„Daseinsvorsorge sichern“

Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (CDU) und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel (CDU) zu Besuch in der Stiftung St. Franziskus

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Mit Maria-Lena Weiss (MdB) und Stefan Teufel (MdL) begrüßte die Stiftung St. Franziskus zwei einflussreiche Volksvertreter aus hiesigen Wahlkreisen in Heiligenbronn. Sie gaben sich fast die Klinke in die Hand: Am vergangenen Dienstag besuchte die Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (CDU) die Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn an deren Stammsitz und nur zwei Tage später folgte Stefan Teufel, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag. Über die besuche berichtet die Stiftung in einer Pressemitteilung:

Heiligenbronn. Im Austausch mit den Vorständen des Sozialunternehmens, Andrea Weidemann und Stefan Guhl, ging es um drängende Themen wie die Daseinsvorsorge
der Bevölkerung, gerade im ländlichen Raum. Im Zuge dessen um Förderung und Refinanzierung sozialer Arbeit und Projekte, etwa einem von der Stiftung anvisierten Kinder- und Frauenhaus im Landkreis Rottweil.

Auch die Digitalisierung sowie der Personalmangel und die Bürokratieflut in der Sozialbranche spielten eine Rolle. In Sachen Arbeitskräftemangel stellte Stefan Teufel ein interessantes Projekt vor, das in Kooperation mit Burundi, Partnerland von Baden-Württemberg, läuft.

Zu offiziellen Terminen erscheinen Politiker nicht selten mit Entourage. Begleitung brachte
auch die Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss bei ihrem Besuch in der Stiftung St. Franziskus mit: ihr wenige Wochen altes Baby. Ungewöhnlich für eine Politikerin mit vollem Terminkalender, aber thematisch durchaus stimmig. Stichwort: Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Denn gegenseitige Rücksichtnahme und die Vereinbarkeit beider Felder sind zentrale Punkte bei der Gewinnung von Arbeitskräften in der Sozialbranche, welche einen erheblichen Personalmangel beklagt. Die Stiftung St. Franziskus achtet daher nicht nur intensiv auf das
Wohlergehen der Menschen in ihren sozialen Einrichtungen, sondern auch auf das ihrer Mitarbeitenden.

Das Sozialunternehmen ist bereits seit Längerem mit dem audit berufundfamilie zertifiziert. Es sieht zahlreiche sogenannte Benefits für einen ausgeglichenen (Berufs)Alltag vor. Beruf und Familie war freilich nur ein Aspekt unter mehreren bei den Besuchen von Bundespolitikerin
Maria-Lena Weiss (CDU) und dem Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU). Beide vertreten den Wahlkreis Rottweil, in dem sich die Mehrzahl der Einrichtungen und Dienste der
Stiftung St. Franziskus befindet. Das Hauptaugenmerk galt hauptsächlich der Daseinsvorsorge.

Etwa der Pflege älterer Menschen, der Begleitung, Betreuung und Beschulung von Menschen
mit Behinderung oder der Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen beziehungsweise von
jungen Müttern mit ihren Kindern. All das mit einem besonderen Fokus auf den ländlichen
Raum. Die Stiftung St. Franziskus betreibt Einrichtungen und Dienste an über 30 Standorten im Südwesten für die drei Leistungsbereiche Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Altenhilfe.

Beide Politiker, Maria-Lena Weiss und Stefan Teufel, engagieren sich in ihrer politischen Arbeit
unter anderem für die soziale und gesundheitliche Versorgung in Regionen abseits der Metropolen.

„Wir als freier Träger setzen uns tagtäglich damit auseinander, wie wir die Versorgung
von Menschen vor dem Hintergrund des großen Arbeitskräftemangels in der Sozialbranche sicherstellen können“, erklärt Andrea Weidemann, „zudem werden viele Leistungen nicht ausreichend gefördert, die Refinanzierung unserer Arbeit verlangt von uns immer größere Anstrengungen.“

Hinzu komme, dass die Überregulierung und Bürokratieflut im sozialen Bereich, etwa die umfassenden Dokumentationspflichten, nun „voll durchschlagen“. Das binde unverhältnismäßig viele Ressourcen, so Stefan Guhl.

