änderungen am Bebauungsplan zu übernehmen und den geänderten Plan erneut öffentlich auszulegen.

Info: Im Gebiet Madenwald auf dem Gelände einer früheren Gärtnerei möchte die Stadt Platz für Handwerksbetriebe und kleinere gewerbetreibende schaffen, da die Stadt momentan keine ausreichenden Flächen für gewerbliche Neuansiedlungen anbieten kann, wie es in der Vorlage heißt. Außerdem schafft der  Bebauungsplan für Bestandsgebäude Rechtssicherheit und Erweiterungsmöglichkeiten.

 

 

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