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Schuler Präzisionstechnik – Tag der Ausbildung am Freitag, 10. Juli 2020 und am Samstag, 11. Juli 2020

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Samstag, 4. Juli 2020
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    „Der schönste deutsche Fußballplatz“

    Vor 60 Jahren wurde das Schwarzwaldstadion im Raustein eingeweiht

    Der Rausteinsportplatz in Schramberg wurde in seiner Blütezeit von Sepp Scherbauer als schönster deutscher Fußballplatz gefeiert. Morgen ist es 60 Jahre her, dass das beeindruckende Schwarzwaldstadion mit einem großen Fest eingeweiht wurde.

    Der bekannte Sportjournalist aus Reutlingen kam damals zu einer großen Reportage über die Fünftälerstadt Schramberg und ihre Spielvereinigung 08, die in der Zeitschrift „Der Fußballtrainer“ 8 (1959) erschienen ist. Der ehemalige Schramberger Hermann Reichert, der heute in Waldshut-Tiengen lebt, aber sich als Schultheiß der Bürgervereinigung Freiamt Tös nach wie vor für seine alte Heimatstadt engagiert, hat das wertvolle Zeitzeugnis im letzten Jahr dem Stadtarchiv Schramberg überlassen.

    Das Bernecktal erschien Sepp Scherbauer mit seinem Ensemble aus Bernecksportplatz, Freibad, Eislauf- und Rollschuhplatz, Schützenhaus und Rausteinsportplatz als ein wahres „Sporttal“ der Fünftälerstadt des Schwarzwaldes. Am meisten begeisterte ihn der in dieser Zeit gebaute Rausteinsportplatz: „Eingebettet in dicht bewaldete Berge präsentiert sich dieses Kleinod als ein wahres Sportlerparadies […] aber, verehrte Leser, fahren Sie selbst ins Bernecktal und schauen Sie sich diesen schönsten deutschen Fußballplatz an.“

    Das Ehrenbuch

    Das „Ehrenbuch“ des Rausteinsportplatzes, gestiftet von Bürgermeister Dr. Konstantin Hank, in dem alle Spender verzeichnet wurden Foto: Schützengesellschaft Schramberg 1564

    Im Schützenhaus wird bis heute ein besonderer Zeitzeuge aus der Geschichte des Rausteinsportplatzes verwahrt. Es handelt sich um ein „Ehrenbuch“ in weinrotem Einband, das von dem damaligen Bürgermeister Konstantin Hank (1907-1977) gestiftet wurde, um die Geschichte des „Waldsportplatzes Raustein über dem Bernecktal in Schramberg“ der Nachwelt zu überliefern. Ehrenoberschützenmeister Hubert Dold hat es zum 60. Geburtstag des Rausteinsportplatzes dem Stadtarchiv Schramberg zugänglich gemacht und damit den Anstoß für einen Rückblick auf seine Geschichte gegeben.

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    Bürgermeister Dr. Konstantin Hank bei der Einweihung des Rausteinsportplatzes am 31. Mai 1958 Foto: Franz Kasenbacher (Stadtarchiv Schramberg)

    Der Bau des Schwarzwaldstadions war das erste große Projekt in seiner zwanzigjährigen Amtszeit von 1954 bis 1974, in der durch sein herausragendes Können in der Entwicklung der Stadt große Fortschritte erreicht wurden, die Schramberg schließlich auch zum 1. Januar 1972 in die Gruppe der Großen Kreisstädte des Landes Baden-Württemberg aufsteigen ließen. In der Mitte der 1950er-Jahre hatte auch in der Industriestadt Schramberg ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg das „Wirtschaftswunder“ der Bundesrepublik Deutschland begonnen, mit dessen Kraft zahlreiche Projekte realisiert werden konnten, welche die örtliche Infrastruktur und das städtische Ansehen mit beachtlichem Erfolg verbesserten. Der Rausteinsportplatz galt damals auch als Zeichen, „dass Schramberg aus seiner Resignation herausgefunden hat.“