Die Vorständin der Stiftung, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Stefan Guhl, die beiden Abgeordneten in Heiligenbronn begrüßte, stieß mit ihren Positionen bei den Abgeordneten – so ihre Überzeugung – auf Verständnis. So wolle sich etwa Maria-Lena Weiss für ein anvisiertes und von der Stiftung und dem Landkreis geplantes Kinder- und Frauenhaus im Landkreis Rottweil einsetzen. „Wir wissen, dass sich die beiden Abgeordneten intensiv mit sozialen Fragen, etwa in den jeweiligen Ausschüssen, beschäftigen“, so Andrea Weidemann.

Stefan Teufel etwa is unter anderem Mitglied des Landesauschusses für Soziales, Gesundheit und Integration sowie sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag. Er trug bei seinem Besuch in Heiligenbronn einen für alle Seiten interessanten Vorstoß vor: In Burundi, einem Partnerland von Baden-Württemberg, sei man in Kontakt mit einer Stiftung.

Diese würde in naher Zukunft junge Arbeitskräfte vermitteln können, die in der Pflege arbeiten
möchten. Die Stiftung könnte dabei künftig als Partner fungieren. „Wir haben vereinbart, dass
wir mit der entsprechenden Unterstützung des Landes unsere Strukturen zur Verfügung stellen können, um diese jungen Menschen anzulernen“, sagt Andrea Weidemann. Vielleicht habe die oder der eine oder andere auch das Potenzial dazu, sich zur Pflegefachkraft in Deutschland weiterzubilden.

Der CDU-Landtagsabegordnete Stefan Teufel mit dem Stiftungsvorstand Andrea Weidemann und Stefan Guhl (von links). Foto: pm

Es sind immerhin Lichtblicke, die bei den beiden Visiten zutage traten. Doch die Bewältigung
der großen Fragen – Refinanzierungen und Personalmangel -, darin sind sich die Vorstände der
Stiftung einig, verlangen einen langen Atem. Um nur ein Beispiel zu nennen: „Ein neues Altenzentrum zu bauen, ist bei der derzeitigen Förderung durch das Land und den aktuellen Baupreisen nahezu unmöglich“, so Stefan Guhl.

Auch sinnvolle Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprogramme, die sich die Stiftung St. Franziskus auf die Fahnen geschrieben hat und bei Unternehmensumstrukturierungen sowie allen baulichen Maßnahmen berücksichtigt werden wollen, hingen in der Pipeline. Damit wandte sich Weidemann vorrangig an MdB Weiss, die in Berlin im Ausschuss für Klimaschutz und Energie sitzt.

Im Gespräch mit MdL Teufel kam zudem die Digitalisierung der Arbeitswelt zur Sprache. Der
CDU-Politiker warb in Heiligenbronn für die Chancen, die dadurch entstünden. Die Stiftung
zeigt sich der Digitalisierung gegenüber grundsätzlich offen, weiß aber auch um die Komplexität der Veränderungen, gerade im Sozialwesen: „Wir nehmen das Thema Digitalisierung ernst, aber auch hier gilt: Es erfordert finanzielle Mittel“, sagt Andrea Weidemann. Immerhin habe MdL Teufel in Aussicht gestellt, dass das Land die Stiftung in Digitalisierungsprojekte einbinden könne. „Wir werden sehen müssen, welches Projekt sich dafür anbietet“, so die Vorständin.

Stiftungsvorstand Stefan Guhl fasste am Ende der Besuchsrunden ein Resümee zusammen:
„Wir adressieren unsere Interessen und das der Menschen regelmäßig an die Politik, auch in
diversen Gremien. Wir hoffen, dass noch mehr Bewegung in die Themen kommt, vor allem in
die drängendsten.“ Es gehe ohnehin nur „im kooperativen Schulterschluss“ mit der Politik, um
gemeinsam Lösungen zu finden, weshalb man auch weiterhin „einen lebhaften Austausch“
pflegen werde.

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