Das Leben meiner Tochter“: Dreharbeiten abgeschlossen

Filmteam arbeitete fast drei Wochen im ehemaligen Schramberger Krankenhaus.

Am Set (von links): Ausstatterin Babett Klimmeck, Anneliese Bendigkeit, OB Thomas Herzog Produzent Alexander Funk und Regisseur Steffen Weinert. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Kurz vor Abschluss der Dreh­ar­bei­ten im ehe­ma­li­gen Schram­ber­ger Kran­ken­haus  hat der Pro­du­zent des Films, Alex­an­der Funk,  Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Pres­se­ver­tre­ter zu einem Besuch am Set ein­ge­la­den.

Kabel­ge­wirr auf den Flu­ren, Sta­pel mit Sta­ti­ven für Schein­wer­fer und in den Gän­gen Leu­te, die nicht nach dem typi­schen Kli­nik­per­so­nal aus­se­hen. Statt wei­ßer Kit­tel dunk­le Car­go-Hosen. Eine Ber­li­ner Film­crew dreht seit gut zwei Wochen im Schram­ber­ger Kran­ken­haus einen Spiel­film. Der Film „Das Leben mei­ner Toch­ter“ beschäf­tigt sich mit ethi­schen Fra­gen um Organ­spen­de. Ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen lei­det an einem schwe­ren Herz­feh­ler. Die Eltern und das Mäd­chen war­ten auf ein Spen­der­or­gan.

Film­crew bei der Arbeit

Die in Schram­berg gedreh­ten Sze­nen spie­len in einer Kli­nik in Deutsch­land und einer in Rumä­ni­en. Babett Klim­meck hat dafür gesorgt, dass die Kran­ken­sta­tio­nen „echt“ wir­ken: „Wir haben aus eini­gen umlie­gen­den Kran­ken­häu­sern Bet­ten und ande­re Sachen besorgt“, erzählt sie. Anne­lie­se Ben­dig­keit, die seit der Schlie­ßung vor sechs Jah­ren im Kran­ken­haus nach dem Rech­ten schaut, hat auch noch Requi­si­ten auf­ge­trie­ben. Auch der Büh­ler-Bau­markt habe sie sehr unter­stützt.

Die Schau­spie­le­rin Helen Woigk (links) spielt eine Nacht­schwes­ter – und ver­steht sich mit ihrer „Kol­le­gin” Anne­lie­se Ben­dig­keit bes­tens.

Im „rumä­ni­schen“ Teil des Kran­ken­hau­ses sind über­all Hin­weis­schil­der auf Rumä­nisch zu fin­den. An der Wand  im Büro des Chef­arz­tes hän­gen beein­dru­cken­de Urkun­den.  Den deut­schen Trakt hat Klim­meck mit ihrem Team fröh­li­cher gestal­tet, die Wän­de bunt bemalt, indi­vi­du­el­le Tür­schil­der für die klei­nen Pati­en­ten  ange­fer­tigt.

Vor dem Kran­ken­haus steht ein Truck mit einer Groß­kü­chen­aus­stat­tung. „Wir kochen hier täg­lich so für 40, 50 Leu­te“, erzählt der Koch. Wenn die Kom­par­sen noch hin­zu­ge­zählt wer­den, sei die Zahl der Akteu­re noch grö­ßer, ergänzt Pro­du­zent Funk. Auch aus Schram­berg sei­en eini­ge Sta­tis­ten dabei: „Die hal­be Fami­lie Ben­dig­keit“, sagt er lachend.

Der Küchen­wa­gen

Der Autor und Regis­seur des Films, Stef­fen Wei­nert, erzählt, dass sei­ne Geschich­te durch­aus auf Fak­ten basiert. Nach dem Koso­vo-Krieg habe es  dort die Medi­cus-Kli­nik gege­ben, in der Ärz­te ille­ga­le Trans­plan­ta­tio­nen vor­ge­nom­men hät­ten. „Aber unser Fall ist natür­lich erfun­den.“ Ihm gehe es in dem Film um die Fra­ge, die sich die Haupt­fi­gur des Films stel­le, „wie weit wür­de man gehen, um das Leben sei­nes Kin­des zu ret­ten?“

Ins­ge­samt sind 28 Dreh­ta­ge für das Pro­jekt ange­setzt. Erst war die Crew zwei­ein­halb Wochen in Frei­burg, nun zwei­ein­halb Wochen in Schram­berg. Es fol­gen noch zwei Tage in Fried­richs­ha­fen auf dem Flug­platz und zwei Tage in Buka­rest. Bis der Film kom­plett fer­tig ist, Schnitt, Ton, Musik wer­de es wohl Som­mer wer­den, schätzt Wei­nert.

Ter­min­zet­tel des Teams

Dass  man in Schram­berg dre­hen kön­ne, sei ein ech­ter Glücks­fall. Er habe sehr lan­ge nach einem Kran­ken­haus gesucht, so der Regis­seur: „Es gibt in Baden-Würt­tem­berg sonst kein leer ste­hen­des Kran­ken­haus, in dem wir hät­ten arbei­ten kön­nen.“

Die Gar­de­ro­be

  Anne­lie­se Ben­dig­keit als ehe­ma­li­ge Nacht­schwes­ter unter­stützt das Film­team, wo sie kann. Kein Wun­der dass sie stän­dig von den Film­leu­ten geherzt und geknud­delt wird, wenn  sie durch „ihr“ Kran­ken­haus spa­ziert.

Anne­lie­se Ben­dig­keit zeigt die impro­vi­sier­te „Mas­ke”

Über die Wirt­schafts­för­de­rung sei die Anfra­ge an die Stadt gekom­men, erzählt Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog. Man habe sich gleich dafür ent­schie­den: „Das Haus steht ja leer, und die Dreh­ar­bei­ten kol­li­die­ren nicht mit unse­ren Nach­nut­zungs­plä­nen.“ Die, hofft Her­zog,  könn­ten ab 2018 umge­setzt wer­den.

Weil die Archi­tek­tur der bei­den Bet­ten­trak­te so unter­schied­lich sei, kön­ne er nun sowohl die „rumä­ni­schen“ als auch die „deut­schen“ Sze­nen hier dre­hen, so Regis­seur Wei­nert. „Super, dass es geklappt hat.“ Und der Pro­du­zent bedankt sich für das „sehr groß­zü­gi­ge Arran­ge­ment“.

Wenn der Film fer­tig ist, wird er zuerst in Stutt­gart sei­ne Pre­mie­re fei­ern. „Aber klar, wir kom­men auch nach Schram­berg“ ver­spricht Regis­seur Wei­nert.