    „Dieses Werk möge zukünftigen Generationen zeigen, was Gemeinschaftssinn und Liebe zur Heimatstadt vermag“, hat Bürgermeister Konstantin Hank in diesem „Ehrenbuch“ der Nachwelt hinterlassen. Der heutige Leser ist von dem mittlerweile weitgehend verschwundenen Idealismus der Stadt, ihrer Firmen und ihrer Bürger in der Tat beeindruckt. „Im gemeinschaftlichen Zusammenwirken aller Bevölkerungskreise“ entstand von 1955 bis 1958 eine weithin einmalige Sportanlage, deren Kosten zu einem Drittel von der einheimischen Wirtschaft aufgebracht wurde. Die Spender aus der örtlichen Industrie wurden von den Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG angeführt. Den Vorsitz des Förderungsausschusses übernahm Direktor Arthur Junghans (1903-1998) vom Stadtverband für Leibesübungen, Generaldirektor und Ehrenbürger Helmut Junghans (1891-1964) den Ehrenvorsitz.

    Die zweite Sportstätte

    Über den Bau einer zweiten Sportanlage wurde in Schramberg mit seinen damals etwa 3000 aktiven Sportlern und etwa 3000 Schülern schon lange diskutiert. Ein Gutachten der Bauberatungsstelle des württembergischen Landessportbundes kam 1954 zu dem Ergebnis, dass der 1924 eingeweihte Bernecksportplatz nicht das für Verbandsspiele erforderliche Maß aufweisen könne und deshalb „für den Sportbetrieb vollständig unzureichend“ sei. Am 3. Februar 1955 wurde der allerdings nicht unumstrittene Rausteinsportplatz vom Gemeinderat grundsätzlich beschlossen und am 28. Oktober 1955 mit dem Bau begonnen.

    Das Gelände wurde von Graf Ehrenbürger Cajetan von Bissingen und Nippenburg (1870-1956) und seinem Neffen Graf Franz von Bissingen und Nippenburg (1892-1970) gekauft. Für die Schaffung der Sportanlage waren riesige Erdbewegungen erforderlich. Die Kosten galoppierten davon und erhöhten sich von den ursprünglich angenommenen 300.000 DM auf schließlich 607.292 DM bei der Endabrechnung.

    Der Rausteinsportplatz wird weiterhin genutzt – wenn auch deutlich weniger, seit der Bernecksportplatz einen Kunstrasen hat. Archiv-Foto: him

    Zur Eröffnung des Waldsportplatzes wurde – auch als Höhepunkt der Jubiläen „100 Jahr Turnerschaft Schramberg“ und „50 Jahre Spielvereinigung 08“ – am 31. Mai 1958 ein glanzvolles Fest veranstaltet. In der fahnengeschmückten Stadt sammelte sich ein großer Festzug aus allen örtlichen Sportvereinen und Schulen, die vor 2000 Zuschauern ein buntes Programm zeigten. Die sportlichen Höhepunkte waren ein Handballspiel zwischen der Turnerschaft Schramberg 1858 und dem Turnverein Freiburg-Zähringen sowie ein Fußballspiel zwischen der Spielvereinigung 08 Schramberg und dem 1. FC Freiburg.  Bürgermeister Konstantin Hank wurde als erster mit der erstmals  verliehenen Goldenen Plakette des Stadtverbandes für Leibesübungen geehrt.

    Auf dem Rausteinsportplatz spielten dann namhafte deutsche und ausländische Clubs wie der 1. FC Nürnberg, der HSV, der VfR Mannheim und die Waldhof-Buben, die Young-Fellows aus Zürich und die Minerva Bern. Mittlerweile ist es auf dem einstmals „schönsten deutschen Fußballplatz“ jedoch so ruhig und still geworden, dass 60 Jahre später mit seiner Zukunft einige Fragezeichen verbunden sind.

    Nicht mehr ganz zeitgemäß: die Duschen. Stadtrat Emil Rode bei einem Ortstermin des Gemeinderats im März 2017. Archiv-Foto: him

     

     

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