Das Neubaugebiet soll auf der Wiese im Vordergrund zwischen dem Bauernhof und der Straße rechts entstehen. Foto: him

Nach dem Ten­nen­bron­ner Ort­schafts­rat und dem  Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik hat sich jetzt der Gemein­de­rat mit dem Bebau­ungs­plan Berg­a­cker IV in der über­ar­bei­te­ten Ver­si­on befasst. Wäh­rend die Ort­schafts­rä­te und  der Aus­schuss dem Ver­wal­tungs­vor­schlag jeweils ein­stim­mig zuge­stimmt haben, woll­te die CDU im Rat die frei­wil­li­ge  früh­zei­ti­ge Behör­den- und Bür­ger­be­tei­li­gung weg­fal­len las­sen. Mit der denk­bar knap­pen Mehr­heit von zwölf zu elf Stim­men hat der Rat so ent­schie­den.

Am Plan, drei­zehn neue Bau­plät­ze aus­zu­wei­sen, und am Städ­te­bau­li­chen Ent­wurf gab es kei­ne Kri­tik. Stadt­pla­ner Bent Liebrich stell­te die Ände­run­gen im Ver­gleich zur bis­he­ri­gen Pla­nung vor. So soll ein Wen­de­ham­mer so gestal­tet wer­den, dass auch drei­ach­si­ge Müll­fahr­zeu­ge und Schnee­pflü­ge dort wen­den kön­nen. Auch die Zufahrt ins Wohn­ge­biet haben die Pla­ner etwas geän­dert, sodass die­se Ver­sor­gungs­fahr­zeu­ge leich­ter vom Som­mer­berg her ein­bie­gen kön­nen.

Bürokratieabbau auch umsetzen

Dank einer Ände­rung im Bau­ge­setz­buch im Jahr 2016 kön­nen der Umwelt­be­richt und der natur­schutz­recht­li­che Aus­gleich ent­fal­len, wenn es sich um ein rei­nes Wohn­ge­biet mit maxi­mal 10.000 Qua­drat­me­tern Flä­che han­delt und kei­ne erheb­li­chen Umwelt­be­lan­ge betrof­fen sind.

Die Ver­wal­tung schla­ge eine frei­wil­li­ge früh­zei­ti­ge Betei­li­gung der Behör­den und Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge und der Öffent­lich­keit vor, um mög­li­che Pro­ble­me schon vor der eigent­li­chen Pla­nung auf­ar­bei­ten zu kön­nen, so Liebrich. Es hand­le sich „um das übli­che Ver­fah­ren, etwas ver­schlankt“, ergänz­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog.

Jür­gen Win­ter (CDU) hak­te da ein: Nun habe der Bun­des­ge­setz­ge­ber eine Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rungs­mög­lich­keit geschaf­fen – und die Stadt nut­ze sie nicht, wol­le viel­mehr frei­wil­lig die Anhö­rung machen. Bei einer ein­zi­gen Offen­la­ge, wenn die Plä­ne schon  fer­tig sei­en, bestehe eben „die Gefahr, noch­mals offen­le­gen und umpla­nen zu müs­sen“, ent­geg­ne­te Her­zog.

Cle­mens Mau­rer (CDU) frag­te, ob die Ver­wal­tung die Betrof­fe­nen nicht ein­fach infor­mell um ihre Stel­lung­nah­men bit­ten kön­ne. Gefragt, wie viel Zeit man gege­be­nen­falls ver­lie­re: Rein for­mal vier Wochen, die die Ant­wort der Behör­den dau­ern dürf­ten und einen Tag für die öffent­li­che Aus­le­gung, so Liebrich.

Ute Graf (SPD-Bunt­specht) plä­dier­te  für die früh­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung, um nach­bar­schaft­li­che Belan­ge vor­ab klä­ren zu kön­nen. Mit einer Stim­me Mehr­heit votier­te der Rat dafür, auf die früh­zei­ti­ge Betei­li­gung zu ver­zich­ten und das Risi­ko spä­te­rer Ein­sprü­che ein­zu­ge­hen